Reife Haut: Ergebnis eines natürlichen Prozesses

Auch wenn die Zellalterung auf natürlichen biologischen Vorgängen beruht, haben Menschen zu allen Zeitaltern versucht, diese Prozesse zu verlangsamen beziehungsweise zu stoppen. Auch die moderne Dermatologie konnte noch kein Verfahren entwickeln, welches die Hautalterung tatsächlich verzögern kann. Allerdings haben sich zumindest die Kosmetikindustrie und die ästhetische Chirurgie mit mehr oder minder erfolgreichen Methoden im Feld der Anti-Aging-Maßnahmen etabliert. Die Frage ist, ob nicht die simple Akzeptanz des Reifens oder Alterns in Kombination mit geeigneten Pflegemaßnahmen das erfolgversprechendere Vorgehen ist.

Reife Haut benötigt Feuchtigkeit

Reife Haut und die Physiologie der Hautalterung

Der Vorgang der Alterung ist ebenso komplex wie individuell verschieden. Ihm liegt sowohl eine genetische Disposition – einige Menschen altern langsamer als andere – als ein unterschiedlicher Umgang mit den Risikofaktoren zugrunde.
Anders ausgedrückt:

Menschen, die viel Wasser trinken, sich selten schädlicher UV-Strahlung aussetzen, sich ausgewogen ernähren, nicht rauchen und einen maßvollen Umgang mit Alkohol pflegen, bewahren sich eine größere Chance, im Alter eine straffere und frischere Haut zu erhalten.

Dies gilt jedoch nur für die äußeren (exogenen) Faktoren; die inneren (endogenen) Mechanismen sind nicht beeinflussbar. Bei älteren Menschen nimmt die Fähigkeit zur Zellteilung ab. Die Erneuerung der Haut, insbesondere der Hautbestandteile Elastin, Kollagen und des Bindegewebes, dauert etwa ab dem 27. Lebensjahr länger. Die Fasern, welche die Elastizität der Haut garantieren, werden schwächer ausgebildet. Gleichzeitig steigt die Hauttrockenheit und in der Folge nimmt auch die Faltenbildung zu. Das Unterhautfettgewebe nimmt ab, was die Haut ausdünnt. Das Adergeflecht der Unterhaut wird sichtbar. Die Versorgung der Haut mit Nährstoffen und ihre Fähigkeit, Feuchtigkeit zu speichern, werden schlechter. Das Ergebnis: So wie der gesamte Organismus, verliert auch die Haut an Substanz.

Welche Rolle spielt Kollagen bei der Hautalterung?

Kollagen ist ein wichtiges Stütz- und Strukturprotein des menschlichen Körpers. In der Haut ist Kollagen vor allem für dafür verantwortlich, Feuchtigkeit zu speichern und für Festigkeit zu sorgen. Mit zunehmenden Jahren – beginnend circa ab dem 25. Lebensjahr – geht jedoch die körpereigene Produktion von Kollagen zurück, die Haut enthält immer weniger der wichtigen Kollagenfasern. Früher oder später zeigt sich das auch im Hautbild: Die Haut wirkt dünner und trockener, Falten bilden sich. Erfahren Sie hier mehr über die Rolle von Kollagen in Haut und Körper.

An diesen Zeichen erkennen Sie die Hautalterung

Eine reife Haut erkennen Sie an verschiedenen Charakteristika. Dazu zählen natürlich in erster Linie die Falten in den Augenwinkeln, die tiefen Nasolabialfalten, die sich von den Nasenflügeln bis zu den Mundwinkeln ziehen, sowie den Stirnfalten. Diese Bereiche der Haut werden durch die Mimik am häufigsten bewegt, deshalb zeigt sich die Faltenbildung hier am stärksten; hinzu kommt die nachlassende Hautfeuchtigkeit. Auch der Hals ist im fortgeschrittenen Alter von Falten betroffen. Augenringe, in der Medizin auch „halonierte Augen“ genannt, sind ein Ergebnis der dünner werdenden Haut sowie des Abbaus des Unterhautfettgewebes. Das Fettgewebe unter den Augenhöhlen ist auch in jungen Jahren nicht besonders stark, sodass das unter der Haut liegende (subkuntane) Adergeflecht durchscheint und die dunkle Färbung verursacht. Auffällige Tränensäcke sind meist auf eine altersbedingte Schwäche des Bindegewebes zurückzuführen.

Ein weiteres Phänomen bei reifer Haut sind die sogenannten Lentigines seniles, umgangssprachlich Altersflecken genannt. Dabei handelt es sich um gutartige Pigmentansammlungen. Die Haut lagert bei langjähriger UV-Einstrahlung das Pigment Melanin unregelmäßig ein. Die Flecken sind völlig harmlos, können aber als ästhetisch unschön angesehen werden.

In diesem Fall stehen Ihnen verschiedene Therapieverfahren zur Verfügung: Mit einem Laser werden die Melanine zerstört und die Zerfallsprodukte dann vom Körper absorbiert. Mithilfe der Dermabrasions-Technik werden die obersten Hautschichten (Epidermis) abgeschliffen, wobei die Pigmentflecke entfernt werden. Ein weiteres Verfahren ist das Peeling mit konzentrierten Fruchtsäuren, bei dem die beiden oberen Hautschichten abgelöst und die überflüssigen Pigmente gleich mitbeseitigt werden.

Das können Sie gegen vorzeitige Hautalterung tun

Die wichtigsten Maßnahmen gegen den Alterungsprozess haben Sie selbst in der Hand. Vermeiden Sie vor allem eine intensive UV-Bestrahlung, also lange Sonnenbäder. Die Strahlung trocknet die Haut aus, ihre Regenerationsfähigkeit wird vermindert. Achten Sie deshalb beim Strandurlaub auf einen ausreichenden UV-Schutz und eine geeignete Kleidung, die keine ultravioletten Strahlen durchlässt. Auf diese Weise verringern Sie das Risiko für die Entstehung eines schwarzen Hautkrebses (malignes Melanom). Verzichten Sie außerdem auf den Besuch eines Solariums.

Folgendes kann außerdem eine vorzeitige Hautalterung verhindern:

  • Reichlich Schlaf sowie ein ausgeglichener Schlafrhythmus stärken Ihre Abwehrkräfte und die Regenerationsfähigkeit Ihrer Haut.
  • Ältere Menschen haben ein herabgesetztes Durstempfinden, trinken Sie dennoch viel Wasser, um den Feuchtigkeitshaushalt Ihrer Haut zu unterstützen. Eine ideale Flüssigkeitsmenge sind eineinhalb bis zwei Liter am Tag. Aber Achtung: Zuviel Wasser (beispielsweise ab 5 Liter) ist ungesund, weil es den Elektrolythaushalt Ihres Körpers aus dem Gleichgewicht bringt, zu viele Mineralstoffe ausgeschieden werden, was den Natriumgehalt des Blutes absenkt.
  • Um dem verminderten Nährstoffgehalt des Organismus entgegenzuwirken, sollten Sie viel frisches Obst und Gemüse zu sich nehmen.

Reinigung und Pflege für reife Haut: Das sollten Sie tun

Eine reife Haut ist in der Regel auch eine trockene Haut. Vermeiden Sie lange heiße Vollbäder, die die Austrocknungserscheinungen noch verstärken. Eine kurze, warme Dusche mit einem neutralen Duschgel ist völlig ausreichend. Rückfettende Körperöle und Cremes unterstützen den Fetthaushalt der Haut. Alkoholhaltige Reinigungsmittel gehören nicht in den Kosmetikschrank. Seifen sollten einen pH-Wert von circa 5,5 haben. Daneben sind spezielle Reinigungscremes für reife Haut erhältlich, die viel Fett enthalten und deren Rückstände mit Kosmetiktüchern oder weichen Handtüchern nach dem Einmassieren sanft abgerieben werden. Verwenden Sie eine feuchtigkeitshaltige Tagescreme und eine nährstoffreiche Nachtcreme. Achten Sie besonders auf die Pflege der Hautpartien um die Augen und den Hals, um einer weiteren Faltenbildung vorzubeugen. Denken Sie im Sommer und gerade beim Strandurlaub an einen ausreichenden Sonnenschutz.

Viele Pflegestrategien für reife Haut

Reife Haut gehört nicht zu den klassischen Hauttypen. Sie ähnelt am ehesten der trockenen Haut, weshalb die Pflegemittel weitgehend identisch sind. Verzichten Sie auf Alkohol sowie Nikotin und schützen Sie sich vor zu viel Sonneneinstrahlung. So haben Sie gute Aussichten, Ihre Haut auch im Alter straff und elastisch zu erhalten.

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