Eingewachsener Zehennagel: So kann er behandelt werden

8. Februar 2019

8 Min.

Ein eingewachsener Zehennagel bringt Schmerzen sowie eine gerötete und entzündete Haut rund um den Nagel mit sich. Durch eine frühzeitige Behandlung ist es möglich, die Beschwerden mit Hausmitteln und anderen konservativen, also nicht-operativen Methoden, gut in den Griff zu bekommen. Hat sich die Umgebung des Nagels aber bereits stark entzündet und eitert, dann hilft bei einem eingewachsenen Zehennagel meist nur noch eine OP.

Eingewachsener Zehennagel an dessen Rändern sich schon eine Entzündung der Haut zeigt.

Ursachen und Risikofaktoren

Eine typische Stelle für einen eingewachsenen Zehennagel ist der große Zeh. Als Hauptursache gilt eine falsche Nagelpflege, denn je ovaler ein Zehennagel geschnitten ist, desto leichter schiebt sich der Nagelrand beim Nachwachsen ins umliegende Gewebe und verursacht Schmerzen. Neben der falschen Nagelpflege spielen auch zu enge Schuhe oder ein von Natur aus zu breiter Nagel eine Rolle.

Typische Behandlungsmöglichkeiten im Überblick

Zur Behandlung häufig verwendete Hilfsmittel sind:

  • Tamponaden (sterile Wundauflagen, die zwischen Nagel und Haut gelegt werden)
  • Nagelspangen (zur Nagelwuchskorrektur)
  • Kunststoffschiene (Vorrichtung, die über den Nagelrand geschoben wird und so für Abstand zwischen Nagel und Haut sorgt)
  • Nagelfalztape (Zugverbände aus Pflaster zur Entlastung des Gewebes)

Ein eingewachsener Zehennagel, medizinisch auch Unguis incarnatus oder Onychocryptosis genannt, ist sehr schnell zu spüren. Jeder Druck ist schmerzhaft, bald auch jede Berührung. Reagieren Sie zügig, lässt sich eine Nagel-OP meist noch vermeiden. Zumindest zu Beginn ist ein eingewachsener Zehennagel auch gut selbst, oder mit der Hilfe eines medizinischen Fußpflegers (Podologe) therapierbar. Sobald der betroffene Zeh jedoch stark schmerzt oder zu eitern beginnt, sollte in jedem Fall ein Arzt aufgesucht werden.

Das können Sie bei einem eingewachsenen Zehennagel selbst tun

Am besten beginnen Sie damit, die Stelle, an der sich ein eingewachsener Zehennagel befindet, gut einzuweichen. Verschiedene Hausmittel bieten sich dafür an.

Eingewachsener Zehennagel: So bereiten Sie ihn mit Hausmitteln für die Behandlung vor:

Den Fuß zunächst in warmem Wasser mit etwas Kernseife oder Apfelessig baden. Das wirkt Erregern entgegen und beruhigt das empfindliche Areal um den eingewachsenen Fußnagel. Sind die Nägel besonders hart, dann hilft eine mit Pflanzenöl (zum Beispiel Raps- oder Olivenöl) getränkte Bandage, die Sie um den Zeh wickeln und mehrere Stunden einwirken lassen. Durch dieses Hausmittel löst sich ein eingewachsener Zehennagel leichter und weniger schmerzhaft aus dem Gewebe.

Wichtig ist es darüber hinaus, die Füße gut abzutrocknen. Zu Beginn der Behandlung den eingewachsenen Zehennagel vorsichtig anheben, gerade abschneiden und eine Wunddesinfektion durchführen. Dann eine klein gefaltete Kompresse (sterile Wundauflage) zwischen den Nagel und das Nagelbett schieben. So wird ein eingewachsener Zehennagel automatisch in die richtige Richtung dirigiert. Diese Behandlung, die auch Tamponieren genannt wird, bringt bereits innerhalb weniger Minuten Linderung, weil sie den Druck vom Gewebe nimmt.

Eine weitere Möglichkeit ist das Tapen: Dazu ein kleines Stück von einem Kinesiologietape so am Zeh anbringen, dass es den Nagelwall, also das Gewebe neben der Nagelplatte, zur Seite zieht. In einem frühen Stadium ist es noch möglich, das Pflaster zwischen den eingewachsenen Zehennagel und den äußeren Bereich zu schieben und so den Nagel leicht anzuheben.

Ist die Stelle, an der der Zehennagel eingewachsen ist, bereits stärker gerötet, dann helfen Salben beziehungsweise Tinkturen aus Ringelblumen oder Kamille, die Sie in der Apotheke erhalten. Ein beliebtes Hausmittel bei eingewachsenen Zehennägeln ist auch Teebaumöl, das Entzündungen entgegenwirken kann.

Tipp:

Entscheidend ist, dass nichts auf den eingewachsenen und behandelten Zehennagel drückt. Auch nicht die Nachbarzehe. Ist das der Fall, dann die Zehe mithilfe eines kleinen Silikonkeils, wie Sie es vom Lackieren der Nägel kennen, daran hindern.

Ein Podologe hilft bei eingewachsenen Zehennägeln

Ist ein Zehennagel schon etwas tiefer eingewachsen, dann sollten Sie einen Spezialisten für medizinische Fußpflege aufsuchen. Denn neben dem Tapen und dem Tamponieren gibt es noch weitere, nicht-operative Methoden zur Behandlung eines eingewachsenen Zehennagels. Besonders wirkungsvoll ist die sogenannte Nagelkorrekturspange. Das Gebilde aus Kunststoff oder Draht wird an den Nagelrändern befestigt, in der Mitte des Nagels fixiert und zieht ihn so langsam wieder nach oben. Nach mehreren Wochen „lernt“ der Nagel eine andere Wuchsrichtung. Regelmäßige professionelle Fußpflege kann zudem vorbeugend wirken.

Achtung bei Diabetes:

Auch bei Diabetes ist ein eingewachsener Zehennagel ein Fall für den Podologen. Schuld daran ist die Tatsache, dass die Zuckerkrankheit ein geschwächten Immunsystem mit sich bringt und der eingewachsene Zehennagel so besonders schnell zu Infektionen führen kann.

Ist der Zeh bereits stark entzündet oder eitrig, dann hilft nur noch der Gang zum Dermatologen .

Eingewachsener Zehennagel – wann rät der Arzt zur OP?

Zeigt sich das Gewebe rund um den eingewachsenen Fußnagel bereits stark entzündet (es ist rot, geschwollen und eitert), helfen die konservativen Methoden wie Tapen, Tamponieren oder eine Nagelkorrekturspange in der Regel nicht mehr. Ihr eingewachsener Zehennagel benötigt dann eine OP.

Meist schneidet der Arzt dabei unter lokaler Betäubung, bei der das Betäubungsmittel direkt in den Zeh gespritzt wird, die eingewachsene Nagelecke keilförmig ab (Nagelkeilexzision, auch Emmert-Plastik genannt) und entfernt eventuell bereits wucherndes Gewebe. Häufig ist es notwendig, zumindest einen Teil des Nagels zu ziehen, wobei der betroffene Nagelbereich bis zur Nagelwurzel entfernt wird. Der Eingriff dauert meist nur wenige Minuten.

Gut zu wissen:

Ist bei einem eingewachsenen Zehennagel eine OP notwendig, dann wird diese ambulant durchgeführt, das heißt, Sie können noch im Laufe desselben Tages wieder nach Hause.

In der Zeit direkt nach der Operation sollte der Fuß möglichst oft hochgelagert werden, um Schwellungen zu vermeiden. Zudem ist es wichtig, die Wundheilung im Blick zu behalten und den Verband entsprechend oft zu wechseln – diese Aufgabe übernimmt für gewöhnlich der Hausarzt. Denn auch wenn die Risiken bei der OP von eingewachsenen Zehennägeln gering sind, können bei unzureichender Nachsorge Wundinfektionen und Heilungsstörungen auftreten.

So beugen Sie eingewachsenen Zehennägeln vor

Ein Zehennagel sollte wenn möglich immer nur gerade abgeschnitten werden. Und zwar so, dass die Nagelecken frei auf dem Hautrand aufliegen. Die Wahrscheinlichkeit dafür, dass es zu einem erneuten Einwachsen kommt, ist dann geringer.

Darüber hinaus entstehen eingewachsene Zehennägel oft durch falsches Schuhwerk – ähnlich wie Hühneraugen. Daher ist es wichtig darauf zu achten, dass die Schuhe bequem sind und die Füße atmen können. Vor allem spitze und hochhackige Schuhe sollten eine Ausnahme sein, wenn Sie zu eingewachsenen Zehennägeln neigen.

Simone Blaß
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Freiberufliche Redakteurin
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