Ekzem: Sammelbegriff für verschiedenste Hautkrankheiten

Das eine Ekzem gibt es nicht. Vielmehr werden unter dem Begriff Ekzem viele unterschiedliche Hautkrankheiten zusammengefasst. Fast jeder Mensch ist im Laufe seines Lebens von Ekzemen betroffen. Diese haben verschiedene Ursachen und zeigen sich durch teils ähnliche, teils unterschiedliche Symptome auf der Haut. Allen gemeinsam ist, dass sie mehr oder weniger stark jucken, entzündlich und nicht ansteckend sind. Je nachdem, um welche Art von Ekzem es sich handelt, bietet die Medizin eine Vielzahl an Möglichkeiten an, wie sich Ekzeme vermeiden beziehungsweise deren Beschwerden lindern lassen.

Die Vielzahl an Ekzemen ist groß

Alle Arten von Ekzemen in einem überschaubaren Rahmen aufzuzählen und zu beschreiben, ist nahezu unmöglich. Es existieren jedoch mehrere Unterscheidungskriterien, nach denen Ekzeme eingeordnet werden können: So ist es zum Beispiel möglich, anhand der Örtlichkeit (Handekzem, Fußekzem), des Krankheitsverlaufes (akut oder chronisch) oder der Ursachen beziehungsweise Auslöser des Ekzems (endogen oder exogen) zu differenzieren. Besonders häufige Formen von Ekzemen sind das atopische und das seborrhoische Ekzem. Diese werden dann nochmals zum Beispiel anhand des Entstehungszeitpunkts voneinander abgegrenzt: Tritt das atopische Ekzem im Säuglingsalter auf, wird es als Milchschorf  bezeichnet. Bei Erwachsenen wird das atopische Ekzem als Neurodermitis bezeichnet.

Welche unterschiedlichen Ursachen beziehungsweise Auslöser haben Ekzeme?

Die verschiedenen Arten von Ekzemen haben unterschiedliche Ursachen und Auslöser. Bei den meisten Formen sind diese noch nicht vollständig von der Wissenschaft erforscht. Für die Entstehung des atopischen Ekzems muss eine erbliche Vorbelastung bestehen. Dies trifft ebenfalls auf andere Ekzeme zu, die vorwiegend durch innere Faktoren und körperliche Voraussetzungen begünstigt werden.

Exogene Ekzeme werden vielmehr durch äußere Einflüsse hervorgerufen und werden daher auch als Kontaktekzeme bezeichnet. Zu den häufigsten Auslösern zählen Chemikalien, Desinfektionsmittel, Rasierwasser, parfümhaltige oder alkoholische Produkte, Metalle (Nickel), Schmuck, Haarfärbemittel oder Pflanzenpollen. Komplikationen können beispielsweise durch eine sekundäre Infektion mit Krankheitserregern, vor allem Bakterien, entstehen. Einige Berufsgruppen wie Friseure, Industriearbeiter oder Reinigungspersonal sind besonders häufig von Kontaktekzemen betroffen, weshalb man auch von einer Berufskrankheit spricht.

Ekzeme können sich optisch stark unterscheiden

Auch wenn die Ursachen von Ekzemen unterschiedlich sind, so gibt es im Erscheinungsbild doch einige Gemeinsamkeiten. Das Wort Ekzem stammt aus dem Griechischen und bedeutet in etwa „durch Hitze herausgetriebener Ausschlag“. Das deutsche Synonym der Ekzeme, nämlich Juckflechte, gibt einen Hinweis auf ihr Erscheinungsbild. Es handelt sich um brennende, kitzelnde und/oder kribbelnde Hautirritationen, verbunden mit Entzündungsreaktionen. Bei schwereren Ekzemen kommt es zusätzlich zur Bildung von Bläschen, die in der Folge verkrusten.
Welche weiteren Symptome mit einem Ekzem verbunden sind, ist nicht zuletzt von der Art abhängig: So ist der Juckreiz beispielsweise beim atopischen in der Regel stärker ausgeprägt als beim seborrhoischen Ekzem. Dieses weist dafür Schuppen auf, die gelb oder weiß und fettig sind, wohingegen das atopische Ekzem mehr eine rötliche Verfärbung hat und nässt.

Die Behandlung von Ekzemen kann stark variieren

Da Ekzeme so unterschiedliche Ursachen und Erscheinungsbilder aufweisen, werden sie auch nicht einheitlich behandelt. Zunächst sollte ein Facharzt eine genaue Diagnose stellen, um welche Art von Ekzem es sich handelt. Nicht zuletzt davon und ebenso von der Schwere sowie dem Zustand der Erkrankung ist abhängig, welche Therapie für Sie geeignet ist.

Es gibt eine Vielzahl von Präparaten, die von Dermatologen zur Behandlung von Ekzemen empfohlen werden: Dazu gehören Arzneien, die Verkrustungen und Schuppen lösen, Entzündungen hemmen, den Juckreiz stillen sowie generelle Beschwerden lindern sollen. Um diese Ziele zu erreichen, können Ölbäder genommen, alkoholfreie Salben aufgetragen, feuchte Verbände oder Umschläge angelegt werden.

Bei einem bakteriellen Befall werden in der Regel Antibiotika eingenommen. Hingegen kommen bei einem atopischen Ekzem häufig kortisonhaltige Salben zum Einsatz. Allerdings sei an dieser Stelle nochmals betont, dass es nicht den einen Königsweg zur Bekämpfung eines Ekzems gibt. Die Lösung ist immer eine individuelle.

Welche Tipps im Umgang mit Ekzemen gibt es?

Wenn eine Neigung zu Hautekzemen – zum Beispiel durch erbliche Veranlagung – besteht, kommt einer konsequenten und intensiven Hautpflege eine große Bedeutung zu. Wie oben erwähnt, ist das seborrhoische Ekzem erblich bedingt und kann durch exogene Faktoren ausgelöst werden. Deswegen sollte im Alltag auf Dinge und Inhaltsstoffe verzichtet werden, welche die Gefahr bergen, ein Ekzem zu entfachen.

Seien Sie also vorsichtig im Umgang allergieauslösenden Substanzen wie Putzmittel oder Lotionen, die Alkohol enthalten, da diese die Haut reizen können Bei einer Veranlagung zu einer trockenen Haut meiden Sie zu heiße Wasser- und zu ausgiebige Sonnenbäder, da diese die Haut zusätzlich austrocken (Austrocknungsekzem). Aktives wie passives Rauchen sollten Sie ebenfalls meiden, da im Tabak hautreizende Stoffe enthalten sind.

Um das Immunsystem zu stärken, ist es wichtig, dass Sie zusätzlich auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung achten. Eine zusätzliche Pflege der Haut mit geeigneten Mitteln, dient ebenfalls der Vorbeugung von Ekzemen. Grundsätzlich empfiehlt es sich zudem, Kleidung zu tragen, die luftdurchlässig ist, da man dann weniger schwitzt, die Haut weniger reizt und entsprechend weniger anfällig für Entzündungen ist.