Ekzem: Ursachen, Symptome und Behandlungstipps

28. Oktober 2019

9 Min.

Das eine Ekzem gibt es nicht. Vielmehr werden unter dem Begriff Ekzem unterschiedliche Veränderungen der Haut zusammengefasst. Ihnen gemeinsam ist, dass die Symptome auf der Haut mehr oder weniger stark jucken, entzündlich und nicht ansteckend sind. Je nachdem, um welche Art von Ekzem es sich handelt, gibt es eine Vielzahl an Möglichkeiten, wie sich die Hautveränderung vermeiden beziehungsweise deren Beschwerden lindern lassen.



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Ekzem ist nicht gleich Ekzem: Wo sind die Unterschiede?

Bei einem Ekzem liegt eine Entzündung der äußeren Hautschichten vor, sprich der Epidermis (Oberhaut) und Dermis (Lederhaut). Da es eine Vielzahl an Ekzemen gibt, ist es nahezu unmöglich, alle Arten in einem überschaubaren Rahmen aufzuzählen und zu beschreiben. Es existieren jedoch mehrere Unterscheidungskriterien, nach denen die Hautentzündungen eingeordnet werden können, so zum Beispiel anhand

  • der Lokalisation (zum Beispiel Hand- und Fußekzem),
  • des Krankheitsverlaufes (akut, chronisch) oder
  • der Ursachen (endogen = innere / exogen = äußere Auslöser).

Darüber hinaus werden manche Ekzeme nach dem Entstehungszeitpunkt differenziert, so beispielsweise beim atopischen Ekzem: Tritt dieses im Säuglingsalter auf, wird es als Milchschorf bezeichnet, während es sich bei Erwachsenen um Neurodermitis handelt.

Welche Ursachen können Ekzeme haben?

Die Auslöser der entzündlichen Erkrankungen der Haut sind entweder endogen (= innerlich) oder exogen (= äußerlich) bedingt. Aber: Die genauen Ursachen der meisten Formen sind noch nicht vollständig von der Wissenschaft erforscht.

Exogene Ekzeme werden durch äußere Einflüsse hervorgerufen und daher auch als Kontaktekzeme bezeichnet. Unterschieden wird hier zwischen allergischen Auslösern wie

  • Metalle (Nickel),
  • Pflanzenpollen und
  • Kosmetikprodukten

sowie nicht-allergischen Auslösern, zu denen unter anderem Chemikalien zählen, wie sie in Putzmitteln oder Textilien vorkommen. Die Reaktion erfolgt in der Regel direkt nach Kontakt mit der auslösenden Substanz und genau an der Hautstelle, die damit in Berührung gekommen ist.

Übrigens sind einige Berufsgruppen wie Friseure, Industriearbeiter oder Reinigungspersonal besonders häufig von Kontaktekzemen betroffen, da ein vermehrter Hautkontakt mit Chemikalien besteht. In einem solchen Fall ist eine Berufskrankheit gegeben.

Wo juckt’s – was ist ein möglicher Auslöser?

  • Kopf: Haarfärbemittel, Shampoo
  • Gesicht: Gesichtskosmetika, Rasierwasser
  • Achselhöhle: Deodorant/Antitranspirant
  • Arm: Uhr/Armband (aus Metall, Leder)
  • Hände: Reinigungsmittel, Handcreme
  • Bein: Strümpfe/Strumpfhose
  • Füße: Antimykotika (Mittel gegen Pilze)
  • Bauch: Knopf (aus Metall, Nickel)
  • Körper: Dusch- oder Badezusätze, Reinigungsmittel, Körperlotion, Kleidung
  • Intimzone: Reinigungsmittel, Kondom

Dem gegenüber muss für die Entstehung eines endogenen Ekzems eine erbliche Vorbelastung bestehen, wie zum Beispiel bei Neurodermitis. Die Symptome werden letztlich durch äußere Einflüsse getriggert. Das können unter anderem der Kontakt mit Hausstaubmilben oder Tierhaaren sein, aber auch seelische Belastungen (Stress, Ängste) oder Faktoren wie kratzige Kleidung sowie trockene Luft können einen Krankheitsschub begünstigen.

Symptome: Welche optischen Merkmale haben Ekzeme?

Auch wenn die Ursachen von Ekzemen unterschiedlich sind, so gibt es im Erscheinungsbild doch einige Gemeinsamkeiten. In der akuten Phase zeigen sich meist folgende Symptome:

Bei schwereren Ekzemen kommt es zusätzlich zur Bildung von Bläschen, die aufplatzen und nässen können. In der Folge verkrusten sie. Werden dabei tiefere Hautschichten beschädigt, kann es zur Narbenbildung kommen.

Verschwinden die Beschwerden auch nach längerer Zeit nicht oder kommt es zu einem erneuten Ausbruch, spricht man von einem chronischen Ekzem.

Übrigens: Wie lange die Beschwerden eines Ekzems andauern, lässt sich pauschal nicht sagen. Denn dies ist immer abhängig davon, um welche Art von Ekzem es sich handelt. Beispielsweise verläuft eine Neurodermitis in Schüben: Betroffene erleben durchaus symptomfreie Phasen, die mehrere Wochen anhalten können, bevor es zu einem erneuten Ausbruch der Erkrankung kommt. Ein solcher akuter Schub wird meist durch äußere Faktoren wie Stress oder bestimmte Lebensmittel hervorgerufen.

Welche Beschwerden bei einem Ekzem auftreten, ist letztendlich von der Art der Hautveränderung sowie deren Ursachen abhängig. Eine Auswahl der gängigsten Hautveränderungen finden Sie in der nachstehenden Bildergalerie.

Hand mit Ekzem (entzündliche Hautveränderung) sowie trockener Haut (Neurodermitis).

Bei Neurodermitis (atopische Dermatitis) handelt es sich um eine chronische, nicht ansteckende Hautentzündung. Die Symptome können hierbei von leichter bis stark trockener Haut bis hin zu entzündeten Hautstellen und starkem Juckreiz reichen.

Nahaufnahme der Haut: Ein Ekzem, Hautrötungen und leichte Knötchen charakterisieren die Kontaktallergie.

Eine Kontaktallergie (Typ-IV-Allergie) wird auch als allergisches Kontaktekzem bezeichnet. Es zeigt sich meist direkt nach Berührung des Allergens (wie Wollwachs oder Nickel). Typisch sind Hautrötungen, Schwellungen der betroffenen Stellen, die Bildung von Knötchen beziehungsweise Bläschen und ein starker Juckreiz.

Frau mit seborrhoischen Ekzem im Gesicht. Hier zeigen sich Hautrötungen und Bläschen.

Die seborrhoische Dermatitis ist ein chronisch auftretendes Ekzem, das sich durch eine scharfe Abgrenzung der geröteten Hautbereiche kennzeichnet, auf denen sich weiße bis gelbliche Schuppen finden. Charakteristisch ist, dass diese Form meist nicht juckt.

Baby hat eine leichte Schuppung auf dem Kopf. Das seborrhoische Ekzem wird hier als Kopfgneis bezeichnet.

Das seborrhoische Ekzem kann auch im Säuglingsalter auftreten und wird dann als Kopfgneis bezeichnet. Typische Symptome sind eine fettige, gelbliche Schuppenkruste und eine leichte Hautrötung unter den Schuppen. In der Regel zeigen sich die Beschwerden auf dem Kopf (Bereich der großen Fontanelle), jedoch kann der Kopfgneis sich bis ins Gesicht ausbreiten.

Die Windeldermatitis zählt zu den Kontaktekzemen und zeigt sich beim Baby als Hautrötung neben dem Windelbereich.

Die Windeldermatitis gehört zur Gruppe der Kontaktekzeme. Dabei kommt es im Windelbereich zu einer flächenhaften Rötung. Die Haut ist wund, schmerzt und juckt. Die Windeldermatitis entsteht meist dann, wenn die Windel nicht oft genug gewechselt wird. Aus dem Urin bildet sich Ammoniak, der die empfindliche Haut des Babys reizt und wund werden lässt. In der Folge fällt es Bakterien und Pilze leichter, sich anzusiedeln und eine Infektion auszulösen.

Gerötete Hautstellen und juckende Bläschen an den Händen sind typisch für das dyshidrotische Ekzem.

Das dyshidrotische Ekzem äußert sich durch juckende Blasen, die vorranging an den Händen, aber auch an den Füßen auftreten können. Meist ist der Ausschlag beidseitig und symmetrisch. Als Ursache kommen verschiedene Faktoren infrage. Bei vielen Patienten liegen jedoch eine allergische Veranlagung und/oder eine atopische Dermatitis vor.

  
Wann zum Arzt?

Einen Hautarzt (Dermatologen) sollten Sie immer dann aufsuchen, wenn die Beschwerden für Sie unerträglich werden oder sich verschlimmern. Auch dann, wenn die Symptome erneut auftreten, ist ein Arztbesuch sinnvoll. Gemeinsam können Sie der Ursache auf den Grund gehen und eine entsprechende Therapie vorantreiben.

Wie sieht die Behandlung aus?

Ganz allgemein gibt es eine Vielzahl von Präparaten, die von Hautärzten und Apothekern zur Behandlung von Ekzemen empfohlen werden: Dazu gehören Arzneien,

  • die Verkrustungen und Schuppen lösen,
  • Entzündungen hemmen,
  • der Rötung entgegenwirken und/oder
  • den Juckreiz stillen.

Da Ekzeme aber unterschiedliche Ursachen und Erscheinungsbilder aufweisen, können sie nicht gänzlich einheitlich behandelt werden. Daher sollte zunächst ein Hautarzt (Dermatologe) eine genaue Diagnose stellen, um welche Art von Ekzem es sich handelt. Denn die Therapie ist abhängig von Art und Ursache:

  • Die Behandlung eines atopischen Ekzems wie Neurodermitis zielt durch den Einsatz rückfettender, feuchtigkeitsspendender Mittel auf eine Verbesserung der Symptome ab. Darüber hinaus sollten die auslösenden Faktoren bestmöglich vermieden werden: Das kann die Reduktion von Stress bedeuten, aber ebenso der Verzicht auf Lebensmittel, die einen Neurodermitis-Schub auslösen. Häufig gehören dazu beispielsweise Kuhmilch, Weizen, Tomaten oder Zitrusfrüchte.
  • Auch bei allergischen Kontaktekzemen können zunächst entzündungshemmende Salben eingesetzt werden. Auf lange Sicht ist es jedoch wichtig, die Substanz, die die Hautkrankheit verursacht, weitgehend zu meiden.
  • Dem gegenüber wird bei der Therapie des seborrhoischen Ekzems auf Mittel mit pilzabtötender Wirkung gesetzt. Ferner sind Präparate gefragt, die bei der Abschuppung helfen (Keratolytika).

Bei einem bakteriellen Befall kann der Arzt zusätzlich die Gabe von Antibiotika verordnen. Darüber hinaus ist darauf zu achten, die Haut nicht noch weiter zu reizen.

Hautpflege und Co.: Tipps im Umgang mit Ekzemen

Wenn eine Neigung zu Hautekzemen – zum Beispiel durch erbliche Veranlagung – besteht, kommt einer konsequenten und intensiven Hautpflege eine große Bedeutung zu. Diese richtet sich – wie schon in der Therapie – nach Art und Ursache der Hautkrankheit: Beispielsweise ist es bei einer Veranlagung zu einer trockenen Haut wichtig, den Feuchtigkeitsverlust auszugleichen. Zur Vorbeugung sollten Sie außerdem zu heiße Wasser- und zu ausgiebige Sonnenbäder meiden, da diese die Haut zusätzlich austrocken.

Bei vielen Hautkrankheiten ist es zudem unerlässlich, im Alltag auf Dinge und Inhaltsstoffe zu verzichten, welche die Gefahr bergen, ein Ekzem zu entfachen. Seien Sie also vorsichtig im Umgang allergieauslösenden Substanzen wie Putzmitteln oder Lotionen, die Alkohol enthalten, da diese die Haut reizen können. Aktives wie passives Rauchen sollten Sie ebenfalls meiden, da im Tabak hautreizende Stoffe enthalten sind.

Grundsätzlich empfiehlt es sich, das Immunsystem zu stärken: Achten Sie daher auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung.

Tanja Albert
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Medizinredakteurin
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