Dehnungsstreifen entstehen durch starke Beanspruchung des Bindegewebes

Wird die Haut stark gedehnt, entstehen Dehnungsstreifen, in der medizinischen Fachsprache Striae cutis distensae genannt. Eine Schwangerschaft, starkes Übergewicht oder zu viel Sport können diese Hautschäden verursachen. Dehnungsstreifen entstehen an Körperstellen mit stark strapaziertem Bindegewebe zum Beispiel an Bauch, Hüften, Gesäß, Oberarmen oder Brüsten.

dehnungsstreifen

Das Bindegewebe ist ein Netzwerk aus Kollagenfasern

Die Haut besteht aus drei Schichten – der Oberhaut, Lederhaut und Unterhaut. Die Bindegewebsfasern der Lederhaut sind netzartig und locker miteinander verbunden und sorgen dadurch für Elastizität und Dehnbarkeit. Wird das Bindegewebe jedoch überstrapaziert, reißt das Netzwerk aus Kollagenfasern: Es entstehen Risse in der Unterhaut. Äußerlich zeigen sich feine, bläuliche bis rötlich-violette Streifen, die im Laufe der Zeit zu hellen Narben verblassen. Nur selten treten Dehnungsstreifen vereinzelt auf. Sie sind meist mehrere Zentimeter lang und manchmal bis zu zwei Zentimeter breit. Ihre Oberfläche kann eben sein oder unregelmäßig verteilte kleine Vertiefungen aufweisen.

Überlastung der Haut kommt in jedem Alter vor

Dehnungsstreifen können sich bei Menschen aller Altersstufen bilden – auch schon bei Heranwachsenden. Ein zugrundeliegendes, erblich bedingtes, schwaches Bindegewebe ist verantwortlich für ihr Entstehen. Bei Jugendlichen in der Pubertät tauchen sie nach plötzlichen Wachstumsschüben beispielsweise am Rücken auf.

An der weiblichen Brust können sie entstehen, wenn die Brüste sehr groß sind und beim Sport nicht durch einen guten Sport-BH gestützt werden. In der Schwangerschaft vermindert sich die Elastizität der Haut mit der Hormonumstellung, die Haut wird an bestimmten Stellen dünn und reißt ein. Die unschönen Streifen entstehen dann vor allem an der vergrößerten Brust, am wachsenden Bauch oder an der Hüfte.

Auch wer intensiv Kraftsport betreibt und zu schnell an Muskelmasse zunimmt, erhöht sein Risiko für die Geweberisse, vor allem an den Oberarmen und der Brust. Weitere Faktoren, welche die Dehnungsstreifen begünstigen, sind zum einen Übergewicht insbesondere bei rascher Gewichtszunahme. Zum anderen tauchen die Hautveränderungen ebenfalls als Nebenwirkung bei Menschen auf, die lange oder falsch dosierte Kortisonpräparate eingenommen haben.

Dehnungsstreifen entstehen in der Regel langsam. Sie verursachen meist keine Beschwerden, sind also eher ein kosmetisches Problem. Je nachdem, welcher Körperbereich betroffen ist, ist das Erscheinungsbild der Hautveränderungen unterschiedlich. Rund um den Nabel oder an den Brüsten um die Brustwarze sind sie kreisförmig angeordnet. An den Knien verlaufen sie meist quer und an den Oberschenkeln schräg.

Training für das Bindegewebe

Wer das Risiko von Dehnungsstreifen, beispielsweise durch eine Schwangerschaft, reduzieren möchte, kann diesen mit einem besonderen Trainingsprogramm der Haut vorbeugen. Wechselduschen oder Bürstenmassagen mit einem sanften Peeling-Handschuh fördern die Durchblutung und Elastizität des Bindegewebes sowie den Abtransport von Stoffwechselprodukten (Schlacken). Die Haut erscheint rosiger, glatter und das Gewebe wird straffer.

Cremes und Öle gegen Dehnungsstreifen

Eine konsequente Pflege der Haut mit einem Öl, zum Beispiel mit Vitamin E, oder Spezialcremes mit pflanzlichen Auszügen aus Efeu, Frauenmantel oder Schachtelhalm, sollen bei Dehnungsstreifen hilfreich sein. Sie versorgen die Haut mit wichtigen Nährstoffen und halten sie geschmeidig. Präparate mit Zink aktivieren die Regeneration der Haut.

Laserstrahlen regen Hauterneuerung an

In einigen Fällen kann auch eine Laserbehandlung sinnvoll sein. Es gibt unterschiedliche Verfahren, bei denen der Arzt gebündelte Lichtwellen einsetzt. Die kurzen Lichtblitze dringen in die tieferen Gewebeschichten vor. Dort wird ihre Energie in Wärme umgewandelt, was wiederum die Hauterneuerung anregt. Die Behandlung ist schmerzarm. Nach der Behandlung können für kurze Zeit Rötungen der Haut oder leichte Schwellungen auftreten, die nach einer gewissen Zeit wieder von alleine zurückgehen. Laserbehandlungen sollten nur von erfahrenen Fachärzten durchgeführt werden.

Dermaroller oder Micro-Needling

Beim Micro-Needling wird ein Dermaroller – eine mit feinsten Nädelchen ausgestattete Walze – über die Dehnungsstreifen gerollt. In der Haut entstehen dadurch winzig kleine Löcher, wodurch die oberste Zellschicht gereizt wird. Die natürliche Regenerationsfähigkeit der Haut wird so angeregt und sie reagiert mit einer Neubildung von Kollagen, Hautzellen und Hyaluronsäure, einem körpereigenen Stoff. Zusätzlich werden hyaluronhaltige Präparate in die tieferen Gewebeschichten einmassiert. Hyaluron ist ein Stoff, der ein Vielfaches seines eigenen Gewichts an Feuchtigkeit speichern kann und damit zu einem gesunden und straffen Hautbild beiträgt. Zusätzlich regt Hyaluronsäure die Hautregeneration an.

Ultraschallbehandlung bei Dehnungsstreifen

Bei der Ultraschall-Therapie arbeitet der Arzt mit sanften Schwingungen. Der Stoffwechsel in den Zellen kommt dadurch in Schwung und die Durchblutung wird verstärkt. Außerdem entstehen kleine Zwischenräume in den behandelten Hautstellen, wodurch das Gewebe leichter regenerative Wirkstoffe aufnehmen kann, welche die Hauterneuerung anregen. Um sichtbare Ergebnisse gegen Dehnungsstreifen zu erzielen, sind in der Regel mehrere Sitzungen erforderlich.

Die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten können die Streifen mindern und die Hautoberfläche verbessern, eine vollständige Entfernung ist in der Regel aber nicht möglich.