Seborrhoisches Ekzem – verschiedene Therapiemöglichkeiten versprechen Erfolg

Das seborrhoische Ekzem weist viele Eigenschaften auf, wie sie für die Krankheitsbilder der Ekzeme kennzeichnend sind: Die Haut ist entzündet und juckt, aber die Krankheit ist nicht auf andere Menschen übertragbar. Das seborrhoische Ekzem zählt mit zu den häufigsten Erkrankungen der Haut und kommt bei Säuglingen, aber auch im Erwachsenenalter zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr vor. Hierbei sind Männer häufiger als Frauen davon betroffen.

Baby mit Kopfgneis

Synonyme für diese Krankheit sind seborrhoische Dermatitis und Kopfgneis (bei Säuglingen). Darüber hinaus ist bekannt, dass das seborrhoische Ekzem – im Gegensatz zum atopischen Ekzem – bei Säuglingen in den ersten Lebensmonaten fast immer von alleine wieder verschwindet.

Die Ursachen des seborrhoischen Ekzems sind noch unklar

Die Ursachen des seborrhoischen Ekzems sind noch nicht vollständig erforscht. Bis jetzt gibt es nur wenige gesicherte medizinische Erkenntnisse darüber, warum das seborrhoische Ekzem beim Menschen auftritt. Für eine erbliche Veranlagung der Erkrankung spricht ein gehäuftes familiäres Auftreten. So ist die Wahrscheinlichkeit für ein seborrhoisches Ekzem bei einem Baby höher, wenn die nahe Verwandtschaft ebenso davon betroffen ist oder war.

Unstrittig ist, dass die Leistungsfähigkeit des Immunsystems für das Auftreten eines seborrhoischen Ekzems eine große Rolle zu spielen scheint. Ist dieses beispielsweise geschwächt, ist das Risiko für eine seborrhoische Dermatitis wahrscheinlicher. So konnte in diesem Zusammenhang beobachtet werden, dass die Mehrzahl der HIV-Erkrankten von diesem Ekzem betroffen ist.

Ob die Talgdrüsen der Betroffenen nicht richtig funktionieren und daher krankhaft vermehrten Talg bilden oder Hefepilze für die Entzündungen der Haut verantwortlich sind, konnte noch nicht abschließend geklärt werden. Auch das Nervensystem scheint mit eine Ursache zu sein, denn Parkinson-Patienten sind häufiger von dem Ekzem betroffen. Auslöser können ebenso Hormonschwankungen, Stressfaktoren, Umweltbelastungen oder klimatische Veränderungen sein. So bessern sich die Beschwerden beispielsweise in den Sommermonaten.

Symptome eines seborrhoischen Ekzems

Schuppen am Körper müssen nicht zwangsläufig Zeichen eines seborrhoischen Ekzems sein. Es gibt zahlreiche Hautkrankheiten, welche dieses Symptom ebenfalls aufweisen wie beispielsweise die Schuppenflechte oder Neurodermitis. Dementsprechend ist es wichtig, einen Arzt aufzusuchen, der eine Diagnose stellt.

Charakteristisch für das seborrhoische Ekzem sind fettige, weißliche bis gelbliche Schuppen, die zusammenhängende Herde bilden. Darunter sind die betroffenen Hautpartien gerötet, was Zeichen einer Entzündungsreaktion ist. Im Vergleich zu anderen Ekzemen juckt die seborrhoische Dermatitis weniger stark bis gar nicht. Der Hautausschlag tritt lokal auf, bei Säuglingen meist auf der Kopfhaut (Gneis). Bei Erwachsenen ist vor allem das Gesicht betroffen. Schuppige Stellen zeigen sich hier am Haaransatz, der Nase, den Augenlidern und Augenbrauen, dem Kinn oder an Bereichen der Ohren. In schweren Fällen können auch der Rücken und die Brust betroffen sein.

Vielfältige Behandlungsmöglichkeiten des seborrhoischen Ekzems

Es gibt unterschiedliche Therapieoptionen, die Dermatologen für die Behandlung eines seborrhoischen Ekzems einsetzen:

  • Antimykotika: Dies sind Arzneien gegen (Hefe-)Pilzinfektionen, da eine Besiedelung mit Hefepilzen beim seborrhoischen Ekzem häufig vorliegt. Die Präparate werden lokal aufgetragen, wirken entzündungshemmend und beruhigen so die betroffenen Hautareale.
  • Kortisonpräparate: Diese kommen zum Einsatz, wenn sich das seborrhoische Ekzem über ein durchschnittliches Maß hinaus entzündet hat.
  • Antibiotika: Bei zusätzlicher bakterieller Infektion.
  • Gar nichts tun, kann aber ebenso gegen das seborrhoische Ekzem helfen: Besonders beim Kopfgneis bei Säuglingen verzichten Ärzte darauf, Medikamente zu verordnen. Sie empfehlen die Nutzung eines Ölshampoos oder Lotionen, um die Krusten aufzuweichen. Gerade in diesem frühen Lebensalter, können diese nämlich von ganz alleine wieder verschwinden.

Die oben genannten Präparate für die Behandlung eines seborrhoischen Ekzems liegen in verschiedenen Darreichungsformen vor. Diese sind beispielsweise als Shampoo, Gel, Cremes, Lotionen oder speziell für Sie zusammengesetzten Tinkturen erhältlich. Häufige Inhaltsstoffe sind Schwefel, Salicylsäure oder Harnsäure (Urea), welche dazu beitragen die Schuppen abzulösen.

Dem seborrhoischen Ekzem vorbeugen

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Die folgenden Maßnahmen können Sie dabei unterstützen, eine seborrhoischen Dermatitis in den Griff zu bekommen:

  • Das Immunsystem stärken: Dies können Sie durch eine ausgewogene Ernährung, viel Bewegung und Sport an der frischen Luft, ausreichend Schlaf sowie Alkohol- und Nikotinverzicht erreichen.
  • Entspannungsübungen: Wirksam gegen psychischen Stress – ein häufiger Auslöser für Hautveränderungen.
  • Sorgfältige Hautpflege mit rückfettenden Pflegeprodukten und angepasste Körperhygiene (fragen Sie hierzu auch Ihren Dermatologen um Rat).
  • Stoffe wie Baumwolle oder Seide bevorzugen, um die Haut nicht zu reizen.
  • Sonnenlicht (in Maßen) kann sich positiv auswirken: Oft ist die UV-Strahlung eine Gefahr für die Haut beim seborrhoischen Ekzem. Jedoch kann sie beim Abheilen der betroffenen Stellen der Kopfhaut helfen. Auf einen ausreichenden Sonnenschutz ist zu achten.
  • Haare am besten jeden Tag waschen und besser eine Kurzhaarfrisur tragen. Nicht nur die Sonne, sondern ebenso die Luft sind effektive Helfer gegen das seborrhoische Ekzem.
  • Medizinische Anti-Schuppen-Shampoos oder Lotionen prophylaktisch verwenden, da sie Wirkstoffe gegen Hefepilze enthalten.

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