Aphthen: Wunde Stellen im Mund

Aphthen treten in Form schmerzhafter Bläschen auf. Der Begriff „Aphthe“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie „Schwämmchen“ – und das Aussehen der Bläschen erinnert auch genau daran: Sie sind rund bis oval, weißgelblich gefärbt und von einem roten Rand umgeben. Die entzündlichen Veränderungen der Mundschleimhaut sind nicht ansteckend, können aber sehr schmerzhaft sein. Wir zeigen einige Möglichkeiten, wie Sie Aphthen behandeln und ihnen dauerhaft vorbeugen können.

Junge Frau leidet an Aphthen, schmerzhaften Bläschen im Mund.

Wo befinden sich die schmerzhaften Entzündungsherde?

In Deutschland leiden etwa 15 Prozent der Bevölkerung immer wieder unter den lästigen Bläschen. Mediziner sprechen dann von chronisch-rezidivierenden Aphthen (habituelle Aphthen). Generell lassen sich drei Formen unterscheiden:

  • Minor-Typ: Etwa 80 Prozent der Aphthen sind relativ klein (fünf bis zehn Millimeter) und bilden sich vor allem an der Lippen- und Wangenschleimhaut aus. Meist heilen sie nach fünf bis sieben Tagen ab.
  • Major-Typ: Die Aphthen sind größer (ein bis drei Zentimeter) und tiefer als beim Minor-Typ, daher vergehen auch mehrere Wochen, bis die Aphthen dieser Art wieder verschwunden sind. Im Gegensatz zum Minor-Typ geht die Abheilung beim Major-Typ mit Narbenbildung einher.
  • herpetiforme Aphthen: Diese sehr seltene Form (fünf Prozent ) ähnelt vom Aussehen her Herpes-Bläschen. Herpes-Viren sind jedoch nicht an der Entstehung beteiligt. Die herpetiformen Aphthen sind stecknadelkopfgroß, stehen gruppiert und können ineinander übergehen (konfluieren). Es können mehr als 100 dieser Aphthen gleichzeitig auftreten.
Je größer, desto schmerzhafter?
Nein, das stimmt nicht ganz Zum einen nimmt jeder Mensch Schmerzen anders wahr. Zum anderen ist weniger die Größe, sondern vielmehr die Stelle im Mund entscheidend, an der sich eine Aphthe befindet. Besonders unangenehm sind die Bläschen, wenn der betroffene Bereich mechanisch beansprucht wird, zum Beispiel beim Sprechen, Schlucken oder Kauen. Aphthen an der Zunge und im Rachen sind daher besonders schmerzhaft.

An welchen Stellen tauchen Aphthen auf?

Aphthen (einzeln oder in größerer Anzahl) zeigen sich insbesondere an folgenden Stellen:

  • Mundboden
  • seitlich und unten an der Zunge
  • Innenseite der Lippe
  • Rachenraum
  • Zahnfleisch
  • mechanisch beanspruchte Stellen, zum Beispiel die Kontaktflächen zu einer Zahnspange oder Prothese

Die betroffene Stelle schmerzt und brennt, vor allem wenn die Betroffenen scharfe oder saure Speisen essen und säurehaltige Getränke wie Orangensaft zu sich nehmen.

Aphthen: Ursachen oft unklar

In den meisten Fällen treten Aphthen tatsächlich ohne erkennbaren Grund auf, aber auch Hautkrankheiten (Dermatosen) oder andere Faktoren können die Ursache für Aphthen sein:

  • Multisystem- oder Autoimmunerkrankungen (zum Beispiel Morbus Behçet, eine seltene entzündliche Erkrankung der Blutgefäße)
  • Mangelernährung (zum Beispiel bei Malabsorption, der mangelhaften Aufnahme von Nährstoffen aus dem bereits vorverdauten Speisebrei)
  • Hauterkrankungen (zum Beispiel Sweet-Syndrom, ein plötzlich einsetzendes Krankheitsbild mit Fieber und roten Knötchen im Gesicht)
  • Infektionen (zum Beispiel HIV)
  • mechanische Reize (zum Beispiel durch eine schlecht sitzende Zahnspange, einer am Zahnfleisch reibenden Prothese, einer Bissverletzung oder starken Druck beim Zähneputzen)
  • hormonelle Veränderungen (zum Beispiel Menstruation)

Als weitere Ursache für Aphthen diskutieren Experten ein geschwächtes Immunsystem, zum Beispiel im Zusammenhang mit Erkältungen oder bei Stress. Bewiesen ist das aber noch nicht.

Aphthen – was kann man dagegen tun?

Die Diagnose kann sowohl der Hausarzt als auch der Zahnarzt stellen: Meist erkennt ein fachkundiger Arzt die entzündliche Mundschleimhauterkrankung bereits an ihrem typischen Aussehen, zum Beispiel dem weißlichen Belag.

Besteht der Verdacht, eine zugrundeliegende Erkrankung könnte die Ursache für die Aphthen sein, folgen weitere Untersuchungen, zum Beispiel Gewebeproben oder Blutuntersuchungen. Auch wenn die Aphthen in den meisten Fällen von selbst vollständig abheilen und es daher oftmals keiner Behandlung bedarf, kann es trotzdem sinnvoll sein,

  • den Schmerz lokal zu bekämpfen,
  • die Wundheilung zu fördern und
  • einer erneuten Bildung von Aphthen vorzubeugen – soweit möglich.

Für die Aphthen-Behandlung bestehen mehrere Möglichkeiten.

Aphthen – die Behandlung

Die Behandlung von Aphthen erfolgt rein symptomatisch; das heißt, nicht die Ursache an sich wird behandelt, sondern nur die Symptome. Um die Schmerzen zu lindern, können Mundspülungen, Salben, Gele oder Sprays zum Einsatz kommen, die lokal betäubende Wirkstoffe enthalten. Bei den lädierten Schleimhautstellen ist es zudem nicht ausgeschlossen, dass diese als Eintrittspforten für Krankheitserreger dienen, die so in tiefere Schichten der Schleimhaut gelangen. Daher können durchaus auch Mundspülungen mit keimabtötenden Substanzen sinnvoll sein.

Sind die Aphthen sehr groß, kann der Arzt auch spezielle Salben oder Gele verschreiben. Kleinere Aphthen lassen sich dagegen durch Tinkturen mit Myrrhe, Nelke oder Rhabarberwurzel aus der Apotheke kurieren, die auf die betroffenen Stellen aufgetragen werden. Wer lieber spült und gurgelt – kein Problem: Es gibt auch myrrhe- oder kamillenhaltige Lösungen.

Aphthen: Wirken Hausmittel?

Die unangenehmen Beschwerden bei Aphthen können auch mit Hausmitteln gelindert werden:

  • Grüner Tee: Er beinhaltet Pflanzenstoffe – wie zum Beispiel Catechine –, die beim Heilungsprozess helfen und gleichzeitig das Immunsystem stärken können. Trinken Sie mehrmals täglich eine Tasse grünen Tee; gerne können Sie, wenn Sie mögen, zusätzlich ein paar – vorher eingeweichte – Blätter des grünen Tees kauen. Alternativ können Sie Ihren Mund mehrmals täglich mit grünem Tee ausspülen.
  • Zink: Wie bereits erwähnt, kann eine Mangelernährung die Entstehung von Aphthen begünstigen. Fehlt es dem Körper zum Beispiel an Zink, kann sich das durch lästige Bläschen im Mund rächen. Ein gutes Hausmittel gegen Aphthen sind daher zinkhaltige Lebensmittel, wie Käse (zum Beispiel Emmentaler, Edamer oder Butterkäse), Nüsse und Linsen.
  • Honig: Ein Tipp für Leckermäuler – Honig wirkt entzündungshemmend und unterstützend bei der Wundheilung. Tragen Sie den Honig vorsichtig auf die Aphthen auf. Wichtig: Waschen Sie sich vorher die Hände, um eine Infektion der Wunde zu vermeiden. Wer mag, kann unter den Honig Kurkumapulver mischen, das zudem antiseptisch (keimreduzierend) wirkt.

Wenn Sie immer und immer wieder unter den schmerzenden Bläschen leiden, sollten Sie bei Aphthen nicht mehr nur auf Hausmittel setzen, sondern einen Termin bei Ihrem behandelnden Arzt vereinbaren, der eine zugrundeliegende und ernsthafte Erkrankung ausschließen kann.

Abschließende Tipps zur Verbeugung:

  • auf eine sorgfältige Zahn- und Mundpflege achten, um Aphthen im Mund und Aphthen im Rachen zu vermeiden
  • Immunabwehr stärken, mit Bewegung an der frischen Luft und ausgewogener Ernährung
  • Zurückhaltung bei scharfen oder sauren Speisen und Getränken zeigen
  • viel Wasser und ungesüßten Tee trinken, um den Speichelfluss anzuregen, die Mundschleimhaut feucht zu halten und krankmachenden Keimen keinen Nährboden zu bieten

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1 Dermaportal, abgerufen unter https://derma.plus/haut/aphten/#, Stand: 25.09.2017
2 Sterry, Wolfram [Hrsg.]: Kurzlehrbuch Dermatologie, Stuttgart [u.a.], 2011, S. 280
3 Ebd.
4 Legal, S.: Aphthen und aphthoide Läsionen, in: Deutsche Zahnärztliche Zeitschrift, 2013; 68 (5), S. 265
5 Jackowski J, Strietzel F et al. S2k-Leitlinien (Langversion): Diagnostik und Therapieoptionen von Aphthen und aphthoiden Läsionen der Mund- und Rachenschleimhaut (Stand: November 2016), abgerufen unter: http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/007-101l_S2k_Aphthen_aphthoide-L%C3%A4sionen_2017-03.pdf am 25.09.2017