Juckreiz: Kratzen ist die falsche Therapie

Dieses Gefühl kennt jeder: Eine Stelle, an die man mit bloßen Händen und ohne fremde Hilfe garantiert nicht heranreicht, fängt an zu jucken. Das Verlangen, sich zu kratzen, wird übermächtig, der Juckreiz ebenfalls. Türrahmen, Kochlöffel, jeder Gegenstand ist recht, solange nur der Juckreiz damit ausgeschaltet werden kann. Das Infame allerdings ist, dass alle Versuche, sich zu kratzen damit enden, dass das Jucken nur stärker wiederkehrt. Warum dies so ist, welche Phänomene den Reiz auslösen und was Sie nachhaltig gegen den Juckreiz unternehmen können, haben wir hier für Sie zusammengefasst.

rau leidet an Juckreiz und kratzt ihren Arm

Wie wird Juckreiz definiert?

Juckreiz oder lateinisch ‚Pruritus‘ kann von einer ganzen Reihe von Erkrankungen, Substanzen und Medikamenten ausgelöst werden. Grob unterteilen lassen sich seine verschiedenen Erscheinungsformen in Pruritus con materia einerseits, also Juckreiz als Begleiterscheinung von Hauterkrankungen wie beispielsweise der Schuppenflechte (Psoriasis), dem atopischen Ekzem (Neurodermitis) oder der Nesselsucht (Urtikaria), und Pruritus sine materia andererseits, sprich Juckreiz bei ersichtlich symptomfreier Haut. Beim letztgenannten Symptom handelt es sich um die Folge von inneren Erkrankungen, Allergien, Kontaktgiften oder auch psychischen Erkrankungen. Auch trockene Haut oder Haut, die sich nach dem Sonnenbrand schält, neigt zu verstärktem Jucken. Als weitere Unterscheidung gilt der Juckreiz am ganzen Körper (generalisierter Juckreiz) im Gegensatz zum Juckreiz an bestimmten Körperstellen (lokalisierter Juckreiz).

– Anzeige –

Sensicutan Creme

Als Juckreiz bezeichnet man die Reaktion bestimmter Nervengruppen auf die genannten Auslöser. Die menschliche Haut ist von zahlreichen, hochempfindlichen Nervenendigungen durchzogen. Diese Nerven reagieren auf den Ausstoß bestimmter Botenstoffe, die der Körper beispielsweise beim Mückenstich freisetzt. Die Mücke injiziert beim Stich mit ihrem Speichel eine gerinnungshemmende Substanz. Der Organismus setzt nun Histamine frei. Diese Botenstoffe oder Neurotransmitter spielen eine wichtige Rolle bei der Immunabwehr. Der Mensch registriert den Histamin-Ausstoß als Jucken und reagiert mit Kratzen der Haut. Dies ist aber kontraproduktiv, denn erstens verteilt sich der Gerinnungshemmer so unter der Haut und zweitens regt das Kratzen die Zellen nur an, weitere Botenstoffe auszuschwemmen.

Welche Ursachen kann Juckreiz haben?

Alle Ursachen des Pruritus aufzuzählen, ist schlechterdings kaum möglich, bedenkt man, dass hunderte allergene Stoffe und tausende pflanzliche und tierische Gifte existieren, die einen Juckreiz verursachen können. Auch ist der Zusammenhang zwischen Erkrankung und Juckreiz in vielen Fällen nicht geklärt. Wir beschränken uns hier auf die häufigsten Erkrankungen und sonstige häufige Ursachen.

Hauterkrankungen: Hauptauslöser von Juckreiz

Es scheint naheliegend, in dem Organ, in dem sich der Juckreiz manifestiert, auch seine Ursache zu suchen. Von Juckreiz werden häufig begleitet:

  • Trockene Haut: Die Xerodermie tritt im Alter und im Winter bei trockener Heizungsluft besonders häufig auf. Neben dem Juckreiz sind die glanzlose Hautoberfläche und die starken Spannungsgefühle weitere Symptome.
  • Der Befall durch Hautpilze zieht meist runde, gerötete und schuppende Hautstellen nach sich, die auch durch ihren Geruch auffallen können.
  • Die Schuppenflechte (Psoriasis) kann durch verschiedene Faktoren wie Erbanlagen oder eine überschießende Immunreaktion ausgelöst werden. Die Haut schuppt stark und rötet sich.
  • Auch die Neurodermitis (Atopisches Ekzem) zählt zu den Autoimmunerkrankungen. Die juckenden Stellen können am ganzen Körper auftreten, besonders aber an den Kniekehlen und Armbeugen.
  • Ekzeme und Nesselsucht: Hier ist die Ursache oft unbekannt. Es bilden sich unterschiedlich große, stark juckende Quaddeln.
  • Bei Allergien werden die bereits erwähnten Histamine ausgestoßen. Auslöser kann der Kontakt mit natürlichen Substanzen (Blütenpollen) oder bei der Kontaktallergie unedle Metalle wie Nickel sein. Der Juckreiz geht auch hier mit der Bildung von Quaddeln einher.
  • Menschen, die von Hautparasiten wie Krätzmilben oder Kopfläusen befallen werden, berichten von schwer beherrschbarem Juckreiz.

Innere Erkrankungen/Tumorerkrankungen

Auch zahlreiche Erkrankungen der inneren Organe können Juckreiz auslösen:

  • Bei Erkrankungen der Leber wie der Leberzirrhose oder bei Nierenschädigung mit anschließender Dialyse (künstliche Blutwäsche) kommt es aus nicht geklärter Ursache zu einem generalisierten Juckreiz.
  • Bei Tumoren lösen eher die Maßnahmen der Therapie, so beispielsweise die Bestrahlung, den Juckreiz aus. Eine Ausnahme ist das Non-Hodgkin-Lymphom. Diesem aggressiven Krebs geht häufig schon lange vor der eigentlichen Diagnose ein schwer zu lokalisierender Juckreiz voraus.

– Anzeige –

Sensicutan Creme

Stoffwechselerkrankungen

  • Schilddrüsenüberfunktion, Hormonschwankungen und Diabetes Mellitus (Zuckerkrankheit) sind Auslöser für das Hautjucken. Bei der Zuckerkrankheit liegt die Ursache in einem geschwächten Immunsystem, das für Pilzerkrankungen anfällig wird.
  • Generalisiertes Jucken kann auch durch Fehlernährung oder Ernährungsstörungen wie Bulimie ausgelöst werden.

Infektionserkrankungen

  • Auch die HIV-Infektion geht häufig mit juckendem Ausschlag einher, der wie bei anderen immunschwächenden Erkrankungen das Ergebnis einer Hautpilzinfektion sein kann.
  • Bei Masern und Windpocken sind es die Bläschen, die den Juckreiz auslösen.

Sonstige Ursachen

  • Psychische Erkrankungen wie beispielsweise Zwangsstörungen können mit einem Juckreiz einhergehen. Bei einem Waschzwang trocknet die Haut durch die ständige Konfrontation mit Reinigungsprodukten aus.
  • Auch zahlreiche Medikamente können vorübergehenden oder dauerhaften Juckreiz ausüben. Dazu zählen unter anderen Antibiotika, Entzündungshemmer (Antiphlogistika), Psychopharmaka, zur Tumormedizin zählende Zytostatika, Gerinnungshemmer sowie Opiate.

Wie bekämpft man den Juckreiz?

Auch wenn der Gedanke daran noch so verlockend ist: kratzen hilft nicht. Im Gegenteil, die Wunden, die eventuell entstehen, können sich entzünden und für neuen Juckreiz sorgen. Wichtig ist, dass die Ursache bekämpft wird, sprich ein Medikament gegen ein anderes getauscht, die Nähe zu Allergenen gemieden, bei Allergien eine Hyposensibilisierung durchgeführt oder bei trockener Haut die richtige Pflege angewendet wird. Gegen diverse Hauterkrankungen helfen kortisonhaltige Salben. Voraussetzung für deren Anwendung ist eine vorherige exakte Diagnose durch einen Dermatologen. Auch histaminhemmende Medikamente können für das Ende des lästigen Juckens sorgen.

Mehr zum Thema:

Alles über schuppige Haut >>

Trockene Haut – ein Überblick >>

Sensicutan® lindert Juckreiz Anzeige >>