Die Kopflaus: In enger Beziehung mit dem Menschen

Bereits seit Jahrmillionen besteht eine enge Beziehung zwischen uns und der Kopflaus. Schon unsere hominiden Vorfahren wurden von den Parasiten gequält. Wo auch immer sich auf dem Globus menschliche Gemeinschaften bildeten: Die Kopflaus war stets dabei. Selbst in den hochentwickelten westlichen Ländern der Moderne ist der Kopflausbefall (Pedikulose) ein fast alltägliches Phänomen.

Kopfläuse können sehr hartnäckig sein

Aussehen der Kopflaus

Die Kopflaus (Pediculus humanus capitis) befällt ausschließlich den Kopf des Menschen. Dementsprechend sind ihr Körperbau und ihre Lebensgewohnheiten komplett an ihren Wirt angepasst. Das flügellose Insekt ist ausgewachsen etwa drei Millimeter groß, sein Körper ist in sieben Segmente unterteilt. In jedem dieser Abschnitte sitzen zwei Atemöffnungen. Die drei Beinpaare besitzen hakenartige Klauen, mit denen sich der Parasit hervorragend an menschlichen Haaren festhalten kann. Ein dolchartiger Fortsatz vorne am Kopf dient der Kopflaus als Werkzeug, um die winzigen Blutgefäße der Haut aufzuritzen. Das heraustretende Blut ist die einzige Nahrungsquelle des Tieres. Die Farbe des Chitinpanzers hat sich im Laufe der Evolution an die Wirtsgruppen angepasst, die von der Kopflaus befallen werden: Weisen die betreffenden Menschen einen eher dunklen Hauttyp auf, sind die Läuse ebenfalls dunkel gefärbt, sind die Wirte schwach pigmentiert, trifft dies auch auf die Läuse zu.

Gute Erkennungsmerkmale der Kopfläuse sind Eier und Nissen

Nach etwa neun bis zwölf Tagen ist die weibliche Kopflaus geschlechtsreif. Eine Besonderheit: Die Weibchen benötigen keine männlichen Läuse für die Fortpflanzung; die Tiere legen ohne Befruchtung in ihrer dreißigtätigen Lebensspanne circa 150–300 Eier (Nissen), aus denen nach etwa zehn bis zwölf Tagen nahezu voll entwickelte Jungläuse (Nymphen) schlüpfen. Mit Hilfe eines stark klebenden Sekrets heftet die Kopflaus die Nissen  an das wurzelnahe Ende des Haares. Bei circa 34 °C Temperatur und hoher Luftfeuchtigkeit finden die Parasiten auf der Kopfhaut ideale Brutbedingungen. Besonders die dichte Kopfbehaarung an Schläfen, am Nacken oder hinter den Ohren gilt als bevorzugter Brutplatz. Nach dem Schlüpfen bleiben die leeren Eihüllen übrig, die durch ihre helle Färbung auffälliger als die Läuse selbst sind.

Kopfläuse und die Symptome der Pedikulose erkennen

Kopfläuse befallen Kinder häufiger als Erwachsene und Mädchen eher als Jungen. Aus diesem Grund tritt der Befall häufig in Kindertagesstätten, Krippen, Kindergärten oder Schulen auf. Übertragen werden die Parasiten durch engen Körperkontakt. Zwar können die Kopfläuse nicht springen, aber von Kopf zu Kopf krabbeln. Der Läusebefall wird allerdings erst dann sichtbar, wenn sich die Patienten häufig den Kopf kratzen und dabei eine Kopflaus aus den Haaren fällt oder beim Kämmen entdeckt wird. Im Haar sind die Insekten durch ihre Größe und Färbung schwer auszumachen, gleiches gilt für die Nissen.

Ein anderes Krankheitszeichen resultiert aus den Ernährungsgewohnheiten der Blutsauger. Bei der Blutmahlzeit injizieren die Kopfläuse ihren Speichel in die Wunde, der eine gerinnungshemmende Wirkung besitzt. Durch die Immunantwort des Körpers bilden sich kleine, stark juckende Papeln. Diese Symptome zeigen sich beim Erstbefall jedoch erst nach drei bis fünf Wochen, sodass Betroffene in dieser Zeit eine Reihe weiterer Personen anstecken können.

Die Hautschwellungen selbst sind zwar lästig, aber im Grunde ungefährlich. Allerdings können sie als Einfallstor für verschiedene Bakterienarten dienen. Durch häufiges, heftiges Kratzen können die Schwellungen aufreißen und beispielsweise der Schmutz von Fingernägeln in die Wunde gelangen.

Kopfläuse wirkungsvoll bekämpfen

Betroffenen stehen eine Reihe von Mitteln und Methoden zur Verfügung, die lästigen Parasiten loszuwerden. Unterschieden werden

  • mechanische Hilfsmittel (Läusekämme, auch gegen Nissen effektiv)
  • chemische und physikalische Mittel zur lokalen Anwendung (Shampoos, Lösungen zum Auftragen auf die Haut, spezielle Öle)
  • Medikamente mit Wirkstoffen, die Kopfläuse durch das Blut aufnehmen und dadurch getötet werden
  • Sonstige Geräte, die mit Gleichstrom oder Heißluft arbeiten
  • Hausmittel  (beispielsweise Essigwasser)

Wirklich erprobt sind die ersten beiden Methoden. Der Läusekamm ist seit Jahrtausenden im Einsatz, Archäologen fanden Exemplare als Grabbeigaben. Wichtig ist für eine effektive Behandlung, dass der Kamm sehr eng und parallel zueinanderstehende Zinken besitzt. Gebräuchlich sind meist Stahl- oder Kunststoffkämme. Die Behandlung mit dem Läusekamm sollte zwei Mal in der Woche über einen Zeitraum von maximal einem Monat erfolgen. Dabei wird das angefeuchtete Haar gründlich Strähne für Strähne durchgekämmt. So werden neben den Insekten auch deren Eier und Nissen entfernt.

Bei den lokal wirkenden Pedikuloziden handelt es sich um Insektengifte zur Bekämpfung der Kopflaus. Diese Insektizide sind als Bestandteile in Shampoos enthalten und müssen je nach Wirkung ebenfalls mehrere Wochen angewendet werden. Gegen die Eier und Nissen wirken sie nicht. Die rezept- beziehungsweise apothekenpflichtigen Mittel sind jedoch nicht nebenwirkungsfrei. So können beispielsweise Allergien die Folge der Behandlung sein.

Ein ganz anderer Wirkmechanismus liegt den physikalischen Kopflausmitteln zugrunde. Diese Präparate setzen sich in die Atemöffnung der Tiere und ersticken sie. Diese Methode ist gut verträglich und die Gefahr, dass Kopfläuse gegen die Produkte immun werden, tendiert gegen Null.

Prävention: Kopfläuse lassen sich kaum vermeiden

Leider existieren kaum Maßnahmen, einer Pedikulose vorzubeugen. Entgegen der landläufigen Meinung beugen häufige Haarwäschen dem Befall durch die Parasiten nicht vor. Auch befallen Kopfläuse unterschiedslos Menschen aus allen sozialen Schichten. Zwar besteht die theoretische Möglichkeit, sich durch gemeinsam genutzte Haarbürsten oder Wollmützen anzustecken, die Chance ist jedoch denkbar gering.

Präventiv können Haargummis, -spangen und -bürsten, Kopfbedeckungen und Schals in einer Seifenlösung ausgekocht werden. Die einzige tatsächlich wirksame Präventionsmethode ist jedoch, sich von befallenen Menschen fern zu halten. Aber erstens können bis zu fünf Wochen vergehen, bis die Betroffenen Symptome ausbilden und in der sie den Parasitenbefall längst weitergegeben haben. Zweitens handelt es sich meist um Kinder, für die der Köperkontakt ein normales Verhalten darstellt. Da ist Prävention  schwer möglich.

Tipps: Das sollten Sie bei Kopflausbefall tun

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Sind Sie oder Ihr Kind erst einmal von Kopfläusen betroffen, können Sie folgende Maßnahmen ergreifen:

  • Als sicherste Methode, die lästigen Insekten loszuwerden, gilt die Kombination aus mechanischen (Läusekamm) und chemischen oder physikalischen Methoden (Läuse-Shampoos).
  • Egal für welche Therapie Sie sich entscheiden: Es ist wichtig, die Behandlungen nach etwa acht bis zehn Tagen zu wiederholen und das Haar über den Zeitraum von etwa einem Monat zu beobachten, um auch wirklich alle Kopfläuse zu eliminieren.
  • Die Anwendung darf sich nur auf den Kopf beschränken.
  • Konsultieren Sie vor der Therapie auf jeden Fall einen Arzt. Das gilt umso mehr, wenn Säuglinge, Schwangere oder Allergiker betroffen sind.

Sie sind als Elternteil verpflichtet, die betreuende Institution (Schule, Kindergarten) von der Pedikulose zu unterrichten. Außerdem müssen Sie der Einrichtung gegenüber bestätigen, dass Sie Ihr Kind einer Behandlung mit nachgewiesener Wirksamkeit unterziehen. Ein ärztliches Attest ist nicht erforderlich.

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