Wenn die Kopflaus sticht: Symptome und Anzeichen

Kopfläuse sind die Auslöser der häufigsten parasitären Erkrankung in Deutschland. Sie befallen meist Kinder, weshalb Betreuungseinrichtungen wie Kinderhorte und Schulen ideale Orte zur Übertragung der kleinen Blutsauger sind. Wird ein Befall festgestellt, sind häufig bereits ein Drittel aller Kinder der Einrichtung davon betroffen. Die Übertragung findet durch engen Körperkontakt von Kopf zu Kopf statt. Dass sich Kinder durch den gemeinsamen Gebrauch von Kopfbedeckungen oder anderer Textilien infizieren, ist eher unwahrscheinlich, denn die Tiere können sich nicht lange auf textilen Oberflächen halten. Kämme oder Bürsten hingegen können Läuse transportieren, die zwischen den Zinken und Borsten hängen geblieben sind. Trotz der bekannten Übertragungswege ist es jedoch gerade am Anfang nicht einfach, einen Befall zu erkennen . Eltern und Erzieher sollten deshalb auf eine Reihe von Symptomen bei Verdacht auf Kopflausbefall achten.

opfjucken ist ein Symptom für Kopflausbefall

Blut ist die einzige Nahrungsquelle

Kopfläuse sind auf menschliches Blut angewiesen, es stellt ihre einzige Nahrungsquelle dar. Alle zwei bis vier Stunden muss eine Laus saugen. Werden die Parasiten von der menschlichen Kopfhaut entfernt, haben sie je nach Umgebungstemperatur und Luftfeuchtigkeit eine Überlebensdauer von circa zwei bis drei Tagen. Ihr Körperbau und ihre Lebensgewohnheiten sind völlig auf das Milieu der menschlichen Kopfhaut ausgerichtet.

An dem kleinen Kopf sitzt vorne der stechend-saugende Rüssel. Mit diesem Rüssel ritzt die Laus die Haut auf, um an die winzigen Blutgefäße (Kapillaren) zu gelangen. Sie saugt das austretende Blut und spritzt gleichzeitig ihren Speichel mit gerinnungshemmender Wirkung in die Wunde. Der Organismus erkennt die fremde Substanz und antwortet mit einer Reaktion des Immunsystems auf den Stich. Es treten typische Symptome des Kopflausbefalls auf.

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Immunreaktion des Körpers: Symptome bei Kopflausbefall

Welcher Anteil des Läusespeichels genau die Immunantwort auslöst, ist nicht bekannt. An der Einstichstelle bildet sich eine sogenannte Papel, ähnlich wie bei einem Mückenstich. Diese kleine, rote Schwellung erzeugt einen Juckreiz (Pruritus), welcher das Leitsymptom des Kopflausbefalls darstellt. Das Jucken veranlasst die Betroffenen, sich an den häufig befallenen Stellen

  • hinter den Ohren,
  • am Nacken und
  • den Schläfen heftig zu kratzen.

Hierdurch kann die Kopfhaut verletzt  werden. Wundschorf bildet sich, im schlimmsten Fall infiziert sich die Wunde. Unbehandelt können sich aus den Verletzungen zusätzliche Infektionen entwickeln, da Bakterien wie Streptokokken und Staphylokokken leichter in die beanspruchte Haut eindringen und einen eitrigen Hautausschlag verursachen können. Bei solchen bakteriellen Infektionen schwellen die nächst gelegenen Lymphknoten an; diese sollten umgehend von einem Arzt behandelt werden. Hingegen sind Erkrankungen, die durch den Läusestich verursacht werden, in Europa sehr selten.

Die typischen Symptome bei Kopflausbefall, wie etwa Kopfjucken, treten bei einigen Betroffenen erst nach circa vier Wochen auf. Vor allem, wenn es sich um einen Erstkontakt zu den Parasiten handelt, muss sich das Immunsystem erst auf den Läusespeichel einstellen und erkennt diesen nicht sofort. Während dieser symptomfreien Zeitspanne ist davon auszugehen, dass der Infizierte bereits weitere Personen angesteckt hat.

Symptome des Kopflausbefalls – Kein Grund zur Panik

Wenn Sie feststellen, dass Ihr Kind vermehrt über Symptome wie starken Juckreiz klagt oder sich immer wieder an den gleichen Stellen am Kopf kratzt, liegt der Verdacht auf Kopfläuse nahe. In diesem Fall sollten Sie unverzüglich nach weiteren Hinweisen suchen. Mithilfe eines Läusekamms, den Sie in der Apotheke, im Reformhaus oder über den Online-Handel kaufen können, lässt sich die Kopfhaut Ihres Kindes auf Kopfläuse genau untersuchen. Dabei sollten Sie so gründlich wie möglich vorgehen, um weder Läuse noch Eier oder Nissen (leere Eihüllen) zu übersehen. Feuchten Sie den Haarschopf an und massieren Sie eine handelsübliche Haarspülung ein. Die Spülung verlangsamt die Läuse und die Haare lassen sich leichter kämmen. Anschließend kämmen Sie die Haare Ihres Kindes, von der Haarbasis bis zu den Spitzen, Strähne für Strähne durch. Nach jedem Kämmen wird der Läusekamm mit einem Papiertaschentuch abgewischt. Zeigen sich Läuse, Eier oder Nissen, hat sich das Kind mit Kopfläusen infiziert.

Die Symptome auf Kopflausbefall haben sich bestätigt – und nun?

Entgegen der landläufigen Meinung hat der Kopflausbefall nichts mit unhygienischen Verhältnissen zu tun. Auch Kinder, die sich regelmäßig die Haare waschen, können von den Läusen befallen werden. Wenn dies der Fall ist, sollten Sie umgehend die Leitung des Kindergartens oder den Klassenlehrer Ihres Kindes informieren. Falsche Scham nützt lediglich der weiteren Ausbreitung der Parasiten. Die Verantwortlichen der Betreuungseinrichtung Ihres Kindes sind verpflichtet, den Kopflausbefall bei dem zuständigen Gesundheitsamt zu melden . Damit Ihr Kind die Einrichtung wieder besuchen kann, müssen Sie eine Therapie gegen die Läuse und deren Eier begonnen haben.

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