Hautpflege: wie pflegt man seine Haut richtig?

12. April 2022

11 Min.

Die Haut ist das flächenmäßig größte Sinnesorgan. Daneben nimmt sie eine Vielzahl von Funktionen wahr. Ihre wesentlichste Aufgabe ist es, den Körper vor äußeren Gefahren abzuschirmen. Dies gelingt der Haut, indem sie zum Beispiel Wunden von innen heraus wieder zum Abheilen bringt oder eine verdickte Hornhaut herausbildet, beispielsweise wenn Schuhe drücken. Eine angemessene Hautpflege kann die Haut nicht nur bei Ihren Funktionen unterstützen, sie kann zudem vielen Krankheiten und Verletzungen vorbeugen. Worauf genau Sie bei der Hautpflege Wert legen sollten, wie Sie damit die Gesundheit und das Aussehen Ihrer Haut beeinflussen können und welche verschiedenen Arten der Hautpflege es gibt, erfahren Sie hier.

Hautpflege zur Unterstützung der Schutzfunktion der Haut.

Warum ist Hautpflege so wichtig?

Die Unterstützung der Schutzfunktion der Haut ist nur ein Ziel der Hautpflege. Darüber hinaus kann man mit einer angemessenen Hautpflege dem natürlichen Alterungsprozess entgegenwirken. Die Haut beginnt bereits ab dem 20. Lebensjahr zu altern. Das Bindegewebe der mittleren Hautschicht, die sogenannte Dermis, fängt an, nachzugeben. Die Folge: Die Haut wird schlaffer und trockener. Zudem bilden sich Falten. Eine effektive Hautpflege kann diesen Prozess verlangsamen und die Haut gesünder erscheinen lassen.

Inwiefern kann man das Aussehen der Haut durch Pflege beeinflussen?

Eine wirkungsvolle Hautpflege zielt darauf ab, die Haut geschmeidiger werden zu lassen. Im Idealfall nimmt sogar die zuvor verloren gegangene Spannkraft der Haut wieder zu. Dafür stehen einige Mittel zur Verfügung. Das Gesicht mit klarem Wasser zu waschen oder Cremes auf die Haut aufzutragen, sind nur zwei davon. Welche Wirkungsstoffe die Cremes enthalten und ob zum Beispiel Lotionen und Öle eher fettig oder doch feucht sein sollten, hängen von der Beschaffenheit der jeweiligen Haut ab.

Welche verschiedenen Wege der Hautpflege gibt es?

Es gibt natürlich nicht nur eine ideale Methode, die Haut richtig zu pflegen. Abhängig ist dies nicht zuletzt vom Typus der eigenen Haut. So unterscheidet man mehrere Hauttypen, deren Hautpflege mitunter ebenso verschieden ist. Im Alltag kommen die trockene Haut und die empfindliche Haut am häufigsten vor und werden im Folgenden näher betrachtet.

Des Weiteren werden die fettige und unreine Haut, die Mischhaut und die reife Haut differenziert.

Die Pflege trockener Haut

Trockene Haut ist primär auf den eigenen Lebensstil und das Alter zurückzuführen. Die Haut ist, beispielsweise aufgrund eines übersteigerten Nikotin- oder Alkoholkonsums, nur noch rudimentär in der Lage, Feuchtigkeit im Körper anzusammeln. Die Folge: Die Haut fühlt sich spröde an und ist mitunter von Schuppen übersät.

Die beste Hautpflege für trockene Haut ist, den Feuchtigkeitsverlust auszugleichen. Parfumfreie Produkte, die dafür viele Vitamine enthalten, gelten als besonders zielführend. Diese belasten die Haut nicht noch zusätzlich. Ebenfalls unterstützend kann vermehrtes Trinken von klarem Wasser sein. Oder das Verzehren von wasserhaltigem Obst und Gemüse wie Gurken. Diese weisen ebenso das Spurenelement Silizium auf, das neben der Haut auch die Haare und Nägel stärkt.

Die Pflege empfindlicher Haut

An empfindlicher oder sensibler Haut leiden besonders viele Menschen. Neben einer erblichen Veranlagung wird diese auch durch Umwelteinflüsse bedingt. Stress spielt dabei ebenso eine Rolle wie klimatisierte Luft, ein Zuviel an Sonneneinstrahlung oder eine allergische Reaktion. Die Folgen sind Hautrötungen, die teilweise jucken. Empfindliche, sensible Haut ist nach außen nicht so sehr geschützt, wie das normalerweise der Fall ist, sodass Krankheitserreger leichter eindringen können.

Im Rahmen der Hautpflege für empfindliche Haut sollten Sie darauf achten, dass die verwendeten Produkte ausschließlich Inhaltsstoffe aufweisen, welche die Haut in ihrer Gesundheit nicht noch weiter beeinträchtigen. Das Gute ist, dass die Pflegeprodukte für empfindliche Haut im Handel als solche gekennzeichnet sind. Damit sollten Sie auf der sicheren Seite sein. Viele Betroffene schwören übrigens zusätzlich auf Wasser aus Thermalquellen, das sie sowohl für heilende Bäder als auch zum Trinken hernehmen.

Gibt es allgemeine Empfehlungen zur Hautpflege? Tipps unabhängig vom Hauttyp

Im Endeffekt geht es darum, gesunde Rahmenbedingungen zu schaffen. Denn wenn es dem Körper als Ganzem gut geht, ist dies ebenso von Vorteil für die Gesundheit der Haut und unterstützt somit auch deren Pflege.

Beachten Sie daher folgende Tipps:

  • Ausreichend Schlaf unterstützt die Hautpflege und lässt die Haut frischer und gesünder aussehen. Durchschnittlich acht Stunden pro Nacht sind ideal.
  • Nach Möglichkeit ausschließlich Essen verzehren, das frische Zutaten enthält und nicht aus Industrieproduktion stammt.
  • Meiden Sie Tabak ebenso wie Alkohol oder UV-Licht.
  • Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE)1 empfiehlt eine Flüssigkeitszufuhr von 1,5 Litern täglich. Nichts ist im Hinblick auf die Hautpflege wichtiger, als die Haut mit genügend Flüssigkeit zu versorgen.
  • Auf eine ausgeglichene Work-Life-Balance achten. Das heißt neben der Arbeit auch Sport treiben, sich viel bewegen und Stress vermeiden.
  • Die Haut nicht zu häufig waschen, da dies ihr Gleichgewicht stören kann. Einmal täglich ist völlig ausreichend.

Außerdem sollten Sie Ihre Hautpflege der Jahreszeit anpassen. Bei vielen ist die Haut im Winter wesentlich trockener als im Sommer. In der kalten Jahreszeit gelangt weniger Wasser an die Oberhaut, da weniger Schweiß produziert wird. Aus diesem Grund darf es im Winter in der Regel eine etwas fettigere Hautpflege sein als im Sommer.

Falls Sie sich in Bezug auf die richtige Hautpflege unsicher sein sollten, können Sie sich von einem Dermatologen, Apotheker oder einer erfahrenen Kosmetikerin beraten lassen.

Hautpflege im Wandel der Zeit

Die Alterung der Haut wird durch zahlreiche Faktoren beeinflusst. Generell unterliegt die Hautalterung in erster Linie intrinsischen und extrinsischen Faktoren.1 Unter intrinsische Faktoren fallen vor allem das Alter und die genetische Veranlagung. Auch hormonelle Veränderungen zählen hierzu. Im Laufe der Zeit wird die Haut schlechter durchblutet, trockener und verliert an Volumen und Elastizität.

Die extrinsischen Hautalterung, auch Lichtalterung genannt, wird hauptsächlich durch UV-Licht, aber darüber hinaus durch Luftverschmutzung, Nikotin und Alkohol begünstigt. Zudem verstärken Stress, Schlafmangel und schlechte Ernährung den Effekt.

Hautpflege ab 30

Mit etwa Ende 20 produziert die Haut Jahr für Jahr etwas weniger Kollagen. Auch die Zellerneuerung wird weniger.1 Dementsprechend kommt es allmählich zu folgenden Hautveränderungen:2

  • Die Grundspannung und Elastizität der Haut lassen allmählich nach.
  • Das Bindegewebe wird schwächer.
  • Es entstehen erste Falten. Dabei handelt es sich meist um mimische Falten. Typisch sind hier feine Linien um die Augen und erste Lachfältchen.
  • Tränensäcke und Schlupflider fangen an sich zu bilden.
  • Durch die verlangsamte Zellerneuerung steckt die Haut Stress und Schlafmangel schlechter weg.

Die regelmäßige Pflegeroutine unterscheidet sich je nach Hauttyp und Hautzustand. Während bei der Vorreinigung Wasser und eine milde Seife ausreichen, empfiehlt sich bei der Nachreinigung von trockener Haut ein alkoholfreies Tonicwasser, während bei fettiger Haut ein alkoholhaltiges Gesichtswasser geeignet ist. Wichtig ist aber vor allem die konsequente Einhaltung der Hautpflege.2

Achtung!
Bei einer gesunden Haut ist ein Hautpeeling in der Regel unnötig, da sich die Hornschuppen von allein ablösen. Jedes Peeling ist ein Eingriff in die intakte Hautgesundheit und sollte nur bei medizinischer Indikation unternommen werden.2

Hautpflege ab 40

Spätestens mit 40 Jahren zeigen sich nun bei den meisten Menschen sichtbare Fältchen. In diesem Alter beginnen viele Frauen und Männer mit einer regelmäßigen Hautpflege, um den Anzeichen der Hautalterung zu begegnen. Typische Zeichen der Hautalterung mit 40 sind:

Wichtig ist auch in dieser Lebensphase den Schutzfilm der Haut zu stärken und nicht durch zu aggressive Hautreinigung zu schädigen. Um den Schutzmechanismus der Haut zu erhalten, helfen folgende kosmetische Maßnahmen:2

  • Verwendung von sanften Waschlotionen, Cremes oder Reinigungsölen.
  • Nicht zu heißes Wasser verwenden.
  • Dusch- und Badegänge kurz halten.
  • Rückfettende Badezusätze verwenden.
  • Zu häufiges Waschen vermeiden.
  • Schutz vor Sonne, Wind und Kälte durch entsprechende Kleidung oder Cremes.
Nicht vergessen: Hautkrebs-Screening!
Zur Hautpflege ab 40 gehört auch das Ausschließen von Erkrankungen wie Hautkrebs. Dementsprechend sollte auch das regelmäßige Hautkrebs-Screening nicht vernachlässigt werden. Mitglieder der gesetzlichen Krankenkassen können den Check ab dem 35. Geburtstag alle zwei Jahre kostenfrei in Anspruch nehmen.3

Hautpflege ab 50

Die Hautspannung nimmt mit 50 weiter ab. Auch die Haltebänder und Gesichtsmuskeln erschlaffen nun immer mehr. Das Fettpolster der Haut wird zunehmend dünner, vor allem an Hals und Dekolleté. Die meisten Veränderungen sind vor allem im Gesicht bemerkbar:

  • Die Kinnlinie wird unschärfer,
  • die Wangen fallen ein und hängen und
  • der Mundwinkel beginnt nach unten zu wandern.

Da die Haut zunehmend trockener wird, kann es zu Juckreiz kommen. Besonders Frauen leiden nun unter stark trockener Haut, da dies zeitgleich eine Begleiterscheinung der Wechseljahre ist. Um den Säureschutzmantel der Haut zu erhalten, ist die richtige Hautpflege umso wichtiger. So ist für reife Haut unter anderem eine Wasser-in-Öl-Emulsion zur Reinigung empfehlenswert. Reinigungscremes sollten beispielsweise mit pflanzlichen Ölen angereichert sein.

Mit zunehmendem Alter werden nachts weniger Lymphflüssigkeit und Schlackenstoffe abtransportiert. Hier können Nachtcremes mit Wirkstoffen aus Ginkgo, Pro-Vitamin-E oder Aminosäuren aus Weizenproteinen die Regeneration der Haut unterstützen.2

Jan Henkel
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Susanne Wolf
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