Röschenflechte (Pityriasis rosea) – alles Wichtige auf einen Blick

  • Definition: eine meist harmlose, nicht-ansteckende Hauterkrankung, die vor allem junge Menschen trifft
  • Symptome: runde, rote Flecken auf der Haut (bis zu 10 Zentimeter groß)3, Juckreiz möglich
  • Ursachen: vermutlich Virusinfektion (Herpesviren), Stress kann einen Ausbruch begünstigen
  • Behandlung: meist nicht erforderlich, rückfettende Cremes können möglichen Juckreiz lindern
  • Wann zum Arzt: zur genauen Diagnose oder bei starken Beschwerden wie Juckreiz oder Brennen
  • Häufig gestellte Fragen

Symptome: Wie sieht Röschenflechte aus?


Nahaufnahme einer Röschenflechte: Es zeigen sich ovale, rötliche Flecken an Hals und Brustkorb.

Der Hautausschlag ist meist das einzige Symptom der Röschenflechte. Er zeigt typischerweise folgenden Verlauf: 3 

  • Start mit einem Primärmedaillon (tache mère = Mutterfleck): Zunächst zeigt sich auf dem Rumpf (Brustkorb, Bauch, Rücken, Becken) eine ovale Rötung, die leicht erhaben ist und bis zu 10 Zentimeter groß werden kann. 
  • Ausbreitung nach ein bis zwei Wochen: An anderen Körperstellen können viele kleinere, schuppige Flecken entstehen, die meist haut- oder rosafarben sind.  

Die Flecken der Pityriasis rosea beschränken sich in der Regel auf den Oberkörper, die Oberarme und die Oberschenkel. Nur selten sind das Gesicht, die Hände oder Füße von den Flecken betroffen. Die roten Flecken jucken oder brennen gelegentlich leicht. Der Juckreiz kann sich bei Hautreizungen (zum Beispiel durch sehr enge Kleidung) oder durch den Einfluss von Hitze noch verschlimmern.

Wichtig: Abgrenzung zu ähnlichen Erkrankungen 

  • Pilzinfektionen: rote, schuppende Flecken, mitunter entstehen nässende Bläschen und Juckreiz 
  • Ringelflechte: ringförmige Rötung, oft mit starkem Juckreiz und Schuppung 
  • Schuppenflechte: scharf begrenzte, rötliche und leicht erhabene Hautflecken mit silbrig-weißen Schuppen  
  • Syphilis: dunkelrote Flecken (masernähnlicher Hautausschlag), die nicht jucken  
  • Ausschlag durch Medikamente (wie Penicillin): geröteter, fleckiger Hautausschlag, teils mit Juckreiz 

Behandlung: Was kann man gegen Röschenflechte tun?


Frau cremt sich ein, weil sie an Röschenflechte leidet.

Die Röschenflechte heilt meist nach 2 bis 8 Wochen von alleine wieder ab.2 Eine spezielle Behandlung ist daher nicht nötig.  

Allerdings könne Sie einige Maßnahmen ergreifen, um die von der Hautkrankheit betroffenen Bereiche während dieser Zeit nicht zu strapazieren und den Heilungsprozess zu unterstützen:  

  • rückfettende Cremes und Ölbäder anwenden 
  • leichte, nicht reizende Kleidung tragen 
  • Hausmittel wie schwarzer Tee, um die Entzündung und den Juckreiz zu lindern3 
  • auf heißes Duschen, Baden oder Saunagänge verzichten  
  • starkes Schwitzen durch Sport vermeiden 

Bei heftigem Juckreiz können juckreizstillende und antientzündliche Cremes, cortisonhaltige Cremes sowie eine Lichttherapie vom Arzt verschrieben werden.3

Wann sollte man mit Röschenflechte zum Arzt gehen?


Person kratzt sich am Oberarm: Juckreiz ist ein Symptom der Röschenflechte.

Ein Arztbesuch ist sinnvoll, wenn: 

  • starker Juckreiz oder Schmerzen auftreten 
  • die Flecken sich stark ausbreiten 
  • andere Erkrankungen ausgeschlossen werden müssen (z.B. Syphilis, Pilzinfektionen) 

Die Diagnose einer Röschenflechte kann der Hautarzt meist eindeutig durch ein Gespräch mit dem Patienten sowie die Betrachtung des Hautbildes stellen. Sollte der Verdacht auf eine andere Ursache bestehen oder die Diagnose unsicher sein, können labormedizinische Verfahren wie eine Blutanalyse sowie Untersuchungen von Gewebeproben und Abstrichen zur Absicherung der Diagnose hinzugezogen werden. 

Was sind die Ursachen und Risikofaktoren für Röschenflechte?


Die genauen Ursachen der Röschenflechte sind unklar. Vermutet wird, dass eine Infektion mit dem humanen Herpesvirus der Typen 6, 7 oder 8 die Pityriasis rosea auslöst.4 Die Erkrankung ist aber nicht ansteckend. 

Ähnlich wie das Herpes-simplex-Virus, das Lippenherpes verursacht, können die Erreger lange Zeit im Körper des Menschen überleben, ohne Symptome zu zeigen. Erst durch bestimmte Auslöser kommt es zu einem Ausbruch der Erkrankung.  

Mögliche Faktoren sind: 

  • Stress  
  • hormonelle Schwankungen wie Menstruation 

Es gibt auch wenige Fallberichte, die darauf hinweisen, dass nach bestimmten Impfungen (wie gegen COVID-19, Influenza oder Gelbfieber) sowie der Einnahme von Medikamenten ein Ausbruch der Röschenflechte aufgetreten sein könnte.5 

Röschenflechte in der Schwangerschaft – ein Risiko?

Bei Schwangeren wird in einigen Studien ein mögliches leicht erhöhtes Risiko für Komplikationen wie eine Frühgeburt diskutiert.6 Allerdings ist die Datenlage hierzu noch begrenzt. Dennoch sollten schwangere Frauen mit Röschenflechte sicherheitshalber einen Arzt aufsuchen und engmaschig betreut werden, um mögliche Risiken frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.

Häufig gestellte Fragen zu Röschenflechte


Ist Röschenflechte ansteckend? 

Nein, Röschenflechte ist in der Regel nicht ansteckend, da sie vermutlich durch eine Reaktivierung von Herpesviren im Körper entsteht. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist bisher nicht nachgewiesen.

Was tun, wenn die Röschenflechte immer schlimmer wird?

Bei starkem Juckreiz oder einer deutlichen Ausbreitung der Flecken sollte ein Hautarzt aufgesucht werden. Er kann die Diagnose sichern und eine passende Behandlung einleiten. Zudem können juckreizstillende Cremes oder eine Lichttherapie helfen, die Beschwerden zu lindern.

Wie lange dauert Röschenflechte?

In den meisten Fällen dauert Röschenflechte etwa 2 bis 8 Wochen, bis sie vollständig abklingt.2 In seltenen Fällen kann der Ausschlag auch länger bestehen bleiben.

Ist Röschenflechte gefährlich?

Röschenflechte ist eine harmlose Hauterkrankung, die von selbst wieder abheilt. Sie kann jedoch unangenehm sein, vor allem wenn es zu Juckreiz kommt. Mit einer geeigneten Hautpflege lassen sich die Beschwerden oft gut in den Griff bekommen.

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Miriam Müller Aufgewachsen in einer Familie aus Krankenschwestern und Journalisten, interessierte sich Miriam Müller bereits sehr früh für die Themen Medizin und Medien. Nach verschiedenen Praktika im journalistischen Bereich – unter anderem bei der Deutschen Welle in Washington D.C. – absolvierte sie erfolgreich ihr Masterstudium Kommunikationswissenschaft an der Otto-Friedrich-Universität in Bamberg. Miriam Müller Medizinredakteurin und Kommunikationswissenschaftlerin kanyo® mehr erfahren
Tanja Albert Von der Schülerzeitung übers Journalismus-Studium in die Online-Redaktion von kanyo® - Tanja Albert hat das Schreibfieber gepackt. Gemischt mit ihrem Interesse für Ernährungs- und Gesundheitsthemen stürzt sie sich Tag für Tag in die medizinische Recherche - und bringt das Ganze auch in die Sozialen Netzwerke, nämlich als Social Media Managerin. Tanja Albert Medizinredakteurin kanyo® mehr erfahren
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