Gesichtspeelings – wenn Sie Ihrer Haut eine Abreibung verpassen

Kennen Sie den Ausspruch „die Haut ist der Spiegel der Seele“? Bestimmt! Sicher, der Satz ist nicht allgemeingültig. Und doch besteht in manchen Fällen ein Zusammenhang zwischen dem Erscheinungsbild der Haut und Vorgängen, die in unserem Inneren ablaufen – vor allem aber unserem Lebensstil. So können zum Beispiel Stress, eine ungesunde Ernährung, aber auch verschiedene Stoffwechselvorgänge unsere Haut strapazieren. Gesichtspeelings sorgen für eine weiche Haut und einen rosigen, frischen Teint.

Junge Frau trocknet ihr Gesicht nach dem Gesichtspeeling mit einem Handtuch ab.

So wenden Sie Peelings richtig an

Peeling bedeutet nichts anderes als „schälen“. Damit wird das dahintersteckende Verfahren eigentlich schon ganz gut zusammengefasst: Mithilfe der im Peeling enthaltenen kleinen Schleifpartikel werden die obersten Hautschüppchen entfernt und die Durchblutung gefördert.

Und so geht´s:

  • mit einer gründlichen Gesichtsreinigung beginnen
  • Haut leicht anfeuchten
  • Peeling mit kreisenden Bewegungen auf Gesicht, Hals und Dekolleté auftragen
  • nach kurzer Einwirkzeit das Peeling mit lauwarmem Wasser entfernen

Nach dem Gesichts- oder Körperpeeling ist die Haut besonders aufnahmefähig. Führen Sie ihr also Feuchtigkeit zu, zum Beispiel in Form einer reichhaltigen Hautpflege, die auf Ihren Hauttyp abgestimmt ist.

Auf Peelings verzichten sollten Sie, …
… wenn Sie unter stark juckender Haut oder einer akuten Neurodermitis leiden, um die belastete Haut nicht noch mehr zu reizen.

Peeling ist nicht gleich Peeling

Allen Peelings gemein ist die Tatsache, dass sie abgestorbene Hautschüppchen der oberen Hautschicht (Epidermis) ablösen. Das funktioniert mit einer der folgenden drei Methoden:

  • mechanisches Peeling durch feine, abgerundete Schleifpartikel: für jeden Hautzustand geeignet; bei empfindlicher, trockener Haut jedoch nicht zu oft anzuwenden
  • chemisches Peeling, vor allem mit Alpha-Hydroxysäuren, zu denen auch Fruchtsäuren gehören: bei empfindlicher Haut besser die Alternativen abwägen; lieber mit niedrigen Konzentrationen und einer kurzen Anwendungsdauer beginnen
  • biologische Schälkur mit Enzymen: vor allem geeignet für empfindlichere Hauttypen

Im Folgenden stellen wir Ihnen die drei Methoden kurz vor.

Mechanisches Peeling

Peelings dieser Art enthalten feine Schleifpartikel, die beim sanften Einmassieren des Gesichts- oder Körperpeelings tote Hautschüppchen entfernen. Es gibt verschiedene Schleifpartikel (Abrasiva), zum Beispiel Sandpartikel, Silikate oder pflanzliche Substanzen wie Mandelmehl, pulverisierte Walnussschalen oder Aprikosen- und Olivenkerne.

Neben einem frischen Erscheinungsbild der Haut hat das mechanische Peeling einen weiteren Vorteil: Durch das Peeling wird einer Verstopfung der Ausgänge der Haarfollikel und somit auch einer Prä-Akne (Vorstufe von Akne) vorgebeugt. Haarfollikel sind Strukturen, die die Haarwurzel umgeben und als Poren an der Hautoberfläche erscheinen. Ein aufwändigeres Verfahren beim mechanischen Peeling ist die Mikrodermabrasion, die zum Beispiel in Kosmetikstudios durchgeführt wird.

Meist werden beim Wirkprinzip des mechanischen Peelings O/W-Cremes oder -Emulsionen eingesetzt, in die die Schleifpartikel eingearbeitet sind. O/W bedeutet, die Creme oder Emulsion gehört dem Öl-in-Wasser-Typ an, bei dem Öltröpfchen in einer großen Menge Wasser eingebettet sind. O/W-Produkte spenden viel Feuchtigkeit und kühlen die Haut. Der Wasser-in-Öl-Typ hingegen beschreibt das genaue Gegenteil: Diese Produkte haben einen sehr hohen Fett- oder Ölanteil, was zum Beispiel sehr gut ist, wenn der Haut viel Fett zur Rückfettung zugeführt werden soll.

Wie oft soll ein Gesichts- oder Körperpeeling angewendet werden?

Das hängt vom jeweiligen Hauttyp ab:

  • normale Haut: einmal wöchentlich; häufiger ist nicht notwendig
  • fettige Haut: mehrmals wöchentlich, um Mitesser zu öffnen
  • Mischhaut: ein- bis dreimal wöchentlich (nur im Bereich der fettig-glänzenden Haut)
  • unreine Haut: ein- bis dreimal wöchentlich
  • trockene Haut: einmal wöchentlich, um die empfindlich trockene Haut nicht zu sehr zu strapazieren

Chemisches Peeling

Beim chemischen Peeling werden Alpha-Hydroxysäuren (sogenannte AHAs) in unterschiedlicher Konzentration angewendet, zu denen auch die Fruchtsäuren gehören oder die mit den Alpha-Hydroxysäuren verwandte Substanz Salicylsäure. Chemische Peelings dringen in die obere Hautschicht ein und regen die Zellregenerierung an. Durch diesen Prozess werden ältere Hautschichten schneller abgestoßen, eine neue Hautschicht gebildet und die Hautoberflächenstruktur verbessert.

Neben dem Fruchtsäurepeeling unterscheiden Experten das mitteltiefe und das tiefe chemische Peelings, mit denen beispielsweise feine oder tiefere Falten sowie Pigmentstörungen behandelt werden können. Hier kommen aggressivere Säuren wie beispielsweise die sogenannten Trichloressigsäuren (TCA) zum Einsatz, die auch nur von einem Hautarzt angewendet werden dürfen. Das stärkste aller chemischen Peelings ist das Peeling mit Phenol: Es soll zum Beispiel bei schweren Narben und ausgeprägten Pigmentstörungen helfen sowie für eine enorme Straffung der Haut („Verjüngungseffekt“) sorgen. Aufgrund der erheblichen Schmerzen, der Notwendigkeit einer Vollnarkose und einer Ausfallzeit des Patienten für circa sechs Wochen wird das Phenol-Peeling in Deutschland und Europa nur sehr selten von Dermatologen durchgeführt.

Bitte beachten:
Um eine Reizung zu vermeiden, sollten fruchtsäurehaltige Peelings nicht mit den Augen oder Schleimhäuten in Berührung kommen. Vorsicht ist auch bei verletzten Hautstellen oder rissiger Haut geboten – die Anwendung kann zu Brennen und Rötungen führen.

Biologische Schälkur mit Enzymen

Diese Methode basiert auf der Wirkung von eiweiß- und fettspaltenden Enzymen, die

  • tierischer Herkunft (zum Beispiel das Verdauungsenzym Pankreatin),
  • pflanzlicher Herkunft (zum Beispiel Bromelain aus der Ananas) sein können oder
  • aus Mikroorganismen gewonnen werden (zum Beispiel Subtilisin aus Bacillus licheniformis).

Wie die anderen Peeling-Methoden lösen auch die biologischen Schälkuren einzelne Hornschichten ab.

Natürliche Peelings selber machen: So geht´s

Egal ob belebend oder in erster Linie reinigend – Peelings lassen sich ganz leicht selber machen. Die meisten Inhaltsstoffe dafür haben Sie wahrscheinlich auch schon daheim.

  • Für Schleckermäuler: Vermischen Sie einen Esslöffel Kristallzucker und drei Esslöffel Honig mit etwas Quark. Die Kristalle des Zuckers haben eine ähnliche Eigenschaft wie die Schleifpartikel in herkömmlichen Peelings: Sie entfernen abgestorbene Hautschüppchen.
  • Für Exoten: Pürieren Sie eine Viertel Papaya und eine Banane und mischen Sie das Fruchtpüree wieder mit Zucker und Quark.
  • Für Kaffeeliebhaber: Bei dieser Variante wird Kaffeesatz (fünf Esslöffel) mit etwas Olivenöl verrührt. Das Koffein wirkt durchblutungsfördernd und entschlackend. Um den Effekt zu verstärken, kann auch hier Zucker hinzugefügt werden.
  • Für Menschen mit unreiner Haut: Kamillentee aufbrühen und abkühlen lassen. Danach fünf Esslöffel Tee mit drei Esslöffel Heilerde, die es zum Beispiel im Reformhaus, der Drogerie oder der Apotheke zu kaufen gibt, zu einer einheitlichen Paste verrühren.

Wie Sie sehen, ist es gar nicht so schwer, ein Gesichtspeeling selber zu machen. Probieren Sie es einfach mal aus!

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1Ellsässer, Sabine: Körperpflegekunde und Kosmetik, 22008, Heidelberg, S. 160 – 169
2Chemische Peelings: Hauterneuerung auf „Nummer sicher“, in: hautInform 01/2010 (Bundesverband der Deutschen Dermatologen e.V.), abgerufen unter: http://www.bvdd.de/de/presse/hautinform.html, Stand: 27.09.2017