Lippenherpes-Behandlung: Das können Sie tun

Ihnen steht ein Vorstellungsgespräch oder das erste Date bevor. Doch da spüren Sie es schon, das Kribbeln und Jucken an der Lippe – der Herpes schlägt wieder zu! Natürlich möchten Sie die brennenden Fieberbläschen am Mund möglichst schnell loswerden. Eine effektive Lippenherpes-Behandlung ist jetzt wichtig. Doch welche Methode ist die richtige? Und wie lässt sich ein erneuter Herpesausbruch verhindern?

Ein Mann, der sich um die Behandlung von Lippenherpes kümmert.

 

Lippenherpes: Behandlung und Vorbeugung

Tabletten, Salbe und Co. – die Lippenherpes-Behandlung

Um die Dauer der lästigen Bläschen, die in der Regel etwa ein bis zwei Wochen beträgt, zu verkürzen und das Abheilen der dann entstehenden Kruste zu erleichtern, kommen verschiedene Therapiemöglichkeiten infrage:1

  • Kautabletten: Diese Form der Lippenherpes-Behandlung ist leicht anzuwenden und besitzt den großen Vorteil, dass der Hand-Bläschen-Kontakt im Gegensatz zur Salbenanwendung, ausbleibt. Die Kautabletten enthalten zum Beispiel den Wirkstoff Lysin, der Herpes lindern und die Vermehrung der Viren stoppen kann.
  • Antivirale Cremes oder Salben: Oft werden hier Salben mit Zinkoxid empfohlen. Dieses hilft bei der Wundheilung, wirkt entzündungshemmend und soll die Ausbreitung des Virus verhindern. Die Herpesbläschen sind sehr ansteckend, deswegen müssen nach einer Berührung die Hände gründlich gewaschen werden. Um den Haut-Bläschen-Kontakt zu vermeiden, tragen Sie die Creme am besten auf ein Wattestäbchen auf und versorgen die betroffenen Stellen damit.
  • Pflaster: Um den Lippenherpes schnell loszuwerden, sind außerdem Herpes-Pflaster bekannte Hilfsmittel. Sie decken die Wunde ab und schützen die betroffenen Stellen so vor äußeren Einflüssen. Zusätzlich wird die weitere Verbreitung der Herpes-simplex Viren verhindert.

So wirkt Lysin bei Herpes

Lysin ist eine sogenannte essenzielle Aminosäure, was bedeutet, dass der Körper es nicht selbst hergestellt kann, sondern über die Nahrung aufgenommen werden muss. Es ist ein wichtiger Baustein verschiedener Körpereiweiße und spielt außerdem eine Rolle bei der Fettverbrennung und anderen Stoffwechselprozessen.

Die Substanz kann bei Herpes auf zwei Weisen helfen:

  1. Es trägt zu einer schnelleren Heilung der Bläschenwunden bei.
  2. Lysin dämmt die Vermehrung des Herpes-simplex Virus ein.

Neben Lysin-haltigen Mitteln wie zum Beispiel Kautabletten ist eine zusätzliche Lysin-reiche Ernährung ein geeignetes Hausmittel gegen Lippenherpes und kann unterstützend wirken. Die Aminosäure ist in größeren Mengen in Milch, Käse oder Lachs enthalten.

Auch einfache Mittel aus dem Haushalt bringen mitunter Linderung bei schmerzhaftem Lippenherpes. Sie können zum Beispiel vor einem Ausbruch, also beim ersten Kribbeln, vorsichtig die betroffene Stelle mit einem Eiswürfel kühlen oder verdünnt Teebaumöl beziehungsweise Apfelessig auftragen.

Wichtiger Tipp: Stechen Sie Herpes-Bläschen niemals auf. Die Gefahr, sich eine zusätzliche bakterielle Infektion (Superinfektion) einzufangen, steigt, wenn die Bläschen geöffnet sind. Außerdem befinden sich die Viren in der austretenden Flüssigkeit und können dadurch weiterverbreitet werden.

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Lippenherpes-Behandlung: Wann zum Arzt?

Grundsätzlich sind die Fieberbläschen sehr gut behandelbar, auch mit freiverkäuflichen Mittel aus der Apotheke. Doch sollte von Betroffenen ein Arztbesuch in Erwägung gezogen werden, wenn sich die Symptome von Lippenherpes verschlimmern. Verstärkt sich die Bläschenbildung oder breitet sich der Herpes auf Kinn und Nase aus, ist es ratsam, einen fachspezifischen Blick darauf werfen zu lassen. Auch wenn starke Schwellungen dazukommen oder der Herpes länger als die durchschnittlichen zehn Tage anhält, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.2 Zu den Personengruppen, für die generell eine ärztlich betreute Lippenherpes-Behandlung angeraten wird, gehören:

  • Neugeborene, Säuglinge
  • Schwangere
  • Personen mit einer Immunschwäche
  • ältere Menschen

Betroffene, die zusätzlich an entzündlichen Hauterkrankungen wie Neurodermitis leiden, sollten sich ebenfalls die Meinung eines Spezialisten anhören. Der Mediziner wird eine geeignete und auf Ihren Gesundheitszustand angepasste Therapie einleiten. Gelegentlich auftretender Lippenherpes bei ansonsten gesunden Menschen stellt allerdings kein Problem dar und kann mit speziellen Salben oder Lysin-haltigen Kautabletten behandelt werden.

Lippenherpes – wodurch entsteht er überhaupt?

Für eine richtige Lippenherpes-Behandlung ist es zuerst wichtig zu wissen, was der Auslöser dafür am Mund ist. Grund für die Bildung der Herpesbläschen, auch Papeln genannt, ist der Herpes-simplex Virus Typ 1. Nahezu jeder Mensch ist bereits seit dem Kindesalter damit infiziert und trägt den inaktiven Erreger im Körper. Der Virus befindet sich im Nervensystem und bleibt so lange in einem ruhenden Zustand bis das Immunsystem geschwächt oder die betroffenen Nerven, zum Beispiel durch zu starke Sonnenstrahlung, gereizt werden.

Lippenherpes sinnvoll vorbeugen

Etwa 90 Prozent der Weltbevölkerung sind mit dem Herpes-simplex Virus infiziert.3 Ob eine Person den Virus in sich trägt, kann nur über einen Bluttest festgestellt werden. Der Zeitpunkt des Erstkontaktes mit dem Virus bleibt unbekannt, dieser lässt sich nicht bestimmen.

Da fast jeder Mensch schon im Kindesalter mit dem Herpes Virus in Berührung kommt, ist es schwierig, einer Lippenherpes-Ansteckung zu verhindern. Allerdings können Sie dem Ausbruch von Lippenherpes-Symptomen durch die Stärkung des Immunsystems vorbeugen. Damit die ruhenden Herpes-Viren aktiv werden und sich vermehren, müssen verschiedene Faktoren auf den Körper wirken und dadurch das Abwehrsystem außer Gefecht setzten. Eine Vermeidung dieser Einflüsse, kann also helfen, um Lippenherpes vorzubeugen. Diese Aspekte tragen zum Ausbruch bei:

  • Infektionen und Immunsuppressiva: Eine sich anbahnende Erkältung oder spezielle Medikamente, sogenannte Immunsuppressiva (zum Beispiel gegen Autoimmunkrankheiten wie Rheuma oder Multiple Sklerose) schwächen die Funktionsweise des Immunsystems. Genauso kann zum Beispiel während einer Chemotherapie der Herpes-simplex Virus seine Chance ergreifen und sich vermehren, wodurch die ansteckenden Fieberbläschen entstehen.
  • Körperlicher und psychischer Stress: Auch Stress führt bei einigen Menschen zum Ausbrechen von Lippenherpes. Der Grund ist der Einfluss der körperlichen oder psychischen Überlastung auf unser Immunsystem.
  • Ekel: Dieses Gefühl kann unserer körpereigenen Erregerabwehr einen Dämpfer geben und den Herpes-Viren die Vermehrung erleichtern. Bei starker Ekelempfindung sinkt die Anzahl der sogenannten T-Lymphozyten (wichtige Zellen des Immunsystems).4 Verantwortlich hierfür ist die übermäßige Ausschüttung des Kortisols, das in großer Menge die T-Lymphozyten hemmt.
  • UV-Strahlung: Andere Ursache, gleiches Prinzip – UV-Strahlung ist ebenfalls in der Lage, unser Immunabwehr zu reduzieren, und fördert somit die Bildung des ansteckenden Fieberbläschens an der Lippe.

Um Lippenherpes vorzubeugen, ist es ratsam, die Einflüsse, die zum Ausbruch beitragen, zu minimieren. Sie können die Fieberbläschen vermeiden, indem Sie beispielsweise die Haut und insbesondere die Lippen vor der Sonnenstrahlung mit Hilfe von Sonnenmilch oder Lippenpflegestiften mit hohem UV-Schutz schützen. Ist Stress der Auslöser, sollte der Terminkalender etwas geleert oder Entspannungszeit eingeräumt werden.

Sich vor Ekel oder einer Erkältung zu bewahren, ist hingegen schwieriger. Brechen die Fieberbläschen aus, ist es wichtig zu wissen, dass bereits dieses erste Symptom der Lippenherpes-Infektion schon ansteckend ist. Es ist also sinnvoll, niemanden zu küssen, bis die Herpesbläschen komplett abgeheilt sind, um eine Übertragung zu vermeiden.

Regina Lopes Bombinho Brandt
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Medizinredakteurin und Kommunikationswissenschaftlerin
Carolin Stollberg
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