Empfindliche Haut: Leicht zu erkennen, schwer zu pflegen

Die Grenzen zwischen einer trockenen und einer empfindlichen Haut sind oftmals fließend. Eine normale Haut  stellt aufgrund ihres intakten Säuremantels und ausgeglichenen Feuchtigkeitshaushalts sowie der ausbalancierten Talgproduktion das Idealbild von Haut dar. Eine fettige Haut hingegen ist durchschnittlich dicker und daher eher unempfindlich gegenüber Umwelteinflüssen und Allergien. Bei einer empfindlichen Haut jedoch fehlen oft Feuchtigkeit und natürliche, schützende Fettsäuren. Sie reagiert zudem schneller auf äußere Faktoren mit entzündlichen oder allergischen Reaktionen.

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Empfindliche Haut neigt zu Irritationen, Rötungen und Entzündungen
  • Menschen mit empfindlicher Haut leiden häufig an Allergien
  • Öle wie Nachtkerzen- oder Mandelöl wirken beruhigend
  • Ein Termin beim Dermatologen ist ratsam

Empfindliche Haut neigt oft zu juckenden Hautrötungen und Ekzemen

So erkennen Sie empfindliche Haut

Die empfindliche Haut ist im Vergleich zu den anderen Hauttypen dünn, trocken und rissig. Zu diesen Eigenschaften kommt häufig die Neigung zu Hautirritationen, Entzündungen, Rötungen und Abschuppung hinzu. Die sensible Haut reagiert auf diverse Substanzen mit Kontaktallergien. Zu den häufigsten allergieauslösenden Substanzen (Allergene) zählen Kosmetika, Haushaltsreiniger, Wasch- und Pflegeprodukte. Aber auch Erkrankungen wie Rosacea, Verhornungsstörungen oder eine Mundrose (periorale Dermatitis) können sich in einer überempfindlichen Haut äußern.

Häufige Symptome der empfindlichen Haut sind:

  • trockene, schuppige Haut
  • Neigung zu Allergien
  • Hautrötungen nach dem Genuss scharfer Speisen oder Alkohol sowie nach Medikamenteneinnahme
  • Rötungen und Wucherungen durch Rosacea beziehungsweise Gefäßerweiterungen im Gesicht (Teleangiektasien)
  • Hautveränderungen durch Verhornungsstörungen (Keratosen und Ichthyose)
  • Gutartige Knötchen und Blasen, in deren Folge nässende Entzündungen auftreten können, etwa durch eine Mundrose

Um eine empfindliche und gegebenenfalls allergische Haut von einer „normalen“ Haut abzugrenzen, muss der Dermatologe eine Reihe von Aspekten betrachten. Dazu gehört die Frage, welche Hautareale empfindlich reagieren: Ist es nur die Gesichtshaut oder auch andere Hautpartien? Welche Symptome treten auf? Seit wann bestehen die Symptome? Mit welchen Stoffen ist der Patient in Berührung gekommen bevor eine allergische Reaktion auftritt?

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Empfindliche Haut und Erkrankungen

Bei einer Rosacea kommt es zu roten, schuppenden Stellen, meist auf der Nase und den Wangen. Dazu entstehen hauptsächlich bei Männern entzündliche Wucherungen der Nase, die oft fälschlicherweise als Alkoholikernase bezeichnet wird. Die Ursachen können unterschiedlich sein. Als wahrscheinliche Auslöser gelten Störungen der Gefäßversorgung beziehungsweise des Immunsystems.

Zu den Keratosen zählt das Basalzellpapillom, eine altersbedingte Hautveränderung, bei der dunkle Flecken auf der Gesichtshaut, dem Oberkörper und den Armen entstehen.
Wie die Keratose ist die Fischschuppenkrankheit (Ichthyose) eine erbliche Verhornungsstörung. Die Oberhaut des Patienten bildet große Schuppen, dazu eine raue Oberfläche mit gelegentlichem Juckreiz. Die Erkrankung ist nicht ursächlich heilbar, aber mit modernen Therapiemethoden gut in den Griff zu bekommen.

Unter einer perioralen Dermatitis versteht der Dermatologe eine Ausschlagskrankheit der Gesichthaut, die sich in kleinen Pappeln und Pusteln rund um den Mund äußert. In vielen Fällen ist die Haut der Betroffenen überpflegt, der übermäßige Gebrauch von Reinigungsmitteln und Kosmetika hat die natürlichen Schutzmechanismen der Haut gestört. Diese Ursache muss zunächst beseitigt werden, bevor gegebenenfalls eine medikamentöse Therapie mit Salben und Cremes erfolgen kann.

Ein häufiges Leiden: Kontaktallergien

Einer Allergie liegt immer eine überschießende Immunantwort des Körpers auf den allergieauslösenden Stoff zugrunde. Der Organismus reagiert mit bestimmten Abwehrmechanismen auf die eigentlich harmlosen Substanzen. Allergieauslöser (Allergene) für Kontaktallergien sind beispielsweise unedle Metalle wie Nickel. Aber auch Inhaltsstoffe ätherischer Öle und anderer Duft- und Aromastoffe, Pflanzen wie Kamille oder Arnika, Latex, Lösungsmittel und Kosmetika können eine Allergie auslösen. Es bilden sich Pusteln, Quaddeln, rote, juckende und nässende Stellen, Bläschen oder Schwellungen der Haut oder Schleimhäute. Mithilfe des Radio-Allergo-Sorbent-Test (RAST-Test, Bluttest) und des Prick-Tests kommt der Arzt dem Allergen auf die Spur. Bei der letztgenannten Testung ritzt er die Haut mit einer feinen Nadel auf und bringt das in einer wässrigen Lösung befindliche Allergen in die kleine Hautläsion ein. Zeigt sich nach kurzer Zeit eine allergische Reaktion mit Rötungen und Quaddeln, liegt ein positives Ergebnis vor. Mit kortisonhaltigen und anderen entzündungshemmenden Salben sind die Symptome meistens gut beherrschbar. Vor allem sollten Sie als Allergiepatient den Kontakt zu den bekannten allegieauslösenden Substanzen meiden.

Empfindliche Haut und die richtige Pflege: Das können Sie tun

Ein großes Problem bei der Pflege empfindlicher Haut ist deren mögliche Reaktion auf die Inhaltsstoffe der Reinigungs- und Pflegeprodukte sowie Kosmetika. Die richtige Pflege berücksichtigt die Neigung der empfindlichen Haut zu Trockenheit, vermeidet eventuelle Allergene und aggressive Substanzen wie Alkohol. Spezielle Pflegeprodukte für sensible Haut verzichten auf den Einsatz reizfördernder Inhaltsstoffe. Bestimmte pflanzliche Wirkstoffe wie die Calendula entfalten in Salben oder Cremes eine entzündungshemmende Wirkung. Sanfte Öle wie Nachtkerzenöl oder Mandelöl wirken auf die empfindliche Haut beruhigend.

Zusammenfassung: Empfindliche und sensible Haut

Empfindliche Haut ist schwer von trockener Haut abzugrenzen. Zahlreiche Erkrankungen können mit beiden Hauttypen einhergehen. Die empfindliche Haut neigt zudem schneller zur allergischen Reaktion.

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