Die Aufgaben der Haut sind äußerst vielseitig

Die Haut ist nicht nur das größte Sinnesorgan des Menschen, sondern sie ist auch das vielseitigste. Neben den vier grundlegenden Aufgaben der Haut gibt es noch weitere Funktionen, die vielen Menschen unbekannt sind.
Die vier Hauptaufgaben der Haut:

  • Schutzfunktion
  • Sinnesorgan
  • Temperatur- und Feuchtigkeitsregler
  • Stimmungsanzeiger

Diese Aufgaben der Haut müssen erfüllt werden, da sie lebensnotwendig sind. Für eine gesunde Haut ist es kein Problem, den vielseitigen Funktionen nachzukommen. Da diese Funktionen der Haut so wichtig sind, sollte auf eine sorgfältige Pflege Wert gelegt werden. Darüber hinaus sollte ein jeder für sich selbst beobachten, wie sich die eigene Haut entwickelt und sich bei Bedarf ärztlich beraten lassen. Zum Beispiel, wenn sich Flecken auf der Haut zeigen oder sich Leberflecke  oder Muttermale in Aussehen und Beschaffenheit verändern. Auch mit einer regelmäßigen Hautvorsorgeuntersuchung kann man die eigene Gesundheit erhalten, Schädigungen an der Haut vermeiden und diese dabei unterstützen, ihren Aufgaben gerecht zu werden.

junge Frau pflegt ihre Haut im Winter.

Eine wesentliche Aufgabe der Haut ist die Schutzfunktion

Die Haut schützt den Menschen vor einer Vielzahl von Gefahren:

  • Vor zu viel Sonneneinstrahlung
  • Vor Unterkühlung
  • Vor Krankheitserregern wie Bakterien, Pilzen oder Viren

Dabei übernehmen verschiedene Bestandteile der Haut diese Funktionen: Hautanhangsgebilde, wie Kopfhaare, stellen beispielsweise einen idealen Schutz vor den Sonnenstrahlen dar. Zudem verhindern sie Wärmeverlust und somit ebenso Unterkühlung, da durch sie die Temperatur im Körper gehalten wird. Unterstützt werden sie dabei durch das Fettgewebe in der Unterhaut, da dieses isolierend wirkt.

Zu viel Sonnenlicht für die Haut ist gefährlich und erhöht die Krebsgefahr. Deshalb wehrt die Haut in ihrer Schutzfunktion die UV-Einstrahlung auf drei verschiedene Weisen ab:

  1. Die Bekannteste davon ist die Bräunung, die auch am meisten zum Schutz vor der Sonne beiträgt. Die Haut bildet einen dunklen Farbstoff – das Pigment Melanin – und erscheint in der Folge in bräunlicher Färbung. Die schädlichen UV-Strahlen können so nicht tief in die Haut eindringen. Das Problem: Die Haut braucht ein wenig Zeit, bis sie diesen Schutz entfaltet.
  2. Des Weiteren schützt sich die Haut durch eine Stärkung der Hornschicht vor Sonnenstrahlung. Diese ist nämlich in der Lage, mehr Strahlung zu filtern als die darunter angesiedelten Hautzellen.
  3. Durch Reparaturmechanismen beseitigt die Haut Schäden, die durch die Sonneneinstrahlung entstanden sind, von selbst. Aber jeder, der schon einen schmerzhaften Sonnenbrand hatte, weiß, dass dies sehr langwierig sein kann.

Der Säureschutzmantel der Haut ist ein dünner Oberflächenfilm, der sich aus Schweiß, Wasser und Talgdrüsensekreten sowie abgestoßenen Hautzellen zusammensetzt. Mit seinem leicht sauren pH-Wert wehrt er Krankheitserreger wie Bakterien und Pilze ab, die sich hier nur schwer ansiedeln können. Er verhindert so, dass sie in tiefere Hautschichten eindringen. Zudem schützt dieser Oberflächenfilm die Haut vor Feuchtigkeitsverlust. Häufiges Duschen oder Baden mit heißem Wasser sowie Shampoos und Seifen können diesen Schutzmechanismus jedoch aus dem Gleichgewicht bringen beziehungsweise zerstören.

Das Sinnesorgan Haut

Eine weitere Aufgabe der Haut ist der Tastsinn. Erst über die Berührung mit der Haut können wir jemanden spüren oder selbst angefasst werden. Sie vermittelt uns über eine Vielzahl von Tastpunkten Druck, Schmerz, eine Veränderung in der Temperatur oder auch Juckreize.
Dies geschieht durch zahlreiche Sensoren, die der Haut für ihre Funktion als Sinnesorgan zur Verfügung stehen, die sogenannten Tast-, Wärme- und Kälterezeptoren. Daneben gibt es noch Lamellenkörperchen, die Druck von außen aufnehmen sowie freie Nervenendigungen, die für die Verarbeitung des Schmerzempfindens verantwortlich sind.

Die Haut agiert als Temperaturregler

Eine weitere Funktion der Haut ist die Regulierung der Körpertemperatur: Vom Schwitzen bis zur Gänsehaut – die Haut zeigt, wann es ihr zu warm oder zu kalt ist. Entsprechend kommen Körperprozesse in Gang, die den Körper in puncto Temperatur wieder in ein gesundes Gleichgewicht bringen.

Die Regulierung wird durch einen bestimmten Bereich im Zwischenhirn gesteuert. Temperaturfühler in der Haut melden die aktuelle Körpertemperatur dorthin, worauf die Blutgefäße in der Hautoberfläche angepasst werden. Bei einem potenziellen Anstieg der Körpertemperatur auf über 37 Grad weiten sich diese aus. Die Folge: Mehr Wärme strömt an die Oberfläche des Körpers und wird verstärkt an die Umwelt abgegeben. Die Temperatur kehrt in die Balance zurück.

Ist es der Haut hingegen zu kühl, schaltet sie in den Energiesparmodus: Der Körper wird weniger durchblutet, indem die Blutgefäße sich zusammenziehen. In der Folge gelangt auch weniger Wärme nach außen – die Körperwärme verbleibt im Inneren. Für die Extremitäten wie Hände, Füße oder Nase bedeutet dies einen „Wärmeentzug“. Dies stellt das Überleben des Menschen bei kalten Temperaturen sicher, denn im Körperinneren sitzen die überlebenswichtigen Organe – diese müssen zuerst mit Wärme versorgt werden.

Die Haut zeigt die Stimmung des Menschen an

Eine Aufgabe der Haut lässt sich sehr gut mit der Redewendung, „die Haut ist der Spiegel der Seele“ charakterisieren. Diese beschreibt den Zusammenhang zwischen den Gefühlen eines Menschen und seiner aktuellen körperlichen Gesamtverfassung. Exemplarisch dafür ist, dass wir mitunter rot anlaufen, wenn uns etwas peinlich ist, uns der Angstschweiß über das Gesicht strömt oder wir rote Flecken auf der Haut vor lauter Stress bekommen.

Ebenso finden sich viele Formulierungen in unserer Alltagssprache, die diese Verbindung widerspiegeln, nämlich, wenn wir uns zum Beispiel ein dickes Fell zulegen oder nicht gleich aus der Haut fahren sollen.