Hitzepickel: Entstehung, Aussehen und Hilfe

5. Dezember 2019

8 Min.

Viele Menschen bringen Hitzepickel vor allem mit Babys und Kleinkindern in Verbindung – doch auch bei Erwachsenen können sie vorkommen. Ursache ist ein Wärmestau, wodurch der Schweiß keine Möglichkeit zum Verdunsten findet und sich in den Hautporen staut. Folglich entstehen kleine Bläschen am Körper, die nicht nur optisch störend sind, sondern auch mit Juckreiz und Entzündungen einhergehen können. Was hilft dagegen? Und wie lassen sich Hitzepickel vermeiden?

Frau leidet unter Hitzepickeln am Rücken.


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Schon gewusst?

Im Volksmund sind Hitzepickel auch unter Hitzeblattern, Hitzeausschlag, Schweißbläschen, Schweißfrieseln oder Roter Hund bekannt. In der Fachsprache werden sie als Miliaria beziehungsweise Dermatitis hidrotica bezeichnet.

Wie entstehen Hitzepickel?

Im Gegensatz zu einer Sonnenallergie, der eine entzündliche Reaktion gegen UV-Strahlen zugrunde liegt, entstehen Hitzepickel dann, wenn sich Wärme am Körper staut. Das kann unterschiedliche Gründe haben, beispielsweise zu warme, enganliegende oder nicht atmungsaktive Kleidung, aber auch der Aufenthalt in tropischen Ländern mit hoher Luftfeuchtigkeit ist ein möglicher Auslöser. In der Folge kann der Schweiß nicht verdunsten und es kommt zu einer Verengung in den Ausführungsgängen der Schweißdrüsen – die Poren verstopfen und es können sich kleine Pickel auf der Haut bilden. Warum dies im Einzelfall passiert, lässt sich nicht immer klären.

Besonders häufig ist der Ausschlag dort am Körper anzutreffen, wo sich viele Schweißdrüsen befinden. Dazu zählen:

  • Achseln
  • Dekolleté
  • Rücken
  • Po
  • Oberschenkel
Wissenswertes für Eltern:

Bei Babys und Kleinkindern sind die Hautporen noch recht klein, weswegen es bei ihnen leichter zu einer Verstopfung der Schweißdrüsen kommen kann. Oftmals liegt die Ursache im Tragen von zu warmer und dicker Kleidung. Bei Säuglingen sind die Hitzepickel zudem häufiger im Windelbereich vorzufinden.

Hitzepickel erkennen: Was sind gängige Anzeichen?

Nahaufnahme von Hitzepickeln auf der Haut.

Typischerweise zeigt sich der Hautausschlag durch folgende Symptome:

Besonders charakteristisch sind die hirsekorngroßen Bläschen, die oberflächlich auf der Haut liegen. In der Regel sind sie mit einer klaren bis milchigen Flüssigkeit gefüllt. Je nachdem, wie stark die Ausführungsgänge der Schweißdrüsen verstopft sind, kann der Ausschlag noch jucken und/oder die Hautoberfläche brennt.

Aus klinischer Sicht werden Hitzepickel – je nach Lokalisation des Schweißdrüsenverschlusses – in vier Gruppen eingeteilt. Die Formen weisen dabei unterschiedliche Symptome auf.

  • Miliaria cristallina: Dabei handelt es sich um die mildeste Form. Sie entsteht durch den Verschluss der Schweißdrüsenausführungsgänge in der obersten Schicht der Epidermis (Stratum corneum). Da die Bläschen frei von Bakterien sind, erscheinen sie klar und durchsichtig.
  • Miliaria rubra: Bei dieser Form ist die Verengung unterhalb der Körnerzellschicht (Stratum granulosum), die die dritte Schicht der Epidermis darstellt, vorzufinden. Die Hitzepickel sind eher gerötet, die betroffene Hautstelle juckt. Hervorgerufen wird die Miliaria rubra entweder durch den Befall mit Bakterien oder die irritative Schweißwirkung.
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  • Miliaria pustulosa: Diese Form liegt vor, wenn ein stärkerer Bakterienbefall vorhanden ist (bakterielle Superinfektion). Die Bläschen entzünden sich und bilden sich zu eitrigen Pusteln aus.
  • Miliaria profunda: In seltenen Fällen kommt es zu einer Verstopfung der tiefliegenden Ausführungsgänge, die feste, oft schmerzhafte Knoten zu Folge hat.
Wann zum Arzt?

Medizinischen Rat sollten Sie dann einholen, wenn innerhalb von ein paar Tagen keine Besserung des Ausschlags eintritt, sich die Beschwerden gar verschlimmern oder Fieber hinzukommt. Ansprechpartner sind hier sowohl der Haus- als auch der Hautarzt (Dermatologe).

Was kann gegen den Hitzeausschlag helfen?

Bei einer leichten Form ist meist keine medikamentöse Behandlung nötig. Stattdessen sollten Sie die Ursache für den Wärmestau beseitigen und so dem Schweiß die Möglichkeit geben, zu verdunsten. Sobald die Schweißdrüsen wieder frei sind, verschwinden nach einiger Zeit auch die Pickelchen. Das bedeutet beispielsweise aus der Sonne zu gehen und einen kühlen, schattigen Ort aufzusuchen. Auch überflüssige Kleidung sollten Sie ablegen und lieber auf atmungsaktives Material wie Baumwolle oder Leinen setzen.

Als Hausmittel bietet sich eine lauwarme bis kühle Dusche an – alternativ können Sie betroffene Stellen auch mit einem feuchten Waschlappen abtupfen. Bei Babys ist es hilfreich, die Windeln öfter zu wechseln, um ein feucht-warmes Klima am Po zu vermeiden. Lassen Sie Ihr Kind außerdem so oft es geht ohne Windeln krabbeln oder laufen.

Bitte nicht kratzen!

Sollten die Hitzepickel jucken, widerstehen Sie dem Drang sich zu kratzen. Denn dadurch können sich die Bläschen öffnen und Schmutz sowie Erreger haben es leichter einzudringen – die Haut entzündet sich möglicherweise. Um den Juckreiz zu lindern, klopfen Sie stattdessen auf die betroffene, geschlossene Hautstelle oder kühlen Sie diese.

Im Fall, dass die Bläschen nicht von selbst verschwinden, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Er verschreibt Ihnen beispielsweise eine Creme auf Zinkbasis. Diese wirkt entzündungshemmend, mildert den Juckreiz und unterstützt die Wundheilung. Bei starkem Juckreiz ist es zudem möglich, dass der Mediziner Antihistaminika (juckreizlindernde Anti-Allergie-Medikamente) zur Linderung verordnet. Ist ein bakterieller Befall gegeben, kann auch die Gabe von Antibiotika nötig sein.

Zudem können Sie Arzneimittel aus der Homöopathie ausprobieren. So soll beispielsweise Rhus toxicodendron D12 helfen, wenn die Pickel rot umrandet sind und die Haut juckt beziehungsweise brennt.1 Die Basis für das homöopathische Mittel ist Giftsumach, der in seiner natürlichen Form brennende Hautbläschen verursacht. Gemäß dem Ähnlichkeitsprinzip soll durch die Einnahme einer potenzierten (verdünnten) Form der bläschenartige Hitzeausschlag zurückgehen. Vor der Gabe der Globuli empfiehlt es sich, einen erfahrenen Homöopathen zwecks Dosierung und Einnahmedauer aufzusuchen.

Tipps, um einer Miliaria vorzubeugen

Um es erst gar nicht zu einem Hitzeausschlag kommen zu lassen, sollten Sie folgende Tipps beachten:

  • Tragen Sie bei hohen Temperaturen lockere, luftige Kleidung. Beispielsweise gilt Baumwolle als besonders atmungsaktiv.
  • Vermeiden Sie in den Sommermonaten die pralle Sonne – suchen Sie vor allem zur Mittagszeit ein schattiges Plätzchen auf.
  • Im Schlafzimmer ist eine Raumtemperatur von etwa 17 Grad Celsius zu empfehlen.2 Vermeiden Sie zudem ein zu dickes, warmes Bettzeug.
  • Versuchen Sie, die Schweißproduktion gering zu halten. Eine schweißregulierende Wirkung wird beispielsweise Salbei nachgesagt.
  • Auch ein Antitranspirant kann Abhilfe schaffen – verfügbar sind diese mittlerweile nicht nur als Roll-on für die Achseln, sondern auch als Tücher zur Anwendung am ganzen Körper.
Zusätzlicher Tipp für Eltern:

  • Kleiden Sie sich und Ihr Kind im Winter nach dem Zwiebelprinzip. So können Sie bei Bedarf Schichten wieder ausziehen.
Tanja Albert
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Medizinredakteurin
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