Herpes – Kibbelnde und juckende Bläschen an den Lippen behandeln

Kennen Sie das auch? Noch bevor etwas zu sehen ist, spüren Sie am Mund ein unangenehmes Kribbeln, Brennen und Jucken. Das sind in der Regel die ersten Vorboten für Lippenherpes, auch Herpes labialis genannt. Jetzt ist schnelles Handeln gefragt, damit der Herpes gar nicht erst ausbricht. Um eine Ausbreitung auf andere Körperregionen oder Personen in Ihrer Umgebung zu vermeiden, sollten Sie bestimmte Hygieneregeln strengstens einhalten.

Lippenherpes am Mund. Die Infektion wird durch das Herpes-simplex-Virus ausgelöst. Es bilden sich kleine entzündete Bläschen im Lippenbereich.

An welchen Körperstellen bricht Herpes aus?

Es gibt unterschiedliche Formen von Herpesinfektionen. Die häufigsten sind Herpes labialis (Lippenherpes) Typ 1 und Herpes genitalis (Genitalherpes) Typ 2. Genitalherpes wird ausschließlich durch ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen.

Typische Symptome einer Herpesinfektion

Kommt es zum Ausbruch des Lippenherpes, blühen im Mundbereich kleine, mit Flüssigkeit gefüllte Bläschen auf. Nach wenigen Tagen können sie platzen und austrocknen. Die benachbarten Lymphknoten am Hals können anschwellen, was teilweise schmerzhaft ist. Manchmal vergehen Jahre, bis sich das Herpes-Virus erneut bemerkbar macht.

Schätzungsweise 85 Prozent der Weltbevölkerung tragen den Herpes-simplex-Virus in sich. Bei circa 40 Prozent der erwachsenen Bevölkerung bricht der Lippenherpes mindestens einmal im Leben aus. Dabei ist der Lippenherpes die häufigste Erscheinungsform. Er ist höchst ansteckend und wird durch Tröpfchen- oder Schmierinfektionen übertragen.

Eine Verbreitung ist meistens unvermeidbar, denn häufig stecken sich bereits Kleinkinder mit dem Herpes-simplex-Virus bei ihrer Mutter an. Nach der Erstinfektion verbleiben die Viren in den Nervenzellen und führen in der Regel erst nach vielen Jahren zum Ausbruch des Herpes. Während ihrer Verweildauer haben sie für das Immunsystem des Organismus keine Auswirkungen. Erst durch bestimmte Auslöser, die individuell unterschiedlich sind, kann sich Herpes entfalten.

Je nachdem, wie stark das Immunsystem ist, kann es sogar sein, dass die Herpesinfektion niemals ausbricht. Hingegen kommt es bei circa 20 bis 30 Prozent der Betroffenen zu immer wiederkehrendem Lippenherpes. Besonders Menschen mit einem geschwächten Immunsystem, ältere Menschen, chronisch Kranke und Schwangere sind davon betroffen.

Wodurch wird Lippenherpes ausgelöst?

Als Auslöser für den akuten Schub von Lippenherpes kommen viele Faktoren in Betracht, die nicht immer vermeidbar sind. Alles, was die Immunabwehr schwächt, kann einen erneuten Ausbruch herbeiführen – dazu zählt auch körperlicher oder psychischer Stress. Bereits alltägliche Situationen können einen Schub auslösen. Das macht die Herpes- Infektion so tückisch. Zu den Auslösern zählen unter anderem:

Ist Ihr Immunsystem intakt, führen diese Reizfaktoren jedoch zu keinem Ausbruch des Lippenherpes.

Wie Sie eine Herpesinfektion verhindern können

Sich vor einer Herpesinfektion zu schützen, ist unmöglich, da die meisten Menschen die Viren bereits seit dem Säuglingsalter in sich tragen. Sie können jedoch einem Ausbruch des Lippenherpes vorbeugen, indem Sie Ihr Immunsystem stärken. Eine ausgewogene, vitaminreiche Ernährung, ausreichend Schlaf und Bewegung stärken die Abwehrkräfte.

Lippenherpes behandeln

Bereits bei den ersten Anzeichen eines entstehenden Lippenherpes wie Kribbeln oder Brennen sollten Sie umgehend mit Gegenmaßnahmen reagieren.

Eine antivirale Herpescreme mit den Wirkstoffen Aciclovir oder Penciclovir auf die betroffenen Hautareale aufgetragen, kann einen Ausbruch verhindern. Die Medikamente hemmen die Vermehrung der Viren. Je früher Sie damit anfangen, desto größer ist die Chance, dass die Herpesbläschen schneller abheilen oder gar nicht erst entstehen. Tragen Sie das Herpesmedikament immer mit einem Wattestäbchen und nicht mit den Fingern auf. Sie verhindern damit, dass die Viren des Lippenherpes auf andere Körperstellen übertragen werden.

Waschen Sie Ihre Hände nach der Behandlung sowie jedem Kontakt zu den Lippen gründlich.

Auch ein Herpespflaster kann die Beschwerden lindern und das Ansteckungsrisiko verringern. Auf keinen Fall dürfen Sie die Bläschen aufstechen. Die Krankheit kann sich dadurch ausbreiten, da die Flüssigkeit hochinfektiös ist.

Herpes-Risikogruppen und schwerer Verlauf

Grundsätzlich sind die Symptome einer Herpes-simplex-Infektion zwar sehr unangenehm, aber normalerweise nicht gefährlich. Doch insbesondere für Menschen mit einem geschwächten Immunsystem kann es schwerere Folgen haben. Zu den gefährdeten Personen zählen zum Beispiel Menschen mit Neurodermitis , Patienten unter einer Chemotherapie oder Neugeborene.
Durch eine Verschleppung der Viren können die Herpesbläschen nicht nur am Mund, sondern auch in anderen Körperregionen auftreten. Bei an Neurodermitis erkrankten Personen weist die Haut durch das häufige Kratzen entzündete und nässende Hautstellen auf. Keime wie Bakterien und Viren können sich dort sehr leicht ansiedeln, große Hautpartien befallen und zu Infektionen führen.

Ist die Netzhaut der Augen befallen, kann es zur Einschränkung der Sehkraft kommen. Herpesviren können darüber hinaus lebensbedrohliche Komplikationen verursachen, wie beispielsweise eine Herpes-Enzephalitis, eine Entzündung des Gehirns.

Kommt es bei einem Baby zum Ausbruch einer Herpesinfektion, ist der Krankheitsverlauf meist schwerwiegender. Die Herpesinfektion kann sich dann auf die Augen ausbreiten, auf den gesamten Körper übergreifen und auch Organe sowie das Gehirn infizieren. Die Mutter sollte deshalb bereits während der Schwangerschaft und wenn das Kind im Säuglingsalter ist, ganz besonders darauf achten, dass der Herpes nicht zum Ausbruch kommt.

Herpesübertragen verhindern

Ist dennoch eine Herpeserkrankung ausgebrochen, sollten Sie zunächst auf das Küssen verzichten, um Ihre Lieben nicht mit dem Herpesvirus anzustecken. Ist Herpes bei Ihnen ausgebrochen, sollten Sie Ihre Hände vorsichtshalber immer mit heißem Wasser und Seife waschen, um eine Übertragung durch Schmierinfektion zu vermeiden. Zum Abtrocknen von Händen und Gesicht sollten Sie grundsätzlich ein eigenes Handtuch benutzen. Das von Ihnen benutzte Geschirr und Besteck sollten Sie bei einer akuten Herpesinfektion immer sorgfältig abspülen.

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