Pickel: Kleine Eiterblase, große Auswirkung

Der Duden definiert einen Pickel als „Entzündung in Form einer kleinen, rundlichen oder spitzen [mit Eiter gefüllten] Erhebung auf der Haut“ sowie als mundartliche Nebenform von ‚Pocke‘.1 Für viele Teenager und von Akne Betroffene ist der Begriff ‚Pickel‘ jedoch mit dem Begriff einer unreinen Haut verbunden: Pickel, Pusteln und Mitesser gelten als Schönheitsmakel, der eine erhebliche psychische Belastung nach sich zieht. Pickel stellen vor allem für Heranwachsende ein Problem dar, das sich auch durch gründliche Pflege und strenge Hygiene nicht vermeiden lässt. Welche Behandlungsmöglichkieten es gibt, lesen Sie hier.

Frau drückt Pickel aus

Warum bilden sich Pickel? Die Ursache für die Pickelbildung sind die männlichen Sexualhormone, die eine verstärkte Produktion der Talgdrüsen provozieren. Der Talg verhornt und verstopft den Talkdrüsenkanal. Der verstopfte Kanal bietet den idealen Nährboden für Bakterien. Die Haut entzündet sich, der Pickel ist da.

Pickel im Unterschied zu Mitessern

Pickel und Mitesser (Komedo) sind direkte Verwandte, deren Ursachen sich gleichen. Im Unterschied zur Pickelbildung bleibt bei der Entstehung von Mitessern die bakterielle Besiedelung und Entzündung der Haut allerdings aus. Beim Mitesser verstopft der erwähnte Talgdrüsenkanal zwar ebenfalls, dessen Inhalt wird jedoch lediglich als kleiner Punkt sichtbar. Beim geschlossenen oder weißen Komedo ist die Follikelöffnung geschlossen: Ein heller Punkt entsteht. Beim offenen oder schwarzen Komedo steht der Follikel offen: Die verhornte Talgmasse ist mit bloßem Auge als kleiner schwarzer Punkt erkennbar. Die Färbung bewirkt der Hautfarbstoff Melanin, der an der Oberfläche mit dem Luftsauerstoff reagiert und schwarz wird.

Ursachen für Pickel

Pickel im Gefolge einer Akne sind das Ergebnis eines komplexen Entstehungsprozesses. Da sich die Akne in manchen Familien häuft, liegt der Gedanke einer erblichen Anlage zur Akne nahe. So haben beispielsweise Kinder von Aknepatienten eine hohe Wahrscheinlichkeit, ebenfalls daran zu erkranken. Auch Untersuchungen an Zwillingen bestätigen diese Beobachtung. Ergebnisse neuerer Forschung deuten darauf hin, dass weitere Faktoren wie beispielsweise Stress und Nikotinmissbrauch ebenfalls die Bildung von Pickeln im Zug einer Akne begünstigen können. Gleiches gilt für eine übermäßige Sonnenexposition. Belastbare Studien, die den Zusammenhang zwischen den Ernährungsgewohnheiten und dem Hautbild von Aknepatienten zweifelsfrei belegen können, fehlen hingegen.

Erkrankungen, die Pickel verursachen

Die hormonelle Umstellung während der Pubertät und auch hormonelle Schwankungen während des Erwachsenenlebens sind nicht die einzigen Pickel verursachenden Faktoren. Akne entwickelt sich auch durch die Kombination von UV-Einstrahlung und Sonnenschutzmitteln (Mallorca-Akne), durch die Einwirkung von Kosmetika (Acne cosmetica,), Medikamenten (Acne medicamentosa) sowie bei Kontakt zu bestimmten Schadstoffen (Öl- oder Chlorakne). Außerdem können Schwangere, Neugeborene und Erwachsene jeweils an bestimmten Formen der Akne und damit unter Pickeln leiden.

Eine andere Erkrankung, die Pickel hervorbringt, ist die Follikulitis. Hierbei handelt es sich nicht um eine Form der Akne, sondern um eine Entzündung des oberen Teils des Haarbalgs oder -follikels. Der Follikel ist der Schaft, in dem das Haar steckt. Die Therapie des Krankheitsbildes unterscheidet sich in wesentlichen Zügen jedoch nicht von der Aknetherapie. Die Krankheit entsteht durch eine übermäßige Besiedlung von Bakterien, meistens der Art Staphylococcus aureus. Alle behaarten Körperstellen können betroffen sein.

Behandlung von Pickeln

Ungeachtet der Grunderkrankung bestehen bei der Behandlung von Pickeln in der Regel zwei Optionen:

  1. Gelegentlich erscheinende Hautentzündungen bedürfen keiner Behandlung; hier reicht es, wenn der Betroffene sich ausgewogen ernährt, viel Wasser trinkt, auf das Rauchen verzichtet und pH-neutrale Reinigungs- und Pflegeprodukte nutzt.
  2. Bei häufiger Bildung von Pickeln und starker Entzündung der Haut ist der Gang zum Dermatologen der erste Schritt zu einer erfolgreichen Therapie. Je nach Ursache ist eine äußerliche Therapie mit Aknetoilette (Entfernung der Pickel durch erfahrenes Personal), der Einsatz von Antibiotika (innerlich als Tabletten, äußerlich als Salben) zum Abtöten der Bakterien oder von Salicylsäure, die ebenfalls antibakteriell wirkt, angezeigt. Retinoide sind chemische Verwandte des Vitamin A, die bei stärkeren Aknen äußerlich angewendet werden. Diese Wirkstoffe verringern die Talgproduktion.

Sind Hausmittel bei Pickeln und Akne empfehlenswert?

Einige Hausmittel besitzen eine antibakterielle Wirkung. Dazu zählt beispielsweise Teebaumöl und Heilerde. Allerdings können empfindliche Personen gegen aggressive Naturstoffe Allergien entwickeln.

In zahlreichen Ratgebern im Internet werden zusätzlich zu diesen gegebenenfalls wirksamen Substanzen andere Mittel empfohlen, so beispielweise Backpulver, Zahnpasta, Eigenurin oder Hefe. Vor einer Eigenbehandlung mit diesen Hausmitteln muss jedoch dringend gewarnt werden. Ihre heilsame Wirkung ist mehr als fraglich. Auch die Homöopathie ist mit ihrem Einsatz von Globuli bei Akne bis heute den Nachweis ihrer Wirksamkeit schuldig geblieben.

1www.duden.de