Den richtigen Hauttyp erkennen und pflegen

Unsere Haut: Sie schützt, reguliert den Wärmehaushalt, hält Keime fern und ermöglicht es uns, die Umwelt durch den Tastsinn zu erkunden. Dabei gibt es „die“ eine Haut nicht, denn die Schutzhülle des Körpers ist sehr unterschiedlich. Verschiedene Hauttypen, unterschiedliche Pigmentierungen und Oberflächenbeschaffenheiten machen die menschliche Haut so einzigartig. Die unterschiedlichen Hauttypen zu erkennen, ist wichtig für die Pflege und die Einschätzung der Risikofaktoren wie die gefährliche UV-Strahlung.

Hauttyp erkennen: Helle Haut entspricht Hauttyp 1

Ein kurzer Blick unter die Haut

Das schwerste und vielseitigste Organ des menschlichen Körpers besteht aus drei Schichten: der Oberhaut (Epidermis), der Lederhaut (Dermis) sowie der Unterhaut (Subcutis). Allen drei Schichten fallen unterschiedliche Aufgaben zu.

Die circa 0,05 Millimeter starke Oberhaut ist für die Zellteilung zuständig; die Erneuerung der Haut geschieht also nahe der Oberfläche. Auch die lebenswichtigen Pigmente, die den Organismus vor der schädlichen UV-Strahlung schützen, werden hier gebildet. An der mehr oder minder starken Pigmentierung ist auch der Hauttyp zu erkennen.

In der Lederhaut befinden sich die Schweißdrüsen, welche die Körpertemperatur regulieren und die Haut mit Feuchtigkeit versorgen. Die Talgdrüsen, denen die Haut ihre Geschmeidigkeit verdankt, sitzen ebenfalls in der Dermis.

Den Unterbau bildet die Unterhaut mit dem Unterhautfettgewebe, den Lamellenkörperchen, die Druckreize empfangen können, sowie den Nerven und Blutgefäßen.

Die Pigmente der Haut schützen vor UV-Strahlung

Dermatologen unterscheiden verschiedene Hauttypen. Diese Differenzierung ist wichtig, um einerseits den typbezogenen UV-Schutz der Haut zu bestimmen, der auf der unterschiedlichen Fähigkeit zur Pigmentierung beruht, und andererseits zu wissen, welche die richtige Pflege ist. Menschliche Hauttönungen und -färbungen haben sich während der Evolution unter dem Einfluss der äußeren Umweltbedingungen gebildet. Je stärker die Sonneneinstrahlung, desto mehr entwickelte die Haut die Fähigkeit, den Hautfarbstoff Melanin als Schutz vor Verbrennungen und Hautkrebs zu bilden. Menschen mit schwarzer Haut sind am besten geschützt. Umgekehrt verhält es sich bei den Hauttypen aus den gemäßigten Breiten Europas. Hier herrscht ein eher blasser Typus (keltisch/nordisch) mit heller Haut, der Neigung zu Sommersprossen und hohem Sonnenbrandrisiko vor. Eine zu starke Pigmentierung wäre in diesen sonnenarmen Regionen eher ungünstig, da zu wenig UV-Strahlung durch die Haut dringen könnte und somit zu wenig des vom Sonnenlicht abhängigen Vitamin D gebildet würde. Zwischen dem sehr dunklen und den sehr hellen Hauttypen existieren daneben der Mischtyp, der mediterrane sowie der dunkle Hauttyp. Die unterschiedlichen Hauttypen erkennen heißt auch, die verschiedenen Risiken einschätzen zu können.

Die richtige Balance zwischen fettig und trocken

Verschiedene Faktoren tragen zur Beschaffenheit der individuellen Hauttypen bei. Bestimmte Hauteigenschaften werden vererbt, andere hingegen werden durch äußere Faktoren und den Lebensstil beeinflusst. Die Ernährung sowie die Art der Lebensführung haben einen direkten Einfluss auf die Beschaffenheit der Haut. So beschleunigen Risikofaktoren wie Alkohol und Tabakrauch die biologische Hautalterung. Auch ungünstige Umwelteinflüsse wie trockene Luft und eine intensive UV-Bestrahlung tragen dazu bei, dass die Haut an Feuchtigkeit verliert und schneller altert. Der Hormonhaushalt ist ebenfalls ein zentraler Faktor in verschiedenen Lebensstadien wie beispielsweise in der Pubertät oder im Alter und kann das Erscheinungsbild der Haut beeinflussen. Die durch die Überproduktion der Talgdrüsen entstehenden Pusteln und Mitesser bei Jugendlichen bezeichnet der Dermatologe als Akne vulgaris.

Einteilung der verschiedenen Hauttypen

  1. Normale Haut: Die Haut ist glatt, die Poren kaum oder nicht zu sehen. Ihr Feuchtigkeitshaushalt ist ausgeglichen, dadurch ist die normale Haut pflegeleicht. Die intakten Gewebestrukturen sorgen für genügend Elastizität. Die richtige Pflege: Ein neutrales Waschgel, eine milde Gesichtsseife und bei Bedarf ein Pflegeöl sind für die Pflege meist völlig ausreichend.
  2. Trockene Haut: Sie spannt, rötet sich leicht, schuppt und juckt, ihr Feuchtigkeitshaushalt ist gestört. Diverse Hauterkrankungen wie Neurodermitis äußern sich unter anderem durch diesen trockenen Hauttyp. Die richtige Pflege: Hier kommt es vor allem darauf an, die fehlende Feuchtigkeit zu ersetzen. Emulsionen, die Pflanzenöle wie Nachtkerzenöl, Aloe Vera, Avocadoöl oder Jojoba enthalten, gleichen den Mangel an Fetten und Feuchtigkeit aus.
  3. Fettige Haut: Bei der fettigen Haut ist der Fetthaushalt aus dem Gleichgewicht geraten. Die Talgdrüsen sorgen für einen Überschuss an Fetten (Lipide), was die Haut ölig und glänzend erscheinen lässt. Dazu ist sie großporig und neigt zur Bildung von Pickeln. Die richtige Pflege: Wichtig bei einer fettigen Haut ist eine sanfte Reinigung mit speziellen Seifen, warmen Wasser und einem weichen Waschlappen.
  4. Mischhaut: Trockene und fettige Hautareale liegen nebeneinander. Die trockenen Zonen befinden sich auf den Wangen, die fettigen Partien sind meist an Nase, Stirn und Kinn, der sogenannten T-Zone, anzutreffen. Hier bilden sich auch Pickel und Mitesser. Diese Beschaffenheit macht die Pflege der Haut schwierig. Die richtige Pflege: Wichtig ist, dass Sie möglichst alkoholfreie Produkte verwenden. Spezielle Pflegemittel wirken an den fettigen Stellen den Entzündungen entgegen.
  5. Empfindliche Haut: Der Übergang zur trockenen Haut ist fließend. Hautreizungen allergische Reaktionen und Entzündungen können häufig hinzukommen. Die Produktion der Hautlipide, die nicht nur für die nötige Elastizität und Geschmeidigkeit sorgen, sondern auch wichtige Funktionen bei der Abwehr von Keimen übernehmen, ist gestört. Die richtige Pflege: Vermeiden Sie reizende Pflege- und Reinigungsprodukte. Alkoholhaltige Reinigungsmittel und ätherische Öle, die allergen wirken können, sind tabu. Verwenden Sie stattdessen beispielsweise Produkte mit den keimabtötenden (antiseptischen) Inhaltsstoffen der Ringelblume (Calendula officinalis).

Kein Hauttyp im kosmetischen Sinn, aber wichtig und erwähnenswert ist die reife Haut: Die individuelle Lebensweise, die Exposition gegenüber UV-Strahlung sowie die genetische Veranlagung lassen die menschliche Haut unterschiedlich schnell altern. Sichtbar wird der Vorgang der Hautalterung insbesondere durch die Ausbildung tiefer Nasolabialfalten zwischen Nasenflügel und Mundwinkel sowie Augenfalten und Falten am Hals. Die Haut verliert an Regenerationsfähigkeit und Elastizität. Diese Vorgänge lassen sich leider nicht stoppen, beeinflussen können Sie diese schon. Halten Sie sich von den Risikofaktoren wie Alkohol und Nikotin fern. Da die reife Haut meist trocken ist, sind rückfettende und feuchtigkeitsspendende Pflegeprodukte für diesen Hauttyp am besten geeignet.

Fazit:
Verschiedene Faktoren unserer Haut wie die Fähigkeit, Melanin zu bilden, können wir nicht beeinflussen, unseren Lebensstil und die Hautpflege sehr wohl. Vermeiden Sie übermäßigen Alkoholgenuss, intensive Sonnenbäder und verzichten Sie nach Möglichkeit auch auf das Rauchen. Wichtig ist, dass Sie die Pflegeprodukte verwenden, die auf die spezifische Beschaffenheit Ihrer Haut abgestimmt sind.

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