Mallorca-Akne: Pickel durch Sonne, Meer und Strand?

Wer an Mallorca denkt, hat Bilder von brennend heißer Sonne, ausgedehnten Strandspaziergängen und blauem Meer im Kopf – nicht aber von kleinen, juckenden Pickeln auf den Armen. Doch diese Hautreaktion ist eines der störenden Symptome, die die „Mallorca-Akne“ mit sich bringt. Lesen Sie hier, warum die lichtbedingte Hauterkrankung diesen Namen trägt und wie Sie sich im Urlaub und Zuhause vor ihr schützen können.

Wie sich die Mallorca-Akne erkennen lässt

Frau sonnt sich am Meer: Mallorca Akne ist oft ein Resultat von Sonne und Sonnenschutzmitteln

Typische Symptome der Mallorca-Akne (medizinisch: Acne aestivalis) sind stecknadelkopfgroße Papeln mit schmalem, rötlichen Rand und kleinen Pusteln, die einen starken Juckreiz auslösen1. Während Papeln aussehen wie Knötchen unter der Haut, bezeichnen Pusteln die kleinen Eiterblasen, die im allgemeinen Sprachgebrauch als „Pickel“ bekannt sind. Sie bilden sich hauptsächlich an Körperbereichen, die intensiv der Sonne ausgesetzt sind oder waren, also beispielsweise an Gesicht, Dekolleté, Armen und Beinen. Im Vergleich zu anderen Akne-Formen entstehen bei der Mallorca-Akne keine Komedonen
(Mitesser). Besonders häufig betroffen sind Frauen zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr, wobei die Ursache hierfür bisher noch nicht geklärt ist.2

Warum eigentlich? – Ursachen der Mallorca-Akne

Selbstverständlich können Menschen nicht nur auf Mallorca an der Mallorca-Akne erkranken. Da ein typischer Auslöser für die Entstehung jedoch die UV-Strahlen der Sonne sind, wurde die beliebte Urlaubsinsel zum Namensgeber. Doch Sonnenstrahlen alleine reichen nicht aus, um dieses Krankheitsbild hervorzurufen.

Vielmehr ist es eine Kombination aus UV-Licht und fetthaltigen Sonnenschutzmitteln oder hauteigenem Talg. Durch die Sonnenstrahlen bilden sich freie Radikale im Gewebe. Dies sind aggressive sauerstoffhaltige Moleküle, die die Körperzellen schädigen können und gelegentlich mit den kosmetischen Inhaltsstoffen der Sonnenmilch oder dem Fett aus den Talgdrüsen reagieren. Die dabei gebildeten Reizstoffe aktivieren das Immunsystem und sorgen so für eine Entzündungsreaktion der Haut. Nicht immer tritt die Reaktion sofort auf. Gelegentlich zeigt sich der Ausschlag auch erst zwei bis drei Tage nach dem Sonnenbaden.

Achtung: Da Fensterglas UV-Strahlen nur zum Teil filtert, besteht die Gefahr der Entstehung einer Mallorca-Akne und der Schädigung der Hautzellen auch in geschlossenen Räumen und beim Autofahren.3 Je größer der entstandene Zellschaden ist, desto schwerer fällt es der Haut, sich vollständig zu regenerieren.

Warum die Mallorca-Akne keine Sonnenallergie ist

Die Ursachen der Mallorca-Akne liegen vor allem in der Verwendung fetthaltiger Sonnenmilch oder einer erhöhten Talgproduktion der Haut in Kombination mit UV-Strahlen. Auch bei der Sonnenallergie, die ebenfalls durch UV-Strahlung ausgelöst wird, reagiert die Haut mit juckenden Pusteln und Papeln. Hierbei ist jedoch nicht die Verwendung von Sonnenschutzmitteln, sondern in vielen Fällen der Verzicht auf diese der Auslöser. Je unvorbereiteter und ungeschützter die Haut der Sonne ausgesetzt wird, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit für eine Hautreaktion. Warum einige Menschen sensibler auf die UV-Strahlung reagieren als andere, ist noch nicht abschließend geklärt. Um eine richtige
Allergie im medizinischen Sinne handelt es sich bei der Sonnenallergie übrigens nicht. Vielmehr ist sie eine Art Ekzem, ausgelöst durch eine Überempfindlichkeit der Haut.

Der Mallorca-Akne vorbeugen

Wer die Sommerzeit lieber ohne juckende Pusteln verbringen möchte, kann ihrer Entstehung mit folgenden Maßnahmen vorbeugen:

  • Aufenthaltsdauer in der Sonne langsam steigern. Je besser die Haut auf die Sonne vorbereitet wird, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit einer Hautreaktion.
  • Fettige Sonnencremes und Körperpflegeprodukte mit Emulgatoren vermeiden. Emulgatoren sind Hilfsstoffe, die dazu dienen, Fett und Wasser einheitlich zu vermischen. Viele Hersteller von Sonnenschutzprodukten bieten spezielle Sonnenmilch für Menschen an, die an Mallorca-Akne leiden.
  • After-Sun-Produkte mit möglichst geringem Fettanteil nutzen, da ein Fettfilm auf der Haut über einen längeren Zeitraum bestehen bleibt und so den gleichen Effekt haben kann, wie fetthaltige Sonnenmilch. Häufig finden hier Aloe-Vera-Gele Anwendung.
  • Vitamin-E-haltigen Sonnenschutz verwenden und Vitamin-E-reiche Lebensmittel wie Nüsse und Pflanzenöle zuführen. Vitamin E bekämpft als Antioxidans freie Radikale und damit eine der Ursachen der Mallorca-Akne.
  • Obst und Gemüse mit einem hohen Gehalt an Beta-Carotin (beispielsweise Karotten, Spinat, Paprika) verzehren, da auch Beta-Carotin freie Radikale unschädlich macht.

Je genauer die Maßnahmen eingehalten werden, desto größer ist die Chance, den Ausbruch einer Mallorca-Akne zu verhindern.

Mallorca-Akne: Behandlung mit und ohne Hausmittel

Wenn sich trotz vorbeugender Maßnahmen Hautveränderungen bemerkbar machen, lautet die erste Regel zur Linderung der Symptome: Raus aus der Sonne und schnell ein schattiges Plätzchen suchen. Ist dies nicht möglich, sollte die Haut mit Kleidung oder Tüchern abgedeckt werden. In den meisten Fällen verschwindet die Mallorca-Akne ganz ohne Behandlung nach wenigen Tagen konsequenter Vermeidung von UV-Strahlen von alleine wieder. Gegen den quälenden Juckreiz können rezeptfreie Kühl-Gele mit antientzündlichen und antiallergischen Wirkstoffen helfen sowie folgende Hausmittel:

  • Kühlende Umschläge und Kompressen zum Auflegen auf die betroffenen Hautbereiche.
  • Umschläge mit handelsüblichem Quark, der in ein Küchentuch eingeschlagen und für etwa 20 Minuten aufgelegt wird. Die Inhaltsstoffe wirken beruhigend, jedoch sollte der Quark keinesfalls direkt auf die Haut aufgetragen werden.
  • Kamillenextrakt aus der Apotheke oder dem Reformhaus, das direkt auf die Pusteln getropft wird und Entzündungen bekämpft.
  • Aloe-Vera-Gel zur Hautberuhigung. Hierbei ist darauf zu achten, dass so wenig fettige Inhaltsstoffe wie möglich enthalten sind.
  • Extrakte aus Heilpflanzen wie Hamamelis (Zaubernuss) und Eichenrinde (rezeptfrei in der Apotheke erhältlich), die ebenfalls direkt auf die Pusteln aufgetragen werden und so den Juckreiz lindern können.

Auch wenn es schwerfällt, darf an den Pusteln weder herumgedrückt noch gekratzt werden, da dies zu Entzündungen führen und die Dauer des Ausschlags deutlich verlängern kann. Verschlimmern sich Hautreaktion und Juckreiz, sollte auf jeden Fall der Rat eines Hautarztes zur Behandlung der Mallorca-Akne eingeholt werden.

Fazit: In keinem Fall sollte aus Angst vor Mallorca-Akne auf Sonnenschutz in Form von Sonnenmilch[http://www.ratgeber-hautgesundheit.de/pflege/sonnencreme/] verzichtet werden. Lassen Sie sich in Ihrer Apotheke oder von Ihrem Hautarzt zu geeigneten Produkten beraten, um Ihre Haut dauerhaft vor Schäden durch UV-Strahlung zu bewahren.

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1 Sterry W.: Kurzlehrbuch Dermatologie, Stuttgart 2011, S.267
2 Techniker Krankenkasse, abgerufen unter: https://www.tk.de/techniker/service/gesundheit-und-medizin/behandlungen-und-medizin/haut-und-geschlechtskrankheiten/was-ist-eine-mallorca-akne-2017614 am 05. Januar 2018
3 Neuffer Fenster + Türen GmbH, abgerufen unter https://www.fensterversand.com/info/qualitaet/uv-durchlaessigkeit-glas.php am 05. Januar 2018

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