Hautkrankheiten: Ein Überblick

12. April 2022

8 Min.

Die Hautkrankheiten Neurodermitis, Nesselsucht oder Schuppenflechte sind vielen Personen zumindest dem Namen nach bekannt. Aber wissen Sie, mit welchen Symptomen diese genau verbunden sind oder welche Ursachen diese haben? Haben Sie den Begriff Rosacea schon einmal gehört? Hier finden Sie Antworten auf Fragen wie diese. Erfahren Sie zudem den Unterschied zwischen Akne und einem Ekzem.

Hautkrankheiten gibt es unglaublich viele.

Was sind Hautkrankheiten?

Die Haut ist flächenmäßig das größte Organ des Menschen. Dementsprechend können an vielen Körperstellen Hautkrankheiten entstehen. Unter der Bezeichnung Dermatose – der medizinische Fachbegriff für Hautkrankheiten – werden ganz allgemein die Erkrankungen aller Bestandteile der Haut inklusive der Hautanhangsgebilde wie die Nägel zusammengefasst. Die Arten an Hauterkrankungen sind dabei so vielfältig wie die überlebensnotwendigen Aufgaben, welche die Haut für den Menschen Tag für Tag verrichtet.

Wichtig: Grundsätzlich ist es ratsam, Hauterkrankungen von Fachärzten behandeln zu lassen. Die Krankheitsbilder sind oft hochkomplex und Laien können diese nur schwer beurteilen oder auseinanderhalten.

Welche Arten von Hautkrankheiten gibt es?

Verschaffen Sie sich einen Überblick:

Neurodermitis

Neurodermitis ist eine chronisch entzündliche Hautkrankheit, die in der Medizin auch als atopisches Ekzem oder atopische Dermatitis bezeichnet wird. Es handelt sich dabei um eine allergische Juckflechte, mit rötlichen und manchmal ebenso feuchten und entzündeten Stellen auf der Haut, die sehr stark jucken und gleichzeitig schmerzen.

Menschen mit Neurodermitis haben eine erblich bedingte, gestörte Schutzfunktion der Haut, wodurch diese sehr schnell austrocknet. Sie reagiert äußerst empfindlich auf verschiedene Umwelteinflüsse, etwa mit Entzündungen und Juckreiz. Letzteres wird häufig durch Kratzen noch verstärkt.

Sie wollen mehr zum Thema erfahren? Hier finden Sie alles Wichtige zu Neurodermitis!

Wenn das eigene Kind Neurodermitis hat…

Wie ist damit umzugehen? Welchen Schwierigkeiten sieht man sich gegenüber? In unserer Podcast-Folge erzählt Mama Anita von den alltäglichen Herausforderungen und gibt Tipps für betroffene Eltern.

Nesselsucht

Ähnliche Symptome zur Neurodermitis weist die Hautkrankheit Nesselsucht auf. Im Unterschied zu dieser, die vererbbar ist, wird die Urtikaria – so der medizinische Fachbegriff der Nesselsucht – meist durch eine allergische Reaktion hervorgerufen. Kommt die Haut mit bestimmten allergieauslösenden Stoffen (Allergenen) in Berührung, die sich beispielsweise in Nahrungsmitteln oder Medikamenten befinden, reagiert sie überempfindlich und bildet einen bläschenförmigen Hautausschlag (Quaddeln). Verantwortlich für diese Reaktion sind Entzündungszellen, die entzündungsfördernde Botenstoffe – unter anderem Histamin – ausschütten.

Lesen Sie mehr über die Nesselsucht.

Schuppenflechte

Die Schuppenflechte, medizinisch Psoriasis, ist eine chronisch-entzündliche, ebenfalls vererbbare Hauterkrankung, die schubweise auftritt. Hervorgerufen wird sie durch eine krankhaft übersteigerte Neubildung von Hautzellen, die sich als weißliche Schuppen auf begrenzt entzündeten Hautstellen ablagern. Dabei ist eine rötliche Färbung der betroffenen Körperstellen zu beobachten.
Folgende Stellen sind häufig von einer Schuppenflechte betroffen:

  • Rücken
  • Kopf
  • Ellenbogen
  • Knie

Die Schuppenflechte kann, muss aber nicht zwingend wie Neurodermitis jucken.

Hier geht’s zum ausführlichen Text über Schuppenflechte.

Rosacea

Rosacea, auch Kupferrose genannt, ist eine entzündliche Hautkrankheit vorwiegend im Gesicht der Betroffenen. Sie äußert sich zunächst durch eine Rotfärbung der Haut, die durch dauerhaft erweiterte feine Äderchen (Kapillaren) verursacht wird. In einem späteren Stadium treten feine Knötchen und mit Eiter gefüllte Pickelchen auf, die auf Entzündungsreaktionen zurückzuführen sind. Rosacea tritt nicht vor dem 30. Lebensjahr auf, was sie von der Akne unterscheidet.

Ausführliche Informationen zur Rosacea gibt es hier!

Akne

Akne kommt hauptsächlich in der Pubertät vor. Diese Hautkrankheit äußert sich durch Pickel und Mitesser vor allem im Gesichtsbereich, manchmal auch auf dem Rücken. Für die Entstehung einer Akne sind verschiedene Faktoren verantwortlich. Hauptursache ist in der Regel eine erhöhte Talgproduktion, welche auf die Hormonumstellung während der Pubertät zurückzuführen ist. Der überschüssige Talg verschließt die Poren und begünstigt so die Bildung von Hautunreinheiten.

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Ekzem

Der Begriff Ekzem stellt einen Überbegriff für viele Hauterkrankungen dar, wie beispielsweise ein atopisches oder ein seborrhoisches Ekzem. Zusammengefasst werden damit alle Hautkrankheiten, die entzündlich sind und Juckreiz als Symptom aufweisen.

Die Behandlung dieser Hautkrankheiten erfolgt durch eine geeignete Basispflege mit speziellen, fetthaltigen Waschlotionen sowie das Auftragen von Salben, welche die Entzündung und den Juckreiz eindämmen. Bei schwereren Hauterkrankungen reicht dies aber oft nicht zur Linderung der Beschwerden aus. In diesen Fällen können auch zusätzlich Arzneien, meist in Tablettenform, verschrieben werden.

Verschaffen Sie sich einen Überblick über Ekzeme!

Hautkrebs

Hautkrebs ist ein Sammelbegriff für verschiedene Krebsarten. Zu den bekanntesten Arten von Hautkrebs zählen das maligne Melanom, auch schwarzer Hautkrebs genannt, und die helle Hautkrebsform Basalzellkarzinom. Auslöser von Hautkrebs ist neben erblichen Veranlagungen häufig übermäßige Sonnenstrahlung.

Weitere Hauterkrankungen

Zahlreiche Erkrankungen der Haut äußern sich durch einen Hautausschlag. Die Ursachen hierbei sind vielfältig, häufig stecken aber Allergien, beispielsweise in Form von einer Kontaktallergie, dahinter. Auch die sogenannte Sonnenallergie äußert sich durch einen Ausschlag.

Weiterhin kann ein sehr starker Juckreiz für eine Erkrankung der Haut sprechen. Sowohl die Knötchenflechte als auch Prurigo nodularis äußern sich unter anderem durch ein starkes Jucken der Haut. Das Gleiche gilt für Milchschorf, bei dem die Betroffenen unter einer juckenden Kopfhaut leiden.

Eher selten hingegen ist die Mondscheinkrankheit.
Diese Erbkrankheit kann bei Betroffenen schon bei minimaler Sonneneinwirkung starke Hautschäden und sogar die Bildung von Tumoren verursachen.

Sind Hautkrankheiten ansteckend?

Es ist nicht möglich, eine allgemeingültige Antwort auf diese Frage zu geben. Dies ist von Hauterkrankung zu Hauterkrankung höchst unterschiedlich. Zu den nicht ansteckenden Hautkrankheiten zählen beispielsweise Neurodermitis und Nesselsucht, die entweder durch eine bestehende Allergie sowie Vererbung verursacht werden. Bei diesen Erkrankungen der Haut ist es somit schon aufgrund ihres Entstehungsfaktors unmöglich, diese zum Beispiel durch Körperkontakt auf andere Menschen zu übertragen. Ebenso nicht ansteckend sind die Röschenflechte, Leukoplakie, Spider naevi und Periorale Dermatitis.

Ein Ekzem an sich ist grundsätzlich nicht ansteckend. Es kann jedoch zu einem Befall mit Krankheitserregern wie Pilzen, Viren oder Bakterien kommen – dann ist ein Ekzem infektiös und Hautkontakt sollte vermieden werden. Deshalb gilt auch, dass alle Hauterkrankungen, die bakteriellen Ursprungs sind – dazu zählen zum Beispiel Wundrose oder Eiterflechte – im hohen Maße ansteckend sind. Es ist also Vorsicht im Umgang mit Betroffenen geboten, damit diese Hauterkrankungen nach einem Kontakt nicht übertragen werden.

Wie häufig kommen Hauterkrankungen vor?

In ihrer Gesamtheit kommen Hauterkrankungen so häufig vor, dass sie zu den Volkskrankheiten gerechnet werden können. Von einer Schuppenflechte sind circa 2,5 Prozent der deutschen Bevölkerung betroffen. An Neurodermitis hingegen leiden 3,5 Prozent; genauso viele, wie an der Nesselsucht. Ekzeme – die verschiedenen Formen haben können – kommen mit über acht Prozent in der deutschen Gesamtbevölkerung als Hautkrankheit am häufigsten vor.

Susanne Wolf
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Medizinredakteurin
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