Einen Befall mit Kopfläusen richtig behandeln

Sie haben bei Ihrem Kind Kopfläuse gefunden und fragen sich, welches das beste Mittel zur Behandlung des Befalls ist? Neben einem Läusekamm und verschiedenen Hausmitteln gibt es eine Reihe moderner Pharmazeutika auf dem Markt, die eine wirksame Therapie versprechen. Doch nicht alle Maßnahmen sind gleichermaßen wirksam. Hier finden Sie eine Aufstellung der verschiedenen Möglichkeiten, Kopfläuse zu behandeln.

Kopfläuse behandeln: Erfolg der Therapie wird mittels eines Läusekamms überprüft.

Kopfläuse: Grundlegendes zum Behandeln der Plagegeister

Tummeln sich Läuse auf der Kopfhaut, sind davon meist Kinder betroffen. Eltern haben dann bei der Behandlung die Qual der Wahl, auf welches Mittel sie sich verlassen wollen. Zur Auswahl stehen:

  • Läusekamm
  • chemische (toxische) Läusemittel
  • physikalisch wirksame Läusemittel
  • diverse Hausmittel

Die in Apotheken erhältlichen Produkte unterscheiden sich grundlegend sowohl im Wirkmechanismus als auch in der Darreichungsform. Die Hersteller bieten Sprays, Shampoos, Lotionen, Tinkturen und Gels an.

Sprays sollen angeblich den Nachteil haben, dass das Kind die fein verteilten Tröpfchen leicht einatmen kann, was unter Umständen Hustenanfälle verursacht. Insbesondere bei Läusemitteln auf Öl-Grundlage ist das jedoch aufgrund der Konsistenz unwahrscheinlich – denn Öle zerstäuben nicht in dem Maße. Zudem besitzt diese Darreichungsform als Spray den Vorteil, dass der Wirkstoff gleichmäßig auf der Kopfhaut verteilt wird.

Empfehlenswert ist eine Kombination verschiedener Methoden, um Kopfläuse zu behandeln, beispielsweise von einem physikalischen Läusemittel und einem Läusekamm.

Ganz wichtig:
Eine einmalige Behandlung reicht in fast allen Fällen nicht aus,
um die Kopfläuse endgültig vom Kopf zu vertreiben. Der Grund: Sehr junge Nissen können nur schwer abgetötet werden. Einige Zeit nach der Behandlung schlüpfen aus ihnen dann frische Kopfläuse und das Problem beginnt vom Neuem. Daher empfiehlt das Robert-Koch-Institut, nach circa acht bis zehn Tagen die Kopfläuse erneut zu behandeln.

Läusekamm: Die klassische Methode gegen Kopfläuse

Die althergebrachte Methode, Kopfläuse zu behandeln, ist ein spezieller Läusekamm. Der Kamm besitzt lange, eng stehende Zacken, mit denen Sie die Läuse, Eier und Nissen auskämmen können.
Diese Methode hat den Vorteil, dass man dafür lediglich einen Läusekamm, Haarspülung und viel Geduld benötigt. Sie birgt jedoch auch einige Nachteile:

  • Die Anwendung muss regelmäßig – circa viermal mit jeweils vier Tagen Abstand – durchgeführt werden und ist daher recht aufwändig.
  • Jede Haarsträhne muss einzeln gekämmt werden, wodurch sich die Behandlung in die Länge ziehen kann. Die Betroffenen müssen währenddessen still dasitzen – was besonders Kindern oft schwerfällt.
  • Ein Läusekamm gilt nicht als besonders zuverlässige Methode, Kopfläuse zu bekämpfen. Die Gefahr ist hoch, dass einzelne Läuse oder Nissen übersehen werden und sich rasch wieder vermehren.

Es ist jedoch empfehlenswert, den Läusekamm in Kombination mit Läusemitteln aus der Apotheke zu nutzen, die speziell zur Anwendung bei Kopflausbefall geeignet sind.

Für welches Produkt Sie sich auch entscheiden, achten Sie darauf, dass Sie nur zugelassene und erprobte Mittel kaufen. Ihr Apotheker oder gegebenenfalls Ihr Arzt helfen Ihnen gerne weiter.

– Anzeige –

Spezielle Läusemittel: Zwei Wege, einen Befall mit Kopfläusen zu behandeln

Moderne Mittel bekämpfen die Läuse entweder auf chemischem oder auf physikalischem Weg. Sie gelten insgesamt als zuverlässiger im Vergleich zu einem Läusekamm oder Hausmitteln. Dennoch hat besonders die Anwendung von chemischen Läusemitteln auch ihre Nachteile.

Chemische Läusemittel

Als die beiden wichtigsten Wirkstoffe der chemischen Methode kommen Pyrethrin beziehungsweise Permethrin zum Einsatz. Pyrethrin ist ein Extrakt aus Chrysantemenblüten, Permethrin sein künstliches Pendant. Die Substanz besitzt eine neurotoxische Wirkung, das heißt, sie greift das Nervensystem der Laus an, die innerhalb kurzer Zeit nach dem Kontakt stirbt. Allerdings besitzt die Methode zwei große Nachteile:

  • Betroffene können Allergien dagegen ausbilden, die sich in Hautreizungen verbunden mit einem Brennen oder einer Rötung äußern können.
  • Die Läuse können eine Widerstandsfähigkeit (Resistenz) gegen die Mittel entwickeln. Das hat zur Folge, dass sich Läuse durch diese Mittel nicht mehr ausreichend bekämpfen lassen.

Da toxisch wirkende Läusemittel die Eier nicht angreifen, ist eine weitere Behandlung nach circa acht Tagen angebracht, um später geschlüpfte Läuse abzutöten.

Physikalisch wirkende Läusemittel

Eine Methode, die weitgehend nebenwirkungsfrei ist, ist der Einsatz von Produkten auf der Basis spezieller Öle. Diese Öle, meist Silikonöle wie Dimeticon, vermögen die Oberfläche von Objekten komplett zu überziehen. Im Fall der Kopfläuse verstopft die Substanz die Atemöffnungen und gelangt in die Atemwege des Insekts (Tracheen). Innerhalb von circa zehn Minuten ist die Kopflaus erstickt. Die physikalische Methode hat die Vorteile, dass die Öle

  • keine bekannten Allergien auslösen und
  • ungiftig sind.

Auch Resistenzen dagegen sind kaum möglich, da sie nicht in den Stoffwechsel der Kopflaus eingreifen, sondern rein physikalisch wirken, indem sie die Atemöffnungen verschließen.

Mit Hausmitteln Kopfläuse behandeln?

Neben den als zuverlässig geltenden Mitteln gegen Kopfläuse kursieren auch zahlreiche Hausmittel, die ebenfalls einen Befall behandeln sollen. Vergleichsweise häufig ist die Rede von:

  • Essig beziehungsweise Essigwasser
  • intensiver Haarwäsche
  • verschiedenen Ölen, zum Beispiel Oliven- oder Kokosöl
  • Hitze durch Sauna oder einen heißen Fön
  • ätherischen Ölen, etwa aus Eukalyptus oder Teebaum

Allen Hausmitteln ist zunächst einmal gemeinsam, dass es keine geprüften Daten gibt, die ihre Wirksamkeit bestätigen. Ganz im Gegenteil ist es so, dass beispielsweise Saunabesuche, Wärme von einem Fön oder intensive Haarwäschen keine Wirkung gegen Kopfläuse haben.

Einige der Hausmittel können zudem schädlich für die Kopfhaut sein und Beschwerden hervorrufen. So wird eine allzu große Hitze oft als sehr unangenehm empfunden und ätherische Öle können Reizungen und allergische Reaktionen zur Folge haben. Besser ist es daher, auf geprüfte Mittel aus der Apotheke zurückzugreifen, um Kopfläuse zu behandeln.

Kopfläusen vorbeugen statt behandeln: Geht das?

Viele Eltern fragen sich, ob sie Kopfläusen vorbeugen können – und sich so vielleicht ein lästiger Befall vermeiden lässt. Im Handel werden hierzu verschiedene Mittel wie beispielsweise spezielles Shampoo oder sogenannte Läuse-Abwehr-Sprays angeboten. Diese sind jedoch nicht empfehlenswert, denn ihre Wirkung ist nicht nachgewiesen. Zudem können die enthaltenen Substanzen Allergien auslösen oder den Organismus belasten.

Einem Läusebefall kann also nicht vorgebeugt werden. Einzig regelmäßige Kontrollen und eine sofortige Behandlung können verhindern, dass sich Kopfläuse weiter ausbreiten.

Fazit zur Behandlung von Kopflausbefall

Unabhängig von der Entscheidung, die Sie treffen: Lesen Sie sich bitte aufmerksam die Packungsbeilage der gekauften Produkte durch. Shampoos, Sprays oder Mittel, die sich direkt in die Kopfhaut einmassieren lassen, sind Hausmitteln immer vorzuziehen.

Einen Befall mit Kopfläusen behandeln Sie am besten mit physikalisch wirkenden Produkten. Sie besitzen Eigenschaften, die Resistenzen seitens der Läuse verhindern, sind gut verträglich und unkompliziert in der Anwendung.

Hier weiterlesen:

Mittel gegen Kopfläuse >>

Shampoo gegen Kopfläuse >>

Hilfe bei Kopfläusen Anzeige >>