Prurigo nodularis: Symptome, Ursachen und Behandlung

Prurigo nodularis ist eine Hautkrankheit, zu der in vielen Bereichen noch keine ausreichenden Erkenntnisse vorliegen. Bekannt ist jedoch, dass Prurigo mit einem dauerhaften, starken Juckreiz – medizinischer Fachausdruck: Pruritus – einhergeht und das überwiegend Frauen ab einem Lebensalter von 50 Jahren von der Hauterkrankung betroffen sind.1

Wir fassen Ihnen im Folgenden den aktuellen Stand der Forschung zum Thema Prurigo nodularis zusammen.

Frauen ab 50 sind häufig von der Krankheit Prurigo betroffeen

Welche Symptome außer starkem Juckreiz zeigen sich bei Prurigo?

Wie erwähnt, besteht das Hauptcharakteristikum der Hautkrankheit Prurigo nodularis aus einem äußerst starken Juckreiz.

Ein weiteres allgemeines Symptom von Prurigo ist, dass sich die Betroffenen in der eigenen Haut, im wahrsten Sinne des Wortes, nicht mehr wohlfühlen. Das ist alles andere als verwunderlich: Schließlich zeigt sich die Prurigo nicht selten durch größere, rötliche Knoten auf der Haut. Diese sind dann oft über den ganzen Körper verstreut und in vielen Fällen verhornt und ausgetrocknet.

Da sie sehr jucken, versuchen Erkrankte, sich durch intensives Kratzen Abhilfe zu verschaffen. Was aber den Teufelskreis erst richtig in Gang setzt. Denn wenn man die betroffenen Körperstellen mit den eigenen Händen und Nägeln übermäßig bearbeitet, schädigt dies die Haut zusätzlich. Das trägt zur Bildung von neuen Knötchen bei — die dann wiederum jucken, beißen oder brennen.

Die Auswirkungen von Prurigo auf den Alltag

Zu den körperlichen Symptomen von Prurigo gesellt sich das seelische Leid der Patienten. Vielen Betroffenen ist es unangenehm, in der Öffentlichkeit auf ihre Erkrankung angesprochen zu werden — weswegen sie Orte wie Schwimmbäder oder Badeseen meiden. Ein Umstand, der die Lebensqualität in jedem Falle einschränkt. Da die Knötchen von den Erkrankten oftmals als besonders unattraktiv und entstellend empfunden werden, wirkt sich Prurigo nodularis auch auf das Selbstbewusstsein und das Sexualverhalten aus. Betroffene fühlen sich möglicherweise nicht mehr begehrenswert.

Eine weitere Folge der Prurigo ist nicht selten – resultierend aus der sozialen Isolation – eine Depression, die genauso behandelt werden sollte, wie der mit den roten Knötchen verbundene starke Juckreiz.

Auf welche Ursachen führt die Medizin Prurigo nodularis zurück?

Rund um die Ursachen von Prurigo besteht in der Wissenschaft noch Unsicherheit. Grundsätzlich ergibt sich nämlich die Schwierigkeit, dass der für Prurigo nodularis charakteristische starke Juckreiz ein sehr allgemeines Krankheitszeichen ist, das auf eine Vielzahl von Hautkrankheiten zurückzuführen sein kann — was die Abgrenzung mitunter selbst für Experten schwer macht.

Nichtsdestotrotz gehen die meisten Mediziner davon aus, dass Prurigo nodularis einige mögliche Auslöser hat beziehungsweise mit anderen Hautkrankheiten zusammenfällt. Mehrheitlich leiten die Experten Prurigo nodularis aus einem chronischen Pruritus ab. Das heißt, Letzterer muss bereits bestehen, bevor Menschen an Prurigo leiden.

Weitere Hauterkrankungen, die mit Prurigo oftmals einhergehen, sind beispielsweise:

Nicht immer sind es jedoch Hautkrankheiten, die mit Prurigo zusammenfallen. So können die entsprechenden Symptome von Prurigo nodularis beispielsweise auch im Zusammenhang mit den folgenden Beeinträchtigungen und Gegebenheiten auftreten:

  • Leber- oder Nierenerkrankungen
  • Diabetes
  • Schilddrüsenerkrankungen
  • Folge von Unverträglichkeiten gegenüber von bestimmten Arzneimitteln
  • neurologische Krankheiten
  • psychische Erkrankungen, wie eine Depression

Bei so vielen möglichen Ursachen und Begleitsymptomen von Prurigo ist klar, dass eine Behandlung immer individuell – also abhängig von dem genauen Beschwerdebild des Patienten – erfolgen muss.

Wie sieht eine erfolgversprechende Behandlung von Prurigo aus?

Da die Ursache von Prurigo oftmals unklar bleibt, steht zunächst die Linderung der Symptome im Mittelpunkt der Behandlung. Das bedeutet primär, dem starken Juckreiz entgegenzuwirken und den Patienten so vom Kratzen abzuhalten.

Die Behandlung von Prurigo nodularis ist dabei langwierig und erfordert von den Betroffenen ein sehr hohes Maß an Geduld und Disziplin. Die konventionelle Medizin sieht nämlich in erster Linie einen Mix aus Tabletten und Salben vor, wobei Letztere sogar mehrfach täglich auf die Knoten und Verhärtungen aufgetragen werden sollten.

Medikamente bei Prurigo

Gängige Präparate sind Salben, Cremes und Lotionen, welche die Entzündungen hemmen – zum Beispiel mit dem Wirkstoff Kortison – und die trockene Haut wieder befeuchten sollen. Mögliche weitere Arzneien und Hilfsmittel im Kampf gegen Prurigo sind Antihistaminika (zur Behandlung allergischer Reaktionen). Leiden Patienten vor allem psychisch besonders schwer unter der Erkrankung, können eine psychologische Betreuung und möglicherweise die Verordnung von Antidepressiva Linderung verschaffen.

Daneben gilt es für Betroffene, Handlungen zu vermeiden, die nachweislich schlecht für die Haut sind und die Prurigo verschlimmern könnten. Dazu zählt beispielsweise, sich nicht in überhitzte Räume zu begeben, die nicht ausreichend befeuchtet sind (beispielsweise ein Besuch in der Sauna). Außerdem sollten keine Pflegeprodukte für die Haut verwendet werden, die Alkohol beinhalten, da dieser die Haut austrocknet. Als gleichermaßen schädlich gilt das übermäßig häufige Duschen mit sehr heißem Wasser.

Schließlich sollte man Stress im Alltag nach Möglichkeit vermeiden und diesem zum Beispiel durch autogenes Training oder regelmäßige sportliche Betätigung vorbeugen. Schließlich ist die Haut das Spiegelbild der Seele des Menschen und wenn es uns nicht gut geht, schlägt sich dies auch auf unserer Haut – zum Beispiel durch Prurigo – nieder.

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1Universitätsklinikum Münster: Prurigo nodularis: Eine wenig erforschte Hautkrankheit. URL: https://www.ukm.de/index.php?id=pruritus-patienten (25.09.2018).