Trockene Haut: Ursachen, Symptome und Behandlung

Eines der häufigsten Symptome, unter denen Hautpatienten leiden, ist die Xerodermie (trockene Haut). Nicht nur Alter, Mangelernährung, Alkohol- und Tabakkonsum oder Umwelteinflüsse wie trockene Heizungsluft können als Ursachen infrage kommen, auch diverse Erkrankungen gehen mit diesem Hautbild einher. Ebenso verursachen einige Medikamente eine trockene Haut als Nebenwirkung. Dazu kommt in vielen Fällen eine erbliche Veranlagung. Falls Sie zu trockener Haut neigen, stehen Ihnen wirksame Pharmazeutika und Pflegemittel zur Verfügung. Das gleiche gilt für die trockene Haut als Krankheitssymptom. Auch hier bietet die Dermatologie eine ganze Reihe effektiver Behandlungen an.

Bei trockener Haut auf Feuchtigkeit achten

Wie erkennen Sie die trockene Haut?

Bei einer trockenen Haut ist der Feuchtigkeitshaushalt aus dem Gleichgewicht geraten. Die Talgdrüsen, die sie elastisch, geschmeidig und immer leicht feucht halten sollen, produzieren zu wenig Fette – dadurch ist die Regulation der Hautfeuchtigkeit gestört.
Trockene Haut ist sehr

  • feinporig,
  • rau,
  • rissig
  • spröde und
  • verursacht Spannungsgefühle sowie Juckreiz.

In extremen Fällen kann es zu einem Exsikkationsekzem (Austrocknungsekzem) kommen. Dieses Ekzem tritt vor allem an der Innenseite der Oberschenkel, der Arme und an den Flanken des Rumpfes auf. Die Hautareale an diesen Stellen verfügen nur über wenige Talgdrüsen sowie eine schlechtere Durchblutung als beispielsweise die Gesichtshaut. Die Erkrankung kommt im fortgeschrittenen Alter häufiger vor. Auch eine mangelnde Flüssigkeitszufuhr und übermäßiges Waschen mit aggressiven Seifen und Waschgels zählen zu den Ursachen. Die betroffenen Hautstellen werden rissig, rot und können oftmals sogar bluten. Zur Pflege dienen rückfettende Cremes, Lotionen und Salben sowie medizinische Ölbäder, ebenso feuchtigkeitsspendende Pflegeprodukte beispielsweise mit Urea (Harnstoff).

Ergänzend kann trockene Haut auch von innen gepflegt werden. Dazu gehört in erster Linie, ausreichend zu trinken – circa zwei Liter Wasser am Tag gelten als ideal. Zudem können vitamin- und kollagenhaltige Präparate dazu beitragen, das Hautbild zu verbessern. Kollagen ist ein körpereigenes Protein, das Bestandteil der Haut ist und vergleichsweise viel Wasser speichern kann. Eine Einnahme entsprechender Präparate soll dazu beitragen, die Hautfeuchtigkeit zu verbessern.

Erkrankungen und Hauttrockenheit

Aber nicht nur alters- oder verhaltensbedingte Faktoren begünstigen eine Xerodermie, auch zahlreiche Erkrankungen fördern eine trockene Haut, wie beispielsweise:

  • Neurodermitis: Die Neurodermitis (atopisches Ekzem) ist mit über drei Millionen Patienten in Deutschland eine der häufigsten Erkrankung aus der Gruppe der sogenannten Immundermatosen. Bei diesen chronischen entzündlichen Erkrankungen liegt eine überschießende Reaktion des Immunsystems (Autoimmunerkrankung) vor, welche die Beschwerden auslöst. Kinder, die in späteren Jahren an Neurodermitis erkranken, zeigen schon als Säuglinge häufig Milchschorf als ersten Hinweis. Eltern von Kindern mit Hautveränderungen sollten deshalb frühzeitig ärztlichen Rat einholen. Eine trockene Haut und der damit einhergehende Juckreiz sind die Leitsymptome dieses Krankheitsbildes. Die Folgen der entzündeten Haut sind Rötungen, Schuppen sowie Ekzeme. Bei Neurodermitis-Patienten ist zudem die Barrierefunktion der Haut geschwächt, was die Entzündungsreaktionen begünstigt. Die Hautveränderungen treten vor allem an den Ellenbeugen und Kniekehlen, im Nacken sowie Hals- und Gesichtsbereich auf. Der bisweilen extreme Juckreiz ist besonders für Kinder eine quälende Erscheinung. Behandlung: Neurodermitis ist zum jetzigen Zeitpunkt der Medizinforschung nicht vollständig heilbar. Jedoch können aber die Symptome mit Salben, Pharmazeutika oder UV-Behandlungen in einigen Fällen so weit gelindert werden, dass ein weitgehend beschwerdefreies Leben ermöglicht wird. An der Entstehung einer Neurodermitis sind viele Faktoren beteiligt. Sehr wichtig ist daher die Diagnose von möglichen Allergien und anderen, zum Beispiel psychischen Ursachen, die bei jedem Patienten individuell ermittelt werden müssen.
  • Psoriasis: Die Schuppenflechte ist ebenfalls eine Autoimmunerkrankung und kann in mehreren Erscheinungsformen auftreten: Von der Psoriasis vulgaris sind die meisten Patienten betroffen, die Psoriasis arthropathica bewirkt neben der Hautveränderung auch eine arthritische Entzündung der Gelenke. Die Psoriasis pustulosa erscheint mit Pusteln. Aufgrund der vererbten Veranlagung und klaren Symptomen ist die Schuppenflechte leicht zu diagnostizieren: Stark schuppende, trockene, rote und erhabene Hautstellen erkennt der Dermatologe mittels einer Sichtdiagnose und gründlicher Untersuchung der Haut. Wie die Neurodermitis lässt sich auch die Psoriasis nicht ursächlich bekämpfen, da sie ebenfalls genetisch bedingt ist. Behandlung: Mit harnstoff- und salicylsäurehaltigen Salben, Medikamenten zur Hemmung der überschießenden Reaktion des Immunsystems oder einer Phototherapie mit Solebädern und gleichzeitiger UV-Bestrahlung lassen sich die Beschwerden lindern.
  • Morbus Crohn: Die chronisch-entzündliche Darmerkrankung Morbus Crohn zählt ebenfalls zu den Autoimmunerkrankungen. Der Darm ist aufgrund zahlreicher Ursachen nicht in der Lage, die für den Organismus nötigen Nährstoffe aus dem Nahrungsbrei zu ziehen (Malabsorptionssyndrom). Diese Mangelversorgung wirkt sich auf den Zustand der Haut aus, die trocken und rissig wird und juckt. Erkrankungen, die eine ähnliche Wirkung auf die Haut haben, sind die Colitis ulcerosa, die zur gleichen Krankheitsgruppe wie Morbus Crohn gehört sowie die Zöliakie (Glutenunverträglichkeit), eine chronische, ernährungsbedingte Überempfindlichkeitserkrankung des Darms.
  • Diabetes Mellitus: Auf den ersten Blick wird man eine Stoffwechselerkrankung wie die Zuckerkrankheit nicht mit einer trockenen Haut in Zusammenhang bringen. Da aber der Diabetes die Nervenfunktion beeinträchtigt, sind die Talgdrüsen, die von Nerven gesteuert werden, in Mitleidenschaft gezogen. Die Krankheit stört zudem die Durchblutung sowie die Zellneubildung der Epidermis, was eine Folge des Insulinmangels ist. Auch die verminderte Immunabwehr des Körpers begünstigt eine trockene Haut.

Was Sie bei trockener Haut tun können

Falls Sie nicht von den oben beschriebenen Erkrankungen betroffen sind, die einer eingehenden Diagnostik und speziell abgestimmter Therapie bedürfen, sondern „nur“ an trockener Haut leiden, stehen Ihnen wirksame Produkte zur Regulierung des Feuchtigkeits- und Fetthaushaltes Ihrer Haut zur Verfügung. Auch rückfettende Cremes und Lotionen können helfen. Andererseits können Sie verhindern, dass die Haut Feuchtigkeit verliert, in dem Sie nicht zu lange duschen oder baden, dabei auf Schaumbäder verzichten und stattdessen Badeöle benutzen. Bei trockener Gesichtshaut empfehlen sich pflanzliche Öle aus Mandeln und Aloe vera. Ist der Juckreiz zu stark, können Sie auch zu polidocanolhaltigen Salben greifen, einem schmerz- und juckreizlindernden Lokalanästhetikum.

Fazit
Bei manchen Menschen ist die trockene Haut eine verhaltens- oder altersbedingte Erscheinung. In einigen Fällen ist aber eine Grunderkrankung die Ursache, die ein entsprechend qualifizierter Facharzt behandeln muss.

Hier weiterlesen:

Die Haut beruhigen Anzeige >>

Welcher Hauttyp bin ich? >>

Pflege für trockene Haut >>