Gesichtsreinigung: Tipps für Ihren Hauttyp

Im Lauf des Tages lagert sich so einiges auf unserem Gesicht ab, zum Beispiel Talg, Schweiß oder Schmutzpartikel. Um uns davon zu befreien und unsere Haut wieder frei atmen zu lassen, ist eine geeignete Gesichtsreinigung notwendig. Aber nicht alle Pflegeprodukte sind auch für alle Menschen gleichermaßen geeignet. Hier klären wir auf, welches Pflegeprodukt zu welchem Hauttyp passt.

Gesicht reinigen: Darauf kommt es an

Die junge Frau kümmert sich nach dem Duschen um ihre Gesichtsreinigung.

Zur Pflege der Haut gehört auch die richtige Gesichtsreinigung. Zum einen sollen dadurch Make-up, Staub und alles, was sich sonst noch so im Laufe des Tages auf der Haut ansammelt, abgewaschen werden, zum anderen wirken die meisten Pflegeprodukte auf gereinigter Haut besser. Dabei reicht es völlig aus, das Gesicht ein- bis zweimal, am besten morgens und abends oder nach dem Sport zu reinigen. Spülen Sie außerdem die Reinigungsmittel danach gründlich wieder ab, damit keine Rückstände auf der Haut bleiben, die zu Reizungen führen können.

pH-Wert: Wie sauer soll es sein?

Unsere Haut ist mit einem pH-Wert von etwa 5,5 leicht sauer. Dieser Säureschutzmantel wehrt Krankheitserreger und äußere Einflüsse wie Verschmutzungen ab. Durch verschiedene Faktoren wie dem Alter oder klimatischen Bedingungen kann sich der Säuregehalt leicht ändern, genauso wie durch die Art, wie wir unsere Haut pflegen. Wasser hat beispielsweise einen pH-Wert von etwa 7, wodurch die Haut beim Waschen mit reinem Wasser alkalischer und dadurch auch trockener wird. Noch weniger sauer sind übrigens die meisten herkömmlichen Seifen, die einen pH-Wert von 9 bis 10 besitzen. „pH-hautneutrale“ Produkte haben dagegen einen Wert zwischen 4 und 6,5 und sind deshalb besonders für Menschen mit trockener oder empfindlicher Haut geeignet.

Pflegeprodukte für die Gesichtsreinigung – ein Überblick

Schmutzpartikel wie Salz, Schweiß oder Staub lassen sich ganz einfach mit reinem Wasser entfernen. Für wasserunlösliche Verschmutzungen wie Schminke, Talg oder öligen Dreck sind hingegen spezielle Waschsubstanzen – sogenannte Tenside – notwendig. Durch diese Lösungsvermittler können Wasser und ölige Substanzen auf der Haut besser miteinander vermengt werden. Neben diesem Grundstoff enthalten die meisten flüssigen und cremigen Pflegeprodukte außerdem:

  • Wirkstoffe: Rückfetter, ätherische Öle, Pflanzenextrakte, Panthenol (chemische Substanz, die zur kosmetischen und medizinischen Hautpflege genutzt wird), Feuchthaltemittel, et cetera.
  • Hilfsstoffe: zum Beispiel Schaumstabilisatoren oder Trübungsmittel
  • Zusatzstoffe wie pH-Regulatoren, Konservierungsstoffe, Farbstoffe, Parfüm

Bei der Wahl der Pflegeprodukte können Sie zwischen Reinigungsmilch, Wasch-Gel, Wasch-Creme, Gesichtswasser oder Peelings entscheiden. Welches für Sie persönlich am besten geeignet ist, hängt auch von Ihrem Hauttyp ab.

Wichtig:
Achten Sie bei Ihren Reinigungsprodukten auf die Angaben des Herstellers, für welchen Hauttyp das Mittel geeignet ist. Wenn das Mittel ein Spannungsgefühl oder Hautreizungen verursacht, sollten Sie unbedingt ein anderes benutzen. Gewöhnlich verbessern sich die Beschwerden nach Absetzten des Pflegeproduktes innerhalb weniger Tage von alleine wieder. Andernfalls sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Reinigungsmilch, -creme oder -gel

Reinigungsmilch, -creme oder -gel hat meist eine eher dickflüssige Konsistenz und wird entweder pur oder mit etwas Wasser in kreisenden Bewegungen auf das Gesicht aufgetragen. Heben Sie es anschließend wieder sanft mit einem Watte-Pad oder Reinigungstuch ab und reinigen Sie Ihr Gesicht gründlich mit lauwarmen Wasser. Menschen, die eine trockene Haut haben, können vor allem rückfettende Produkte verwenden, die helfen, den natürlichen Fettfilm der Haut zu bewahren. Reinigungsmilch, -öl oder Fettcremes enthalten gewöhnlich einen höheren Öl- als Wasseranteil (Wasser-in-Öl-Typ) und geben dadurch viel Fett an die Haut ab. Für Menschen mit fettiger Haut sind vor allem Produkte, die nicht rückfettend wirken, zu empfehlen.

Gesichtswasser (Tonic)

Nach der Gesichtsreinigung mit Wasch-Gel, Reinigungsmilch oder einfach nur Wasser, sollte im nächsten Schritt die Haut „tonisiert“, also mit Gesichtswasser behandelt werden. Befeuchten Sie hierfür ein Watte-Pad mit der Flüssigkeit und fahren Sie – unter großzügigem Aussparen ihrer Augen – damit über ihr Gesicht. Das Reinigungswasser können Sie täglich auftragen, es muss nicht abgewaschen werden. Es entfernt letzte Rückstände auf der Haut. Besonders bei sehr kalkhaltigem Leitungswasser ist eine Nachreinigung mit Tonic sinnvoll, um Kalkrückstände auf der Haut zu entfernen. Meist haben Gesichtswasser außerdem einen niedrigeren pH-Wert (4 bis 4,5) und können dadurch den Säuregehalt der Haut nach der Reinigung wieder ausgleichen. Neben destilliertem Wasser, was den Hauptbestandteil von Gesichtswasser ausmacht, enthalten einige Produkte ebenfalls entzündungshemmende Wirkstoffe aus Pflanzenextrakten (zum Beispiel Kamille) oder Alkohol. Besonders bei Menschen, die zu einer fettigen Haut mit Unreinheiten neigen, können Gesichtswasser mit Alkohol aufgrund der desinfizierenden Wirkung sinnvoll sein.

Peeling

Bei Peelings handelt es sich um Reinigungsprodukte, die in der Regel nicht täglich angewendet werden sollten. Je nach Hauttyp können Peelings einmal im Monat bis einmal in der Woche zur Hautpflege genutzt werden. Peeling-Produkte enthalten feine Schleifpartikel (zum Beispiel Sand oder Silikonkügelchen), mit denen abgestorbene Hautschüppchen entfernt werden können.
Fruchtsäurepeelings wirken hingegen durch Säuren, die in die obere Hautschicht eindringen und die Zellregenerierung anregen. Dadurch werden ältere Hautschichten schneller abgestoßen und neue Haut gebildet.

Welches Reinigungsprodukt passt zu welchem Hauttyp?

Hauttyp Hauttyp Produkte zur Gesichtsreinigung
Normale Haut
  • Reinigung: milde Reinigungsmilch; fast jede Waschlotionen verwendbar, Seifen pur nicht geeignet
  • Gesichtswasser: zum Beispiel Rosenwasser
  • Peeling: einmal wöchentlich, häufiger nicht notwendig
Fettige Haut
  • Reinigung: keine Seife und Produkte mit Rückfetter
  • Gesichtswasser: mit Alkohol oder anderen desinfizierenden Wirkstoffen
  • Peeling: bei unreiner Haut mehrmals wöchentlich zum Öffnen von Mitessern
Mischhaut
  • Reinigung: milde Tenside (Lösungsvermittler) mit leicht saurem pH-Wert, keine Rückfetter
  • Gesichtswasser: kann Alkohol enthalten
  • Peeling: ein- bis dreimal pro Woche
Trockene Haut
  • Reinigung: mit Rückfetter
  • Gesichtswasser: ohne Alkohol, feuchtigkeitsspendend
  • Peeling: ein- bis zweimal wöchentlich

Professionelle Gesichtsreinigung: Was macht die Kosmetikerin?

Neben der täglichen Gesichtsreinigung zu Hause besteht außerdem die Möglichkeit, sich eine professionelle Gesichtsreinigung in einem Kosmetikstudio zu gönnen. Eine solche erfolgt meist in folgendem Ablauf:

  • Bei einem Erstgespräch und einer ersten Betrachtung des Hautbildes wird der Hauttyp bestimmt.
  • Anschließend wird die Haut oberflächlich mit einem Wasch-Gel oder einer Reinigungsmilch gereinigt.
  • Durch ein Dampfbad fürs Gesicht und einem Peeling sollen die Hautporen nun geöffnet werden.
  • Bei der folgenden Tiefenreinigung behandelt der Kosmetiker gezielt alle Unreinheiten wie Mitesser oder Entzündungen und desinfiziert die Stellen anschließend.

Das interessierte andere Leser:
Test: Welcher Hauttyp bin ich? >>

Tipps gegen Hautunreinheiten >>

Warum ist Hautpflege wichtig? >>