Besenreiser: Unschön, aber meist ungefährlich

Besenreiser sind eine Form von Krampfadern. Aufgrund einer angeborenen oder im Laufe des Lebens erworbenen Schwäche der Venen, erweitern sich die Wände feiner Gefäße durch permanent gestautes Blut. Besenreiser zeichnen sich als bläulich-rot schimmernde Gefäßstrukturen unter der Hautoberfläche ab. Sie verursachen in der Regel keine Schmerzen.

Besenreiser zeigen sich vor allem an den Beinen. Langes Stehen und Sitzen sollte vermieden werden.
Besenreiser zeigen sich als kleine bläulich-rote Adergeflechte unter der Hautoberfläche. Vorbeugende Maßnahmen sind Sport, Wassergüsse und Barfußlaufen.

Besenreiser stören das ästhetische Empfinden, sind aber meist medizinisch unproblematisch

Liegt keine Störung des tieferliegenden Venensystems vor, handelt es sich bei Besenreisern nicht um eine Krankheit im medizinischen Sinne. Sie stellen dann kein gesundheitliches Risiko dar. Sie werden jedoch von den Betroffenen häufig als optisch störend und als kosmetisches Problem gesehen. Wer sich absichern möchte, dass keine schwerwiegende Erkrankung dahintersteckt, kann beim Hausarzt oder Facharzt für Gefäßerkrankungen (Phlebologen) die Ursache diagnostizieren lassen. Mit Hilfe einer Ultraschalluntersuchung lässt sich ermitteln, ob es sich um harmlose Besenreiser oder die Folgen einer ernstzunehmenden Venenschwäche handelt.

Ursachen und Problemzonen

Insbesondere an den Beinen finden sich sehr feine Venengeflechte, welche die Entstehung von Besenreisern begünstigen, sie können aber auch an anderen Körperstellen, zum Beispiel im Gesicht, auftreten. Die Hauptursache für Besenreiser ist wie bei Krampfadern eine Bindegewebsschwäche. Die Wände der winzigen Blutgefäße können dem Blutstrom nicht genügend Widerstand entgegensetzen. Sie leiern unter dem permanenten Druck aus, das Blut wird nicht mehr komplett weitertransportiert und versackt. Die Besenreiser werden als feine Verästelungen unter der Hautoberfläche sichtbar.

Es gibt verschiedene Risikofaktoren, die Besenreiser begünstigen. Dazu zählen zum Beispiel Nikotin und Alkohol, welche die Gefäße erweitern. Auch Hormonveränderungen in der Schwangerschaft oder das Laufen auf hohen Absätzen können sich negativ auf das Venensystem auswirken. Frauen sind daher häufiger betroffen als Männer.

Besenreiser mit Cremes, Laser oder Verödung behandeln

Es gibt verschiedene Methoden zur Behandlung von Besenreisern. Vor der Entscheidung für eine Therapie, sollten sich die Betroffenen von einem Facharzt beraten lassen.

Cremes regen Blutzirkulation an

Die Kosmetikindustrie bietet eine Vielzahl an Cremes und Salben zur Behandlung von Besenreisern an. Zahlreiche Cremes enthalten Substanzen zum Beispiel aus der Rosskastanie oder Weinlaub oder einen hohen Anteil an Vitamin K. Dieses Vitamin soll die Blutzirkulation in den Venen verbessern und dadurch die Gefäßwände entlasten. Die tatsächliche Wirkung der meisten Cremes ist allerdings umstritten.

Laser – Einsatz von energiereichen Lichtwellen

Prinzipiell können Besenreiser schmerzarm mit einer Lasertherapie behandelt werden. Allerdings ist die Behandlung nur bei winzigen und nicht tiefliegenden Gefäßen erfolgreich, da die Laserstrahlen nicht zu tief ins Gewebe eindringen können. Gerade aber tiefer liegende erkrankte Venen müssen verschlossen werden, da sonst immer wieder Blut in die Besenreiser einfließen kann und diese sichtbar bleiben. Die Behandlung erfolgt ambulant; in manchen Fällen sind mehrere Sitzungen erforderlich, um alle Gefäße zu verschließen.

Vor Beginn der Laserbehandlung werden die zu behandelnden Körperareale örtlich betäubt. Das erweiterte Gefäßsystem wird dann mit stark gebündelten energiereichen Lichtwellen bestrahlt. Diese Energie wird vom roten Blutfarbstoff (Hämoglobin) aufgenommen und in Wärme umgewandelt. Das Blut wird gewissermaßen erhitzt und gerinnt. Die behandelten Gefäßabschnitte werden innen beschädigt und zerplatzen unter dem Einfluss der Hitze. Rote Blutkörperchen setzen sich dann an den Wänden des verletzten Gefäßes ab und verkleben dieses.

Sollten größere Gefäße Teil der Besenreiser sein, werden diese vorab mikrochirurgisch entfernt. In seltenen Fällen können nach einer Lasertherapie Narben, Hitzeschäden, Hautverfärbungen oder Schorf zurückbleiben sowie Hautreaktionen wie Quaddeln oder Rötungen auftreten.

Allerdings liegen kaum valide Studienergebnisse über die Wirksamkeit und Sicherheit einer Laserbehandlung bei Besenreisern vor. Die deutschen und europäischen phlebologischen Gesellschaften empfehlen daher den Laser nicht als Therapiemethode für Besenreiser. Zudem müssen die Kosten von den Patienten selbst übernommen werden.

Bei der Verödung werden erweiterte Gefäße künstlich verklebt

Bei der Feinverödung von Besenreisern, die mit dem Fachbegriff Mikro-Sklerotherapie bezeichnet wird, spritzt der Arzt eine alkoholische Lösung in die Besenreiser. Das Sklerosierungsmittel löst im Inneren der Venen eine Entzündung aus, die dazu führt, dass die krankhaft erweiterten Gefäße verkleben; es bilden sich Blutgerinnsel. Nach einer bestimmten Zeit werden die Venen in bindegewebsartige Stränge umgebaut (Sklerose), die dann nicht mehr sichtbar sind. Bei dieser Feinverödung können auch winzige Gefäße unter Verwendung sehr feiner Nadeln behandelt werden.

Häufig sind mehrere ambulant durchgeführte Sitzungen bis zum vollständigen Verschwinden der Besenreiser notwendig. Die Behandlung erfolgt in der Regel ohne lokale Betäubung und dauert etwa 30 bis 40 Minuten. Um das Venensystem zu stützen und den Therapieerfolg zu optimieren, raten die Ärzte im Anschluss an die Behandlung dazu, einige Wochen lang Kompressionsstümpfe zu tragen. Zudem sollte nach einer Verödung auf sportliche Aktivitäten, Saunagänge oder Sonnenbaden verzichtet werden, da Wärme die Venen erweitert.

In einigen Fällen muss die Laserbehandlung mit der Mikro-Sklerotherapie kombiniert werden, wenn beispielsweise auch tiefer liegende Gefäße mitverschlossen werden müssen.

Die Mikro-Sklerotherapie stellt die am besten untersuchte Therapieform dar. Zudem ist sie schmerzarm und es besteht kein Risiko einer Narbenbildung. Allergische Reaktionen sind jedoch möglich.

Mit Bewegung und gesunder Ernährung Besenreisern vorbeugen

Auch wenn eine angeborene Bindegewebsschwäche nicht behandelbar ist, kann man seinen Venen etwas Gutes tun. Vorbeugen kann man Besenreisern mit viel Bewegung. Schwimmen, Wandern, Joggen und andere Sport- und Bewegungsarten halten das Venensystem in Schwung und kräftigen die Beinmuskulatur. Sinnvoll sind auch kalte Wassergüsse, da diese den Rücktransport des Blutes aus den erweiterten Gefäßen fördern. Vermeiden Sie langes Stehen oder Sitzen und legen Sie die Beine so oft wie möglich hoch. Zudem gibt es geeignete Übungen für ein gezieltes Venentraining. Diese können im Alltag überall ausführen. Ein Venentraining kann unterstützend zu anderen Therapieoptionen oder zur Vorbeugung eingesetzt werden. Wer dann noch auf eine ausgewogene Ernährung achtet, Übergewicht vermeidet, auf Nikotin und Alkohol möglichst verzichtet, kann auch bei einer erblichen Vorbelastung viel dazu beitragen, die Entstehung von Besenreisern zu reduzieren.