Vorbeugung gegen Kopfläuse

Eine wissenschaftlich abgesicherte, durch Studien belegte und hundertprozentige Methode dem Befall mit Kopfläusen (Pedikulose) vorzubeugen, gibt es nicht. Die handelsüblichen Produkte, die Sie in der Apotheke oder im Sanitätshaus erwerben können, sind für die Therapie eines bereits bestehenden Befalls vorgesehen. Allerdings gibt es einige Maßnahmen, die einen Befall mit den kleinen Blutsaugern erschweren können.

Kopfläuse vorbeugen durch einen 60 °C - Vollwaschgang

Bei Kindern gegen Kopfläuse vorbeugen

Kinder sind die Hauptbetroffenen eines Läusebefalls. Einrichtungen wie Kindergärten oder Schulen geben regelmäßig Läusealarm. Der Grund für diese Häufung liegt im Sozialverhalten der Kinder, die gerne einen engen Körperkontakt suchen und buchstäblich die Köpfe zusammenstecken. Da Kopfläuse weder fliegen noch springen können, brauchen sie den direkten Kontakt mit dem Kopf. Mit ihren hakenartigen Endgliedern umklammern die Parasiten bei dieser Gelegenheit das Haar des neuen Wirts. Sie kehren gewissermaßen auf der Kopfhaut als Gast ein und saugen mit einem Stechsaugrüssel Blut.

Um Kopfläusen vorzubeugen, müssten Kinder ihr Verhalten ändern – ein recht schwieriges Unterfangen. Außerdem können Kopfläuse durch das gemeinsame Benutzen von Kämmen, Bürsten oder Mützen übertragen werden.

Wird ein Läusebefall entdeckt, darf das betroffene Kind seine Betreuungseinrichtung zunächst nicht weiter besuchen. Erst, wenn eine Therapie begonnen und von den Eltern schriftlich oder mündlich bestätigt wurde, darf das Kind wieder in Kindergarten oder Schule. Bis dahin sollte der Körperkontakt mit dem befallenen Kind vermieden werden. Diese Maßnahme ist laut dem Infektionsschutzgesetzes (§34 Absatz 1) Pflicht  und dient vorbeugend dazu, dass sich die Kopfläuse nicht weiter ausbreiten.

Hygienemaßnahmen: Zuverlässige Vorbeugung gegen Kopfläuse?

Zunächst sei gesagt, Körperhygiene hat nichts mit der Pedikulose zu tun. Die Läuse fühlen sich auf gewaschenen wie ungewaschenen Köpfen gleich wohl. Regelmäßige Haarwäschen mit Anti-Läuseshampoos  verbieten sich, da es sich um Pharmazeutika handelt, die den Organismus – wenn auch nur in geringem Maße – belasten können. Die Anwendung dieser Produkte ist nur als Therapie bei akutem Läusebefall gedacht. Stattdessen sollten Sie darauf achten, dass Ihr Kind bei sehr langen Haaren einen Pferdeschwanz trägt, denn die Insekten können sich an offen getragenen Haaren besser festhalten. Haarlängen unter zwei Zentimeter erschweren den Parasiten das Festhalten. Daher ist eine Kurzhaarfrisur ideal, um einem Läusebefall vorzubeugen.

Regelmäßige Kontrolle der Kopfhaut

Falls schon einmal in der Tagesstätte oder Schule Ihres Kindes Kopfläuse entdeckt wurden, empfiehlt sich die wöchentliche Kontrolle mit dem Läusekamm. Wird der Befall früh diagnostiziert, ist es wesentlich leichter, ihn zu bekämpfen. Das gilt vor allem, bevor die Läuse zur Eiablage gekommen sind. Der Läusekamm, den Sie in Apotheken, Sanitätshäusern oder im Onlinehandel kaufen können, dient sowohl der Kontrolle als auch der Diagnose und Therapie des Läusebefalls.

So wenden Sie einen Läusekamm an:
Die Kämme verfügen über eng beieinanderstehende Zacken.
Damit kämmen Sie das gut durchfeuchtete Haar des Kindes sorgfältig Strähne für Strähne vom Haaransatz zu den Spitzen durch.
Eine handelsübliche Pflegespülung erleichtert das Kämmen.
Streifen Sie den Kamm an einem feuchten Papiertaschentuch ab.

Sind Läuse, Eier oder Nissen (leere Eihüllen) vorhanden, sollten Sie sofort die Betreuungseinrichtung Ihres Kindes benachrichtigen und umgehend mit einer Therapie beginnen. Falls Sie unsicher sind, welche Präparate helfen und wie gut Ihr Kind diese Produkte verträgt, fragen Sie einen Arzt oder Apotheker um Rat.

Zwar hilft die Kontrolle per Läusekamm nur bedingt, Kopfläusen vorzubeugen, aber ein eventueller Befall ist umso besser zu bekämpfen, je früher er entdeckt wird.

Haarbürste & Co.: Auch hier ist Kontrolle angebracht

Nach einer erfolgreich behandelten Pedikulose empfiehlt es sich, Haarbürsten, Kämme, Mützen, Haarspangen und -gummis gründlich mit heißer Seifenlauge zu reinigen. Auch die Kleider und Bettwäsche gehören in die Waschmaschine. Einen Waschgang bei 60 °C überlebt keine Laus. Diese Maßnahmen sollten nach dem überstandenen Kopflausbefall ergriffen werden, dienen jedoch nicht zur Vorbeugung gegen Kopfläuse. Sonstige Kuscheltiere, Wohntextilien wie Polstermöbel, Gardinen und Vorhänge müssen nicht gereinigt werden.

Vorbeugende Läusesprays und Hausmittel: Nicht zu empfehlen

Ebenfalls in der Apotheke erhältlich ist eine Reihe von Sprays und Shampoos mit chemischen Substanzen, um Kopfläusen vorzubeugen. Die Wirksamkeit dieser Mittel ist jedoch noch nicht durch Studien nachgewiesen. Außerdem ist es für den Organismus belastend, regelmäßig auch nur geringe Spuren solcher Pedikulozide abbauen zu müssen. Dazu kommt die Gefahr einer Allergie. Da die Sprays bei der Anwendung eingeatmet werden können, sind auch Husten sowie asthmatische Reaktionen keine Seltenheit.

Solche Reaktionen sind bei Hausmitteln wie Essig, Zitronensaft oder Alkohol eher unwahrscheinlich. Zwar fühlen sich die Insekten in sehr sauren Milieus nicht wohl, allerdings müsste man dazu die Kopfhaut mit Zitronensaft oder Essig befeuchten. Der Nutzen dieser Vorbeugungsmaßnahme gegen Kopfläuse ist eher skeptisch zu bewerten. Zumal die Kopfhaut auch durch Anwendung dieser Hausmittel mit Reizungen reagieren kann.

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