Effektive Läusemittel für eine erfolgreiche Therapie

Panik aufgrund eines Kopflausbefalls? Das ist zum Glück unnötig: Die moderne Pharmazie hat längst wirkungsvolle und dabei schonende Läusemittel entwickelt. Diese unterscheiden sich vor allem anhand ihrer Wirkweise, die toxisch oder physikalisch sein kann. Was das genau bedeutet, erfahren Sie hier.

Verwendung eines Läusemittels in Form eines Läuseshampoos bei einem Kind

Läusemittel aus der Apotheke: ein Überblick

Liegt ein Kopflausbefall vor, bieten Apotheken verschiedene Mittel an, mit denen die Parasiten bekämpft werden können. Neben einem Läusekamm, der eher unterstützend und zur Kontrolle verwendet werden sollte, sind das:

  • chemische Läusemittel mit neurotoxischer Wirkung
  • physikalisch wirkende Läusemittel
  • Läusemittel auf pflanzlicher Basis

Ihnen gemeinsam ist, dass sie lokal auf der Kopfhaut angewandt werden – zum Beispiel in Form von Shampoos, Lotionen oder Sprays. Allerdings unterscheiden sie sich stark in ihrer Wirkweise und ihren möglichen Nebenwirkungen.

Chemische Mittel gegen die Kopflaus mit neurotoxischer Wirkung

Chemische Kopflausmittel enthalten in der Regel Substanzen mit neurotoxischer Wirkung. Neurotoxisch bedeutet, dass sie das Nervensystem der Kopflaus angreifen; dies führt zu einer Lähmung der Parasiten und letztendlich zu ihrem Tod. Diese Mittel – Pedikulozide genannt – basieren meist auf den sogenannten Organophosphaten, die bestimmte Enzyme in ihrer Arbeit hemmen. Diese Medikamente sind entweder synthetisch oder aus pflanzlichen Wirkstoffen hergestellt, beispielsweise aus der Chrysantheme. In Deutschland sind Medikamente, die Wirkstoffe wie Pyrethrumextrakt, Permethrin und Allethrin enthalten, zugelassen. Sie kommen als Sprays, Tinkturen, Salben oder Läuseshampoos in den Handel und werden lokal (topisch) auf der Kopfhaut angewendet. Im Allgemeinen gelten die chemischen Läusemittel als gut verträglich: Diese Wirkstoffe werden nur in geringem Maß von der Kopfhaut aufgenommen, verstoffwechselt und auf natürliche Weise ausgeschieden. Allerdings bergen toxisch wirksame Kopflausmittel zwei Nachteile:

  • Zu den Nebenwirkungen gehören allergische Reaktionen. Menschen, die Allergien auf Chrysanthemen ausgebildet haben, müssen Medikamente mit solchen pflanzlichen Inhaltsstoffen vermeiden.
  • Eine weitere Problematik dieser Mittel liegt in der zunehmenden Resistenz der Kopfläuse gegen den weitverbreiteten Wirkstoff Permethrin. Das bedeutet, dass diese Mittel keine oder nur noch wenig Wirkung auf Kopfläuse haben. Studien aus Großbritannien zeigen eine Wirksamkeit von Produkten mit diesem Inhaltsstoff von lediglich 42 Prozent.

Da die toxischen Wirkstoffe die Läuseeier zudem nicht zuverlässig zerstören, müssen diese Mittel nach acht bis zehn Tagen ein zweites Mal angewendet werden – was allerdings für alle Läusemittel gilt.

Physikalische Wirkprinzipien moderner Läusemittel

Vergleichsweise modern sind Läusemittel mit physikalischer Wirkweise. Physikalisch bedeutet in dem Fall, dass die enthaltenen Substanzen nicht in den Organismus der Kopflaus eingreifen, sondern sie komplett umschließen und dadurch auch ihre Atemöffnungen blockieren. Das hat zur Folge, dass die kleinen Parasiten zuverlässig absterben – ohne unangenehme Nebenwirkungen für den Anwender. Als Inhaltsstoff bei physikalisch wirkenden Kopflausmitteln dienen Silikonöle (Polydimethylsiloxane). Diese Substanz wird unter anderem auch in der Lebensmittelindustrie, in der Medizin sowie in der Kosmetik eingesetzt. Im Kampf gegen Läuse haben diese Mittel gegenüber anderen Produkten folgende Vorteile:

  1. Die Läuse entwickeln keine Resistenzen
  2. Die Substanzgruppe gilt als ungiftig
  3. Allergien auf Silikone sind nicht bekannt

Physikalische Mittel gegen Kopfläuse müssen – wie chemische auch – zweimal angewendet werden. So wird gewährleistet, dass auch später geschlüpfte Läuse erwischt werden, denn Nissen (Läuseeier) überstehen die Anwendung meist. Die physikalischen Mittel der neuesten Generation müssen jedoch nur noch maximal eine Stunde einwirken, was die Behandlung sehr vereinfacht.

– Anzeige –

Anti-Kopflausmittel auf pflanzlicher Basis

Bei Pedikuloziden auf pflanzlicher Basis handelt es sich um Gemische ätherischer Öle wie Rosmarin- Anis- oder Lavendelöl, die eine ebenfalls toxische Wirkung auf die Kopfläuse besitzen sollen. Trotz ihrer pflanzlichen Grundlage sind auch diese Läusemittel nicht frei von Nebenwirkungen, die sich in Hautirritationen beziehungsweise Allergien äußern können. Zudem ist ebenso wie bei Haumitteln ihre Wirksamkeit in der Regel nicht ausreichend untersucht.

Altbewährt, aber allein oft nicht ausreichend: Der Läusekamm

Der Läusekamm dient zur mechanischen Läusebekämpfung. Mit seiner Hilfe lassen sich die Tiere entdecken, aus den Haaren herauskämmen und der Behandlungserfolg kontrollieren. Allerdings ist eine alleinige Behandlung mit einem Läusekamm oft nicht ausreichend, um den gesamten Befall zu bekämpfen. In der Regel wird die Methode mit dem Läusekamm daher durch ein Läusemittel unterstützt, zum Beispiel mit einem Läuseshampoo oder Spray.

Aus der Forschung: Mit Plasma gegen Kopfläuse vorgehen

Alternativ gibt es auf dem Markt mittlerweile Apparaturen, die gegen Parasiten mittels Strom oder Wärme vorgehen. So nutzt eine Entwicklung des Fraunhofer-Instituts für Schicht- und Oberflächentechnik (IST)1 Strom zur Erzeugung eines Plasmas. Bei einem Plasma werden die Elektronen des Luftsauerstoffs energetisch angeregt. Die Energie überträgt sich auf die Parasiten und tötet sie ab. Der Patient merkt davon nichts, denn für ihn fühlt sich das Plasma kalt an. Noch ist allerdings unklar, wann der Plasmakamm in den Handel kommt.

Gibt es wirksame Hausmittel?

Es gibt einige Hausmittel, denen eine Wirkung gegen Kopfläuse zugesprochen wird. Pflanzenöle wie Kokos-, Soja- oder Olivenöl sollen die Parasiten beispielsweise verlangsamen und ersticken. Auch ätherischen Ölen aus Lavendel, Rosmarin, Geranie oder Eukalyptus wird eine gewisse Wirkung bei Kopflausbefall nachgesagt. Jedoch existieren bislang keine ausreichenden Studien zur Wirksamkeit von Hausmitteln gegen Kopfläuse. Insbesondere Saunabesuche tragen eher zur Verbreitung denn zur Behandlung von Kopfläusen bei. Andere Hausmittel, wie große Hitze oder ätherische Öle, können darüber hinaus die Kopfhaut schädigen oder zu allergischen Reaktionen führen.

Fazit: Verträglichkeit und Resistenz machen den Unterschied

Sowohl chemische als auch physikalische Läusemittel gelten als wirksame Methode, um einen Kopflausbefall zu bekämpfen. Pflanzliche Mittel oder Hausmittel sind hingegen oft wenig wirksam. Die physikalische Wirkweise bietet zwei entscheidende Vorteile: Die Gefahr von Resistenzen ist quasi nicht vorhanden und allergische Reaktionen sind nicht bekannt.

Sie möchten mehr wissen?

Behandlung bei Kopfläusen >>

Hilfe bei Kopfläusen Anzeige >>

Tipps gegen Kratzen >>


1https://www.fraunhofer.de/de/