Häufig gestellte Fragen zu Soor

Was ist Soor?

Soor ist eine Hefepilzinfektion, die meist durch den „weißen Hefepilz“ (Candida albicans) ausgelöst wird. Sie äußert sich durch einen starken Juckreiz sowie rötliche, schuppige Pappeln auf der Haut und einen weißlichen Belag auf den Schleimhäuten.

Woran lässt sich Soor erkennen?

Soor unterscheidet sich je nach Ort der Infektion. Auf den Schleimhäuten lässt sich Soor an einem weiß-milchigen Belag erkennen, während die äußere Haut meist schmerzhaft gerötet, geschwollen und schuppig mit einem starken Juckreiz oder Brennen reagiert.

Warum entsteht Soor?

Soor entwickelt sich durch Hefepilze, die sich gewöhnlich auch bei gesunden Menschen auf der Haut und Schleimhaut finden lassen. Durch eine Schwächung des Immunsystems, beispielsweise durch Krankheit oder Stress, vermehrt sich der Pilz übermäßig und verursacht damit die typischen Soor-Beschwerden.

Wie lässt sich Soor behandeln?

Eine Soor-Infektion wird durch Anti-Pilzmittel, sogenannte Antimykotika, behandelt. Je nach Erkrankungsform können diese als Salben, Tropfen, Zäpfchen oder Tabletten angewendet werden.

Ist Soor ansteckend?

Bei Soor handelt es sich um eine Hefepilzinfektion, die grundsätzlich auf andere Menschen übertragen werden kann. Da Hefepilze auch bei gesunden Menschen vorkommen, ist eine Ansteckung mit Soor bei einem intakten Immunsystem aber unwahrscheinlich.

Was ist Soor und wie entsteht er?


Soor ist eine Unterform der Candidose, einer übermäßigen Vermehrung von Hefepilzen der Gattung Candida. Die Hefepilze sind auch bei gesunden Menschen oft auf der Haut und den Schleimhäuten zu finden, ohne dass sie Probleme verursachen. Erst wenn sie sich stark vermehrt an bestimmten Stellen wiederfinden, gelten sie als krankhaft.  

Mediziner unterscheiden bei einer Candidose eine äußerliche und eine innerliche, systemische Infektion. Von Soor ist in der Regel dann die Rede, wenn die Infektion äußerlich, also auf Haut oder Schleimhäuten, zu finden ist."  

Am häufigsten tritt Soor an folgenden Stellen auf: 

  • Mundschleimhaut (Mundsoor) 
  • Vulva (Vaginalsoor/Scheidenpilz) 
  • Penis oder Eichel (Soor-Balanitis) 
  • Windelbereich (Windeldermatitis) 
  • Hautfalten (Hautsoor) 

Damit es so weit kommt, müssen bestimmte Faktoren auftreten, die eine Vermehrung des Pilzes begünstigen. Dazu gehört einerseits ein geschwächtes Immunsystem sowie andererseits eine gestörte Barrierefunktion der Haut (wie sie bei Neurodermitis auftaucht). 1 

Daher sind häufig Babys und kleine Kinder von Soor betroffen, da bei ihnen weder das Immunsystem noch die Schutzfunktion der Haut vollständig ausgereift sind. Aber auch ältere Kinder und Erwachsene können beispielsweise nach einer Krankheit oder der Einnahme von Antibiotika eine Pilzinfektion wie Soor entwickeln. Ebenso tritt Soor, vor allem auf der Mundschleimhaut, nach einer Krebsbehandlung vermehrt auf.  

Systemische Candida-Infektionen

Breitet sich eine Pilzinfektion über den Blutkreislauf aus und befällt innere Organe, bezeichnen Ärzte das als systemische Mykose. Voraussetzung ist hier ein massiv geschwächtes Immunsystem beispielsweise in Folge einer schweren Erkrankung wie einer HIV-Infektion oder Krebs. Eine systemische Candidose kann zu einer lebensbedrohlichen Sepsis führen. Daher sollten Risikopatienten bei Symptomen wie Fieber und Schüttelfrost, Herzrasen und zu niedrigem Blutdruck diese ärztlich abklären lassen und gegebenenfalls vorbeugende Maßnahmen besprechen.2

Risikofaktoren für eine Soor-Infektion


Generell kann Soor bei jedem Menschen auftreten. Dennoch gibt es einige Risikofaktoren, welche die Wahrscheinlichkeit für eine Pilzinfektion erhöhen. Dazu gehören folgende Bedingungen: 

  • Haut- und Schleimhautveränderungen, die dem Hefepilz das Eindringen in den Körper erleichtern, beispielsweise bei chronischen Wunden und unter Verbänden. 
  • Erkrankungen, die das Immunsystem schwächen sowie spezielle Therapien (beispielsweise bei Krebs oder Organtransplantationen). 
  • Verminderte Abwehrkräfte wie sie unter anderem bei Säuglingen oder Senioren zu finden sind, begünstigen eine Pilzinfektion ebenfalls.  
  • Die Einnahme bestimmter Medikamente wie Antibiotika. Sie beeinträchtigen das mikrobiotische Gleichgewicht der Haut und Schleimhäute. 

Darüber hinaus gibt es Faktoren, die besonders den Mund betreffen. Dazu gehören beispielsweise schlecht angepasste Zahnprothesen oder starkes Rauchen. Eine Candidose der Haut kann bei bestimmten Berufsgruppen vermehrt auftreten, bei denen häufig Handschuhe getragen werden müssen, zum Beispiel bei Reinigungspersonal oder Metzgern.  

Symptome von Soor


Ein Kind mit Mundsoor zeigt die Zunge mit dem typischen weißlichen Belag.

Je nachdem wo sich die Candidose bildet, unterscheiden sich auch die Symptome bei Soor. Auf Schleimhäuten wie im Mund oder im Genitalbereich bildet sich ein weißlich, milchig aussehender Belag. Dieser Belag kann zwar abgewischt, aber – im Gegensatz zu beispielsweise Milchresten beim Stillen – nicht vollständig entfernen werden.

Unter dem Belag ist die Schleimhaut normalerweise entzündet und kann bisweilen sogar bluten. Auch Pusteln und Rötungen auf den Schleimhäuten können auf Soor hinweisen.

Auf der äußeren Haut tritt Soor überwiegend an warmen und feuchten Stellen auf. Betroffen sind daher meist Hautfalten oder Stellen, auf denen sich die Haut überlappt. Bei Babys und inkontinenten Patienten kann Soor auch im Windelbereich auftreten. 

Typische Symptome von Soor an der äußeren Haut: 

Diagnose von Soor


Wer eine Hefepilzinfektion vermutet, sollte zunächst einen Arzt aufsuchen. Dabei ist der Hausarzt in der Regel der erste Ansprechpartner, je nach dem Alter des Patienten und dem Ort der Beschwerden kann aber auch ein Kinderarzt, Dermatologe, Urologe oder Gynäkologe die richtige Anlaufstelle sein.

Meistens erkennt ein Arzt eine Soorinfektion schon auf den ersten Blick. Der typische weißliche Belag auf der Schleimhaut oder die Pusteln im Windelbereich sprechen oft schon für eine Soorerkrankung. Auch wenn der Patient in die Zielgruppe (Säuglinge, ältere Menschen oder Personen mit Vorerkrankungen) fällt, liegt die Vermutung von Soor nahe.  

Ob es sich bei den Beschwerden tatsächlich um eine solche Hefepilzinfektion handelt, lässt sich aber erst durch einen Abstrich mit Sicherheit sagen. Dies ist vor allem dann ratsam, wenn die Beschwerden immer wieder auftreten.

Bei Krebserkrankungen oder einer HIV-Infektion lassen sich Candidosen durch regelmäßige Untersuchungen frühzeitig erkennen und behandeln. So können Betroffene beispielsweise mit Hilfe eines Spiegels den Mund selbst immer wieder auf Anzeichen für Mundsoor untersuchen.3 

Therapiemöglichkeiten bei Soor


Um die Ausbreitung des Hefepilzes einzudämmen oder den Pilz abzutöten, sind spezielle Anti-Pilzmittel (Antimykotika) das Mittel der Wahl. Die Anwendungsform unterscheidet sich dabei je nach betroffener Körperregion. Dementsprechend kann das Medikament in Form von Tropfen, Cremes, Zäpfchen oder Tabletten angewendet werden. 

Gut zu wissen

Achten Sie bei einer Candidose darauf, dass die Therapie ausreichend lange durchgeführt wurde. Nehmen Sie daher die Medikamente auch noch mindestens zwei Tage nach dem Abklingen der Symptome weiter ein.4

Tritt die Soor-Infektion auf der äußeren Haut auf, sollten Betroffene die entsprechenden Stellen möglichst trocken halten. Auf diese Weise wird der Rückgang der Infektion unterstützt. Auch regelmäßige Desinfektion der jeweiligen Bereiche kann schnelle Linderung bringen. 

Da Hefepilze keine Seltenheit im menschlichen Mikrobiom sind, sind vorbeugende Maßnahmen meist unnötig. Risikogruppen wie Menschen mit einer HIV-Infektion oder Krebspatienten sind jedoch deutlich anfälliger für Pilzinfektionen. In Absprache mit dem behandelnden Arzt werden in diesen Fällen vorsorglich Antimykotika verschrieben, die eine Ausbreitung von Pilzen verhindern sollen.  

Weitere präventive Maßnahmen unterscheiden sich je nach den betroffenen Bereichen. Frauen können beispielsweise durch locker sitzende Baumwollunterwäsche und dem Vermeiden übertriebener Intimhygiene einem Scheidenpilz vorbeugen. 

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Susanne Wolf Schon seit Kindheitstagen sind Schreiben und das Internet wichtige Bestandteile im Leben von Susanne Wolf. So erstellte sie ihren ersten Blog mit zwölf und konzentrierte sich später im Studium vor allem auf digitales Publizieren. Da sie selber jedes Zipperlein erst einmal googelt, weiß sie, wie wichtig gut recherchierte und gleichzeitig verständliche Artikel im Internet sind. Susanne Wolf Medizinredakteurin kanyo® mehr erfahren
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