Mit dem Läusekamm erfolgreich gegen die Kopflaus vorgehen

Eines der ältesten therapeutischen Instrumente des Menschen ist der Läusekamm. In keltischen Gräbern wurden Exemplare gefunden, die in das 8. Jahrhundert vor Christus datieren und zur Parasitenbekämpfung  genutzt wurden. Auch heute noch ist der Läusekamm sowohl als Diagnosehilfsmittel als auch zur Beseitigung der kleinen Blutsauger gebräuchlich.

Der Läusekamm – bewährt und erfolgreich gegen Läuse

Zahlreiche Vorteile des Läusekamms

Seine einfache Anwendung macht ihn zu einer Allzweckwaffe gegen Kopfläuse: Der Läusekamm kann zur Kontrolle eingesetzt werden, ob sich eine Läusepopulation auf der Kopfhaut niedergelassen hat. Gleichzeitig können die Insekten herausgekämmt werden. Auch bei der täglichen Nachkontrolle und der Überprüfung des Therapieerfolgs leisten die Kämme wertvolle Dienste. Da hierbei keine chemischen beziehungsweise giftigen (toxischen) Substanzen verwendet werden, ist das Risiko einer allergischen Reaktion gleich null. Die Verwendung eines Läusekamms minimiert deshalb auch die Gefahr, dass die Parasiten gegen die Toxine resistent werden.

Die richtige Beschaffenheit des Läusekamms

Genau genommen unterscheidet man den Nissen- vom Läusekamm. Der Unterschied besteht im Abstand der Zinken zueinander: Zwar stehen bei beiden Kämmen die Zinken eng zusammen, beim Nissenkamm ist der Abstand jedoch noch geringer. So können die sandkorngroßen Eier (Nissen) nicht durchschlüpfen. Oftmals kombinieren die Hersteller beide Kammformen miteinander. Die Kämme sind als Stahl- oder Kunststoffausführung in Sanitätshäusern und Apotheken sowie im Online-Versandhandel erhältlich. Beide Materialien sind antiallergen und leicht zu reinigen. Kunststoffkämme sollten hell gefärbt sein, damit die Kopfläuse leicht zu erkennen sind. Denn deren transparenter Hinterleib färbt sich nach der Blutmahlzeit dunkel.

So wenden Sie den Läusekamm richtig an

Feuchten Sie das Kopfhaar an und verwenden Sie zusätzlich eine Pflegespülung. Dies sorgt für eine leichtere Kämmbarkeit.
Scheiteln Sie nun die Haare. Wenden Sie anschließend den Läusekamm an.
Kämmen Sie das Haar Strähne für Strähne. Beginnen Sie beim Haaransatz und ziehen Sie den Kamm bis zu den Spitzen herab.
Streifen Sie den Kamm nach jedem Kämmen an einem Handtuch ab.
Sie können zusätzlich zum Läusekamm auch Antiläusemittel wie ein Kopflausshampoo verwenden.
Nach der Anwendung mit einem Antiläusemittel empfiehlt sich die Kontrolle mit dem Läusekamm.
Regelmäßige Kontrollen sind auch nach erfolgreicher Behandlung ratsam.

Hinweis: Bei der zusätzlichen Anwendung eines Anitläusemittels beachten Sie bitte die Gebrauchsanweisung in der Packungsbeilage. Bei weiteren Fragen wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Bei Verdacht auf Läusebefall (erste Fälle in der Betreuungseinrichtung des Kindes, hartnäckiges Kopfjucken) sollten Sie die Kopfhaut Ihres Kindes mit einem Vergrößerungsglas und einer starken Lichtquelle untersuchen. Feuchten Sie die Haare gut an und massieren Sie eine Pflegespülung ein. Das Haarpflegemittel sorgt dafür, dass die Haare leichter zu kämmen sind und sich die Kopfläuse nicht mehr bewegen können. Die zähflüssige Spülung behindert die Bewegung der Tiere.

Jetzt können Sie den Läusekamm nutzen, indem Sie die Haare scheiteln und Strähne für Strähne von der Haarbasis bis zur Spitze damit auskämmen. Nach jedem Kämmen streifen Sie den Läusekamm auf einem Küchentuch oder einem weißen Handtuch ab. Zeigen sich Läuse oder Nissen, setzen Sie den Vorgang fort.

Meist wird zur Bekämpfung der Läuse empfohlen, die Läusekamm-Anwendung mit einem Entlausungsmittel zu kombinieren. Apotheken bieten eine Reihe dieser Mittel an, deren Wirkstoff entweder das Nervensystem der Parasiten angreift oder deren Atemröhrchen (Tracheen) verstopft. Aber Vorsicht: Bestimmte Insektizide eignen sich nicht für Schwangere, Säuglinge, stillende Mütter oder Allergiker. Da einige der Pharmazeutika Bestandteile der Chrysantheme beinhalten, sollten Personen, die auf diese Stoffe (beispielsweise Permethrin) empfindlich reagieren, zu anderen Präparaten greifen. Substanzen wie Silikonöle, welche die Insekten ersticken, wirken auf rein physikalische Weise und sind absolut unbedenklich. Falls Sie sich unsicher sind, konsultieren Sie einen Arzt. Lesen Sie auf jeden Fall aufmerksam die Packungsbeilage.

Den Läusekamm richtig anwenden und reinigen

Bei der Behandlung müssen Sie berücksichtigen, dass die Läuse einem Entwicklungszyklus unterliegen. Eine Kopflaus hat eine Lebensspanne von circa einem Monat. Die weibliche Laus erreicht ihre Geschlechtsreife mit etwa neun Tagen. Ohne von einem Männchen befruchtet werden zu müssen, legt sie in ihrem Lebenszyklus zwischen 150 und 300 Eier, aus denen nach acht bis zehn Tagen die sogenannten Nymphen schlüpfen. Das bedeutet, dass Sie sowohl die Läuse selbst als auch die entwicklungsfähigen Eier entfernen müssen.

Dieses Vorgehen hat sich als besonders erfolgreich erwiesen:

Tag 1: Sie behandeln die Haare Ihres Kindes in der beschriebenen Art und Weise.

Tag 5: Wiederholen Sie den Vorgang. In der Regel reicht es, wenn Sie den Läusekamm ohne weitere Entlausungsmittel verwenden.

Tag 8–10: Da in der Zwischenzeit gegebenenfalls Nymphen geschlüpft sind, die Sie bei der Behandlung übersehen haben, sollten Sie das Läuseshampoo  erneut verwenden. Anschließend wieder die Haare mit dem Läusekamm auskämmen.

Tag 13: Kontrollieren Sie den Erfolg der Behandlung mit Hilfe des Läusekamms.

Tag 15. Eine letzte Kontrolle – wieder mit dem Läusekamm – beendet die Therapie.

Die Reinigung des Läusekamms ist einfach und unkompliziert. Metallkämme kochen Sie in heißem Wasser aus, Kunststoffkämme säubern Sie in heißer Seifenlauge.

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