- Wirkung: schützt die Haut vor UV-Strahlung, Sonnenbrand und Hautkrebs
- Anwendung: 2 Gramm pro Quadratzentimeter Haut, 20 bis 30 Minuten vor Sonneneinstrahlung auftragen, regelmäßig nachcremen8
- Haltbarkeit und Lagerung: ungeöffnet bis zu 3 Jahre, geöffnet in der Regel 12 Monate; kühl und trocken lagern, vor direkter Sonne schützen9
- Umweltschutz: bestimmte UV-Filter können sich schädlich auf die Umwelt auswirken, beispielsweise auf Korallenriffe
- Häufig gestellte Fragen
Warum ist Sonnenschutz wichtig?
An sich ist Sonne gut für die Haut, da sie unter anderem durchblutungsfördernd wirkt.1 Zudem hat die Sonne eine positive Wirkung auf das Hautmikrobiom (kleine Mikroorganismen auf der Haut) und fördert die Bildung von Endorphinen („Glückshormone“), die schmerzlindernd, stimmungshebend und stresssenkend wirken.1
Voraussetzung für die positiven Effekte der Sonne ist jedoch ein maßvoller Umgang. Denn zu viel Sonne kann gesundheitliche Folgen nach sich ziehen. Besonders die ultraviolette Strahlung (UV-Strahlung) ist hochgefährlich, da sie tief in die Haut eindringt und das Reparatursystem der Haut schädigt.
Ein übermäßiger und ungeschützter Aufenthalt in der Sonne kann unter anderem zu den folgenden gesundheitlichen Problemen führen:
- Überempfindlichkeit der Haut: Manche Menschen leiden an einer sogenannten Sonnenallergie, bei der die Haut empfindlicher auf Sonneneinstrahlung reagiert. Dies kann zu Rötungen oder Ausschlägen führen.
- Sonnenbrand: Bei sehr hellen Hauttypen kann es bereits nach 10 Minuten ohne Sonnenschutz zu einem Sonnenbrand kommen.2
- Frühzeitige Hautalterung: UVA-Strahlen dringen tief in die Haut ein und können zu Falten, Pigmentflecken und einer schlaffen Hautstruktur führen.
- Hautkrebs: Langfristig erhöht sich das Risiko für Hautkrebs, insbesondere bei wiederholtem Sonnenbrand oder anhaltender UV-Belastung.3
Es ist daher wichtig, sich der Risiken bewusst zu sein und die Haut entsprechend zu schützen. Sonnencreme ist ein unverzichtbares Mittel, um die Haut vor den schädlichen Auswirkungen der UV-Strahlung abzuwehren.
Was ist UV-Strahlung?
Im Sonnenlicht kommen vor allem zwei Strahlenarten vor:
- ultraviolette Strahlung (UV-Strahlung): fördert unter anderem die Bildung von Vitamin D
- infrarote Strahlung: hauptsächlich für die Wärmewirkung der Sonne verantwortlich
Die Ultraviolette Strahlung wird unterteilt in:
- UV-A-Strahlen dringen tief in die Haut ein und sind das ganze Jahr präsent, auch bei bewölktem Himmel oder im Winter.
- UV-B-Strahlen sind kürzer und energiereicher als UV-A-Strahlen. Sie sind in den Sommermonaten und zu den Mittagsstunden stärker.
- UV-C-Strahlen spielen im Rahmen des Sonnenschutzes keine Rolle, da diese vollständig von der Erdatmosphäre abgefangen werden.
Wie wirkt Sonnencreme?
Sonnencreme ist nicht gleich Sonnencreme. Sie unterscheidet sich vor allem hinsichtlich des Schutzfilters und der entsprechenden Schutzwirkung.
Es gibt zwei Hauptarten von Schutzfiltern:
- Chemische Filter schützen die Haut durch organische Filterverbindungen. Diese Substanzen können UV-Strahlung einer bestimmten Wellenlänge aufnehmen und in Wärme umwandeln.
- Physikalischer Lichtschutz wirkt dagegen mit mineralischen Filtern. Er basiert auf dem Spiegelungsprinzip: Dabei reflektieren Titanoxid- oder Zinkoxid-Partikel die Strahlung und verhindern so das Eindringen der UV-Strahlen.
Ob Sie sich nun für einen chemischen oder mineralischen Filter entscheiden, hängt von individuellen Bedürfnissen und Vorlieben ab. Wer zu empfindlicher Haut neigt oder auf Umweltaspekte achtet, ist mit mineralischem Sonnenschutz oftmals besser beraten. Für eine leichte Anwendung und schnelle Absorption könnte chemischer Sonnenschutz besser geeignet sein. Wer sich nicht entscheiden kann, findet auch Produkte, die beide Lichtschutzsysteme kombinieren.
Ist Sonnencreme krebserregend?
Nein, Sonnencreme ist nicht krebserregend– zumindest nicht, wenn die verwendeten UV-Filter in der Europäischen Union bewertet und zugelassen wurden.4 Anders sieht es bei älteren Sonnencremes aus: Produkte mit Octocrylen sollten nicht mehr verwendet werden, da sich der Inhaltsstoff über die Zeit zu Benzophenon zersetzen kann, das als vermutlich krebserzeugend gilt.10
Einige Cremes enthalten zudem Weichmacher wie Phthalate, die in hohen Mengen problematisch sein können. In der EU zugelassenen Produkten sind sie jedoch nur in unbedenklichen Mengen enthalten.
Der Lichtschutzfaktor (LSF) ist ein wichtiger Indikator für die Schutzwirkung von Sonnencreme. Er gibt an, wie lange man sich in der Sonne aufhalten kann, ohne einen Sonnenbrand zu bekommen. Zum Beispiel bedeutet ein LSF 30, dass man theoretisch 30-mal länger in der Sonne bleiben kann als ohne Sonnenschutz. Dabei ist zu beachten, dass die Haut je nach Typ unterschiedliche Anforderungen hat:5
- Hauttyp I (sehr helle Haut): LSF 50+
- Hauttyp II (helle Haut): LSF 30 bis 50
- Hauttyp III (helle bis beige Haut): LSF 25 bis 30
- Hauttyp IV (olivfarbene Haut): LSF 20 bis 25
- Hauttyp V-VI (dunkle bis sehr dunkle Haut): LSF 15 bis 20
Allgemein gilt: Je höher der LSF, desto mehr Schutz bietet die Creme! Ein vollständiger Schutz ist jedoch auch bei sehr hohem Lichtschutzfaktor nicht möglich. Daher sollten Sie zusätzlich weitere Schutzmaßnahmen ergreifen, wie das Tragen von Sonnenhüten, schützender Kleidung und das Meiden der direkten Sonne, insbesondere während der Mittagszeit.
Achtung bei Babys und Kindern!6
Die Haut von Babys unter 1 Jahr ist besonders empfindlich. Daher sollten sie niemals direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt werden und das Auftragen von Sonnenschutzmitteln ist zu vermeiden. Für ältere Kinder ist es wichtig, speziell für Kinder geeignete Sonnenschutzmittel zu verwenden, die einen hohen Lichtschutzfaktor (mindestens 30) bieten und frei von schädlichen Inhaltsstoffen sind.
Sonnencremes gibt es in verschiedenen Konsistenzen, die je nach Hauttyp und Anwendung gewählt werden sollten:
- Creme: Ideal für trockene oder empfindliche Haut, da sie intensive Feuchtigkeit bietet.
- Lotion: Leichter und schneller einziehend, gut für normale Haut oder größere Flächen.
- Gel: Besonders geeignet für fettige oder zu Akne neigende Haut, da es schnell einzieht und nicht fettig wirkt.
Einige Sonnenschutzmittel tragen die Bezeichnung „wasserfest“. Um sich so nennen zu dürfen, müssen sie nach zweimaligem Wasserkontakt (jeweils 20 Minuten Planschen) noch mindestens 50 Prozent ihres ursprünglichen Lichtschutzfaktors bieten.7 Diese Produkte sind besonders für Sport und Wasserkontakt geeignet, da sie auch bei Schwitzen oder Schwimmen zuverlässigen Schutz bieten.
Kann man Vitamin D trotz Sonnencreme aufnehmen?
Ja, auch mit Sonnencreme kann der Körper weiterhin Vitamin D produzieren. Das Mittel schützt zwar vor schädlicher UV-Strahlung, lässt aber immer noch eine geringe Menge UV-B-Strahlen – die für die Produktion des Vitamins verantwortlich sind – durch, sodass die Haut weiterhin Vitamin D bilden kann. Auch wenn die Aufnahme eingeschränkt ist, sollte der Schutz vor UV-Strahlen immer Vorrang haben, um Sonnenbrand und Hautkrebsrisiko zu vermeiden.
Optimaler Sonnenschutz: Wie trägt man Sonnencreme richtig auf?
Um den bestmöglichen Sonnenschutz zu gewährleisten, ist es entscheidend, die Sonnencreme korrekt anzuwenden. Dafür sind folgende Punkte zu beachten: 8
- Richtige Menge: Pro Quadratzentimeter Haut sollten 2 Milligramm Sonnenschutzmittel – bei einem Erwachsenen entspricht dies circa 30 Milliliter, also ungefähr 4 gehäuften Esslöffeln. Tragen Sie die Creme gleichmäßig auf alle exponierten Hautstellen auf. Achten Sie darauf, dass besonders häufig vergessene Stellen wie Ohren, Füße oder Nacken ebenfalls gut geschützt sind.
- Richtiger Zeitpunkt: Das Sonnenschutzmittel sollte 20 bis 30 Minuten vor dem Aufenthalt in der Sonne aufgetragen werden. So hat die Creme genug Zeit, um sich vollständig zu entfalten und die Haut zu schützen.
- Regelmäßiges Nachcremen: Um den Lichtschutz aufrecht zu erhalten, sollten Sie Sonnencreme mindestens alle 2 Stunden erneut auftragen. Aber auch nach dem Schwimmen, starkem Schwitzen oder Abtrocknen sollte das Nachcremen unbedingt wiederholt werden, um den Schutz weiterhin zu gewährleisten.
Wie lange hält Sonnencreme? Alles Wichtige zur Haltbarkeit und Lagerung
Die Haltbarkeit und richtige Lagerung von Sonnencreme sind entscheidend, um den bestmöglichen Schutz zu gewährleisten. Hier sind einige wichtige Punkte, die Sie beachten sollten:
- Haltbarkeit geöffneter Sonnencreme: Nach dem Öffnen verringert sich die Haltbarkeit. Auf der Verpackung finden Sie oft ein Symbol, das angibt, wie lange das Produkt nach dem Öffnen mindestens haltbar ist – zum Beispiel „12M“ für 12 Monate.8
- Haltbarkeit ungeöffneter Sonnencreme: In der Regel halten sich ungeöffnete Produkte bis zu 3 Jahre, wenn sie richtig gelagert werden.9
Beachten Sie folgende Tipps bei der Lagerung:
- Lagern Sie die Sonnencreme an einem kühlen, trockenen Ort, beispielsweise in einer Schublade im Flur.
- Vermeiden Sie direkte Sonneneinstrahlung auf das Produkt, da hohe Temperaturen die Wirksamkeit beeinträchtigen können.
- Achten Sie darauf, die Flasche immer gut zu verschließen, um die Creme vor Verunreinigungen zu schützen.
Sind Sie sich unsicher, ob ein Produkt noch wirksam ist, können Sie dieses auf Konsistenz, Farbe oder Geruch überprüfen. Beispielsweise können ein ranziger Geruch oder braune Verfärbungen darauf hinweisen, dass das Produkt nicht mehr stabil ist und möglicherweise nicht mehr den gewünschten Sonnenschutz bietet. Auch eine starke Trennung von Flüssigkeit und Creme kann auf eine verminderte Qualität hinweisen.
Kurzer Exkurs: Welche Auswirkungen hat Sonnenschutz auf die Umwelt?
Sonnencremes tragen zwar wesentlich zum persönlichen Hautschutz bei, können jedoch auch negative Auswirkungen auf die Umwelt haben, insbesondere auf empfindliche Ökosysteme im Wasser. Bestimmte UV-Filter wie Oxybenzon und Octinoxat wurden mit Korallenschäden in Verbindung gebracht, da sie ins Wasser gelangen und die empfindlichen Korallenriffe schädigen können, indem sie Korallenbleiche fördern und die Reproduktion beeinträchtigen.
Um die Umwelt zu schonen, empfehlen sich reef-safe Produkte, die ohne schädliche Chemikalien auskommen und Korallenriffe nicht gefährden. Diese Produkte enthalten häufig mineralische Filter wie Zinkoxid und Titandioxid, die eine umweltfreundlichere Alternative darstellen.
Häufig gestellte Fragen zu Sonnencreme
Ja, in Maßen kann Sonnenlicht positive Effekte auf die Haut haben, wie die Produktion von Vitamin D und die Förderung des Hautmikrobioms. Zu viel Sonne kann jedoch zu Sonnenbrand und langfristig zu Hautkrebs führen.
Ja, auch mit Sonnencreme wird Vitamin D produziert, da die Creme nur einen Teil der UV-B-Strahlen blockiert. Allerdings verringert sich mit Auftragen von Sonnenschutzmitteln die aufgenommene Menge an Vitamin D. Der Schutz vor UV-Strahlung hat jedoch Vorrang, um Sonnenbrand und das Hautkrebsrisiko zu verringern.
Ohne Sonnenschutz erhöht sich das Risiko für Sonnenbrand, der die Haut schädigt und das Risiko für frühzeitige Hautalterung sowie Pigmentflecken steigert. Im schlimmsten Fall kommt es zu Hautkrebs.
Ein Lichtschutzfaktor (LSF) 30 verlängert den Schutz etwa 30-mal im Vergleich zu ungeschützter Haut. Die Schutzdauer hängt vom Hauttyp ab: Sehr helle Hauttypen (Hauttyp 1) haben eine Eigenschutzzeit von etwa 5 bis 10 Minuten, was mit LSF 30 rund 150 Minuten (ca. 2,5 Stunden) Schutz bedeuten würde. Es wird jedoch empfohlen, sich alle 2 Stunden nachzucremen beziehungsweise nach dem Schwimmen, Schwitzen oder Abtrocknen, um den Schutz aufrechtzuerhalten.
Ja, man kann trotz Sonnencreme braun werden. Sonnencreme schützt die Haut vor schädlicher UV-Strahlung, blockiert jedoch nicht alle Strahlen, sodass die Melaninproduktion weiterhin angeregt wird. Durch den Sonnenschutz erfolgt der Bräunungsprozess allerdings langsamer.
Ungeöffnete Sonnencreme ist in der Regel bis zu 3 Jahre haltbar. Nach dem Öffnen sollte sie innerhalb der auf der Verpackung angegebenen Zeit verwendet werden, meist 12 Monate. Achten Sie auf Veränderungen in Konsistenz, Geruch oder Farbe, da diese auf eine verminderte Wirksamkeit hinweisen können. Lagern Sie die Creme an einem kühlen, trockenen Ort, um ihre Haltbarkeit zu verlängern9