Quaddeln und Pusteln: Zeichen unterschiedlicher Erkrankungen

Im Gegensatz beispielsweise zu Pickeln, Pusteln und Mitesser sind Quaddeln nicht das Ergebnis unreiner Haut oder einer Akne. Vielmehr sind diese Exantheme, wie die Ausschläge in der Fachsprache genannt werden, meist das Ergebnis einer allergischen Reaktion oder Nebenwirkung einer Medikamenteneinnahme. Die Diagnose ist meist recht einfach, die Therapie richtet sich nach der verursachenden Grunderkrankung. Pusteln oder umgangssprachlich ‚Pickel‘ lassen sich hingegen auf entzündliche Vorgänge der Haut zurückführen.
Bläschenbildung bei Quaddeln und Pusteln

Woran erkenne ich Quaddeln, Blasen und Pusteln?

Äußerlich lassen sich die Symptome leicht voneinander unterscheiden. Die Quaddel ist eine blasse, leicht erhabene und runde bis unregelmäßig geformte Hauterscheinung, die meist von einem roten Ring umgeben ist. Die Blase ist in der Regel mit Wasser gefüllt und erzeugt häufig einen unangenehmen Juckreiz, wie beispielsweise bei Insektenstichen oder nach Berührungen mit Brennnesseln. Die Pustel besteht aus einer erhabenen, punktförmigen Einschmelzung mit spitzem oder rundem Kopf, der mit Eiter gefüllt ist. Die Eiterblase ist von einem roten Hof umgeben. Berührungen schmerzen je nach Größe und Tiefe der Entzündung.

Wie entstehen Quaddeln und Pusteln?

Eine Quaddel entsteht, im Gegensatz zur Pustel, beispielsweise nach dem Kontakt mit pflanzlichen oder tierischen Giften oder als Allergie nach dem Kontakt mit einem allergenen Metall. Dabei fluten die Abwehrzellen der Haut, die sogenannten Mastzellen, die Dermis (mittlere Hautschicht) mit den Gewebehormonen Serotonin und Histamin. Die körpereigenen Substanzen erhöhen die Durchlässigkeit der kleinen Gefäße, in deren Folge Flüssigkeit ins Gewebe eindringt. Das Gewebevolumen nimmt zu, was schließlich als Wölbung der Haut wahrgenommen wird.

Bei der Entstehung von Pusteln oder Pickel spielen Bakterien eine entscheidende Rolle. Wenn beispielsweise in der Pubertät die männlichen Sexualhormone die Talgproduktion der Haut anregen, kann der Talg verhornen und den Follikelkanal verstopfen. Dieser Pfropf ist ein idealer Nährboden für Bakterien beispielsweise der Art Propionibacterium acnes. Kommt es zur Besiedlung mit dieser oder einer anderen Bakterienart, ist oft eine Entzündung die Folge. Bei Jugendlichen, vor allem männlichen Teenagern, ist die Akne Vulgaris die mit Abstand häufigste dermatologische Diagnose. Jede dritte Untersuchung beim Hautarzt endet mit dem Befund ‚Akne‘.

Welche Erkrankungen erzeugen Quaddeln und Pusteln?

Die Pusteln werden mit den verschiedenen Formen von Akne assoziiert, Quaddeln hingegen mit unterschiedlichen, oft äußerlichen Einflüssen. Ein wichtiger Begriff in diesem Zusammenhang ist die so genannte Nesselsucht (Urtikaria). Ihren Namen verdankt diese Erkrankung der Reaktion, die beim Hautkontakt mit Brennnesseln eintritt. Mit den juckenden, rötlichen oder hellen Quaddeln reagiert der Körper auf Stress, Medikamente, Insektengifte und unverträgliche Nahrungsmittel. Auch eine überschießende Immunantwort des Körpers kann eine Nesselsucht auslösen. In einigen Fällen lässt sich keine Ursache ausmachen, Hautärzte sprechen dann von einer idiopathischen Urtikaria. Allergien spielen entgegen landläufiger Meinung nur bei jedem zehnten Fall eine Rolle. Auch physikalische Einflüsse wie Hitze, Kälte, Wärme und Druck können eine Nesselsucht auslösen.

Chronischer und akuter Verlauf der Nesselsucht

In der Regel ist das Phänomen zeitlich begrenzt, das heißt, die Quaddeln bleiben über einige Stunden oder Tage bestehen und verschwinden dann wieder. In anderen Fällen hingegen wird die Erkrankung chronisch, was weitreichende Folgen für das Leben der Betroffenen haben kann. Der Juckreiz kann so stark sein, dass er bis zur Arbeitsunfähigkeit führt. Auch die akute Verlaufsform kann für den Patienten gefährlich werden, wenn in Folge der Nesselsucht Kreislaufzusammenbrüche, Luftnot oder Angioödeme auftreten, oder aber Schwellungen, die durch ihr Auftreten in der Nähe des Kehlkopfs lebensbedrohlich werden können. Allerdings existieren erfolgversprechende Behandlungsstrategien gegen die Erkrankung.

Therapie der Nesselsucht

Einer erfolgreichen Therapie muss eine exakte Diagnose vorausgehen, das trifft im Falle der Urtikaria fast noch mehr zu als bei anderen Krankheitsbildern, weil eine Unzahl an möglichen Auslösern existiert. Ist die Ursache identifiziert, kann es eine gute Strategie sein, sich von ihr möglichst fern zu halten. Bei Nahrungsmitteln und Medikamenten ist das gut zu realisieren. Verursachen Insektenstiche oder Sonneneinstrahlung die Quaddeln, ist es schon schwieriger, sich den schädlichen Einflüssen zu entziehen. Auch eine medikamentöse Therapie der Quaddeln ist möglich. In diesem Fall verordnet der Hautarzt Antihistaminika (die beispielsweise auch bei schweren Allergien gegeben werden) und Kortisonpräparate.

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