Neurodermitis erkennen: Typische Symptome

Ein schubweises Auftreten der Beschwerden ist eines der Merkmale von Neurodermitis (atopisches Ekzem). Leiden Betroffene unter einem akuten Neurodermitis-Schub, zeigen sich jedoch unterschiedliche Symptome. Das Erscheinungsbild der Hauterkrankung variiert dabei nicht nur von Patient zu Patient – ebenso weist die Haut von Kindern andere typische Symptome auf, als die von Erwachsenen.

Symptomtagebuch zum Auslöser einer Neurodermitis zu erkennen.

Die Symptome von Neurodermitis im Überblick:

  • Scharf begrenzte Hautareale mit Rötungen und nässenden Hautstellen
  • Häufig begleitet von Bläschen, Schuppen oder Krusten
  • Befallene Stellen: Gesichtsbereich, Kopfhaut und Streck-/Innenseiten, Seiten von Armen und Beinen
  • Juckreiz

Wie sieht Neurodermitis aus?

So individuell die Auslöser einer Neurodermitis sind, so unterschiedlich sind auch deren Symptome: Die Hautveränderungen reichen dabei von trockener Haut mit gelegentlichen Juckattacken bis hin zu stark verkrusteten Hautarealen und quälendem Juckreiz.

Symptome der Neurodermitis bei Babys und Kindern

Eine Neurodermitis kann grundsätzlich in jedem Lebensalter auftreten, besonders häufig kommt sie jedoch im Säuglingsalter vor: Rund 85 Prozent sind bereits im ersten Lebensjahr davon betroffen1. Ein Vorbote kann sogenannter Milchschorf sein, der sich bevorzugt auf der Kopfhaut, dem Gesicht sowie an den Armen zeigt. Dabei ist die Haut gerötet und mit einer schuppigen Kruste bedeckt, häufig begleitet von einem Juckreiz. Mitunter kann die Haut auch nässen.

Im weiteren Verlauf können Babys mit Milchschorf eine Neurodermitis entwickeln, müssen jedoch nicht. Die Wahrscheinlichkeit, ein atopisches Ekzem zu bekommen, ist bei Kindern mit Milchschorf jedoch höher.
Neurodermitis bei Babys und Kleinkindern weist meist folgende Symptome auf:

  • Scharf begrenzte Hautareale, die gerötet sind und nässen können
  • Häufig begleitet von Bläschen, Schuppen und teilweise von Krusten
  • Befallene Stellen sind der Gesichtsbereich, die Kopfhaut und die Streckseiten von Armen und Beinen

Ein akuter Schub geht oftmals mit einem starken Juckreiz einher, dem Kinder nur schwer widerstehen können. Durch das starke Kratzen wird die Haut beschädigt, wodurch es Bakterien und Viren leichter fällt, einzudringen. Eine bakterielle oder virale Infektion ist möglich.

Die Symptome einer Neurodermitis können sich mit Älterwerden des Kindes verändern. Charakteristischerweise treten die Ekzemherde (betroffene Bereiche) nun an den Ellenbeugen, in den Kniekehlen, am Hals sowie an den Hand- und Sprunggelenken auf. Zu den unscharf begrenzten, bräunlich-roten Hautarealen gesellt sich eine zunehmende Vergröberung der Hautstruktur. Es kann eine sogenannte Elefantenhaut entstehen, sprich, die Haut wird dicker und trockener.

Ab dem vierten Lebensjahr ist häufig eine Verbesserung der Neurodermitis zu beobachten. Allerdings haben viele Betroffene noch im Erwachsenenalter mit einer problematischen Haut zu kämpfen.

Symptome der Neurodermitis bei Erwachsenen

Besteht die Neurodermitis im Erwachsenenalter, zeigt sich bei den Betroffenen häufig eine sehr trockene sowie schuppende Haut, die von Juckreiz begleitet wird. Weitere Symptome können zudem sein:

  • Gerötete Hautareale mit Knoten, Bläschen oder Schuppen
  • Nässende Hautstellen
  • Starker Juckreiz

Die Neurodermitis findet sich bei Erwachsenen bevorzugt in den Außenseiten von Armen und Beinen, im Gesicht und dem Hals. Nimmt die Neurodermitis einen chronischen Verlauf, ist eine sogenannte Lichenifikation möglich. Dabei kommt es zu einer lederartigen, flächenbegrenzten Veränderung der Haut, bei der eine Verdickung dieser und eine Vergröberung der Struktur zu beobachten ist.

Wie erfolgt die Diagnose einer Neurodermitis?

Häufiges Kratzen und gerötete Haustellen können erste Hinweise darauf sein, dass Sie oder Ihr Kind an einer Neurodermitis leiden. Klarheit bringt allerdings nur der Besuch beim Haut- beziehungsweise Kinderarzt. Dabei spielt die Anamnese (Krankheitsgeschichte) eine wichtige Rolle. Der Arzt wird daher zunächst Details zum Verlauf und zu den Beschwerden erfragen. Typische Fragen können sein:

  • Wann sind die Beschwerden das erste Mal aufgetreten?
  • Welche Symptome haben Sie beobachtet?
  • An welchen Stellen befinden sich Hautveränderungen?
  • Ist Ihnen bereits vorher trockene Haut aufgefallen?
  • Gibt es in Ihrer Familie Fälle von Neurodermitis?
  • Sind in Ihrer Familie Allergien wie Heuschnupfen oder Asthma bekannt?
  • Konnten Sie feststellen, ob sich die Haut bei bestimmten Faktoren (bestimmte Lebensmittel oder Kleidung) verschlechtert?

Darüber hinaus wird der Arzt eine körperliche Untersuchung durchführen. Wegweisend für die Diagnose sind vor allem das typische Erscheinungsbild der Haut, Juckreiz sowie bereits bestehende atopische Erkrankungen wie Asthma oder Allergien.

Weitere Kriterien sind beispielsweise ein positiver Allergietest oder der sogenannte weiße Dermographismus. Bei diesem Test wird die mechanische Reizung der Haut geprüft, in dem mit einem Spatel oder Fingernagel fest über die Haut gestrichen wird – bleibt die Haut nach der Reizung nicht rot, sondern zeigt eine weiße Reaktion, ist dies möglicherweise ein Hinweis auf Neurodermitis.

Symptome der Neurodermitis: Das Herthoge-Zeichen und die Dennie-Morgan-Falte

Bei einigen Neurodermitis-Patienten können als Nebenbefund das Herthoge-Zeichen und die Dennie-Morgan-Falte auftreten. Ersteres zeigt sich durch ein Ausdünnen der Augenbraue, sprich die Behaarung nimmt zur Seite hin stark ab. Das Herthoge-Zeichen gilt unter anderem als Hinweis auf eine Neurodermitis, ist aber durch weitere Untersuchungen zu festigen.
Einen Hinweis auf eine Atopie liefert ebenso die Dennie-Morgan-Falte:

Bei dieser zeigt sich unterhalb des Augenlides eine doppelte oder einfache Falte beziehungsweise Wulst; meist ist dies an beiden Augenlidern zu beobachten. Auch hier gilt es, weitere Untersuchungen zur Bestätigung einer Neurodermitis durchzuführen. Nicht jeder Neurodermitis-Patient weist eine solche Falte auf, zudem kann diese auch bei gesunden Menschen auftreten.

Darüber hinaus ist eine Probebiopsie (Entnahme und Untersuchung von beispielsweise Gewebe) zur Differentialdiagnose möglich; diese Methode ist allerdings selten. Als Differentialdiagnose werden solche Krankheitsbilder bezeichnet, die ähnliche oder nahezu identische Symptome zeigen. Im Fall der Neurodermitis sind dies beispielsweise das allergische Kontaktekzem oder bei Säuglingen das seborrhoische Ekzem.

Anschließend an die Diagnose wird der behandelnde Arzt eine geeignete Therapie einleiten.

Neurodermitis – eine individuelle Hauterkrankung

Das Ziel vieler Neurodermitiker ist es, den nächsten Schub der Erkrankung hinauszuzögern. Da die Ursachen der Hauterkrankung bislang nicht vollständig geklärt sind – eine genetische Veranlagung spielt aber wahrscheinlich eine wichtige Rolle –, konzentriert man sich auf die Auslöser (Trigger). Bestimmte Faktoren können teils heftige Hautreaktionen hervorrufen. Dabei sind die Auslöser von Patient zu Patient unterschiedlich: Manch einer reagiert auf bestimmte Lebensmittel, während bei anderen die Neurodermitis durch psychische Belastungen ausgelöst oder verstärkt wird.

Um herauszufinden, welche Auslöser verantwortlich für einen Schub sind, können Sie ein Symptomtagebuch führen. In diesem halten Sie fest, in welchen Situationen ein Neurodermitis-Schub auftritt und mit welchen Symptomen dieser einhergeht.

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Hier weiterlesen:

Diagnose Neurodermitis >>

Neurodermitis: Verlauf und Komplikationen >>

Neurodermitis oder Milchschorf >>

 

1 Renz-Polster, Herbert; Menche, Nicole; Schäffler, Arne: Gesundheit für Kinder. München 2004, S. 382