Alles zu Dauer und Verlauf von Lippenherpes

Fieberbläschen am Mund machen sich oft zunächst durch ein Kribbeln bemerkbar – und ab diesem Zeitpunkt kann der Verlauf von Lippenherpes in der Regel nicht mehr verändert werden. Sieben Phasen beschreiben den Krankheitsprozess bei Lippenherpes, wobei die Dauer der Symptome bei jedem Menschen unterschiedlich ist. Im Rahmen von ein bis zwei Wochen sollten die Bläschen verheilt sein. Die Heilung kann mit Hilfe von Herpes-Mitteln verkürzt werden.

Eine Lippe mit Lippenherpes. Die Dauer von Lippenherpes kann von Mensch zu Mensch variieren

Erstinfektion und das Einnisten der Viren

Der erste Kontakt mit dem Herpes-simplex Virus erfolgt in der Regel bereits im Kindesalter. Dieser kann zum Beispiel durch einen Kuss oder durch Husten geschehen. Ganz im Gegensatz zum bekannten Lippenherpes-Verlauf bleibt die Erstinfektion meistens unbemerkt oder macht sich selten durch sogenannte Mundfäule bemerkbar – eine Entzündung des Gaumens und der Zunge.

Der Herpes-simplex Virus: Wichtiges auf einen Blick:

  • Es existieren zwei Subtypen: Der Herpes-simplex Virus 1 (HSV 1) ist fast immer Auslöser von Lippenherpes, wobei der Typ 2 zu Genitalherpes führt.
  • Fast 90 Prozent der Weltbevölkerung tragen den Virus in sich.1
  • Der Virus verbleibt ein Leben lang im Körper und wird niemals komplett vom körpereigenen Abwehrsystem beseitigt. Bei manchen Betroffenen kommt es nie zu einem Ausbruch von Lippenherpes, das heißt, es besteht eine dauerhaft latente Phase des HSV (er wird nicht aktiv).

Nach der Lippenherpes-Ansteckung dringt der Virus über die Schleimhäute in den Körper ein und wandert dann über feine Nervenfasern für gewöhnlich zum Nervus trigeminus, dem Gesichtsnerv der vor allem für Empfindungen und Bewegungen einzelner Muskeln im Gesicht zuständig ist. Dort nistet er sich ein und geht über in eine Ruhephase. Erst wenn das Immunsystem geschwächt wird, kann es zur Vermehrung des Virus und zum typischen Verlauf von Lippenherpes kommen. Eine Beeinträchtigung kann erfolgen durch:

  • Infektionskrankheiten, zum Beispiel eine Erkältung
  • Ekel
  • Stress
  • UV-Licht

Menschen, die mit dem Virus infiziert sind, aber nie an Lippenherpes leiden, werden als sogenannte asymptomatische Virusträger bezeichnet.

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Der Verlauf von Lippenherpes

Wird der Virus aufgrund einer verminderten Aktivität des Immunsystems reaktiviert, sind die bekannten Fieberbläschen die Folge. Betroffen ist meist der Übergang von Haut zu Schleimhaut an den Lippenrändern und in den Mundwinkeln. Der Verlauf von Lippenherpes kann in sieben Phasen eingeteilt werden:

  1. Prodomalphase: Noch bevor sich die Blasen an den Lippen bilden, ist bereits ein Kribbeln oder Jucken an der betroffenen Stelle zu spüren.
  2. Erythemphase: Rötungen der Haut treten dort auf, wo die Fieberbläschen entstehen werden.
  3. Papelphase: In dieser Phase bilden sich in Grüppchen die bekannten, schmerzenden Lippenherpes-Blasen.
  4. Vesikelphase: Die Bläschen füllen sich nun mit Flüssigkeit, die eine Vielzahl an Viren beinhaltet und aus diesem Grund hochansteckend ist.
  5. Ulzerationsphase: Die Blasen öffnen sich und verschmelzen miteinander. Es entstehen nässende Wunden.
  6. Verkrustungsphase: Es kommt zum Austrocknen und zur gelblichen Krustenbildung. Die Stellen können zu jucken beginnen.
  7. Abheilungsphase: Die Rötungen vergehen ohne Narbenbildung.

Die Dauer der einzelnen Lippenherpes-Phasen kann von Mensch zu Mensch variieren. Der Verlauf des Lippenherpes ist jedoch immer der gleiche und kann sehr häufig im Leben zustande kommen. Komplikationen treten in der Regel nicht auf. In sehr seltenen Fällen kann es zu einer Herpes-simplex-Enzephalitis kommen. Diese Gehirnentzündung tritt akut auf und es kommt zu Begleitsymptomen wie hohem Fieber und Bewusstseinseintrübungen. Weitere Schwierigkeiten können durch eine Weiterverbreitung der Viren entstehen. Wenn die Fieberbläschen mehr Hautfläche einnehmen und starke Schwellungen auftreten, sollte ein Arzt aufgesucht werden, um den Virus in Schach zu halten und eine geeignete Behandlung einzuleiten.

Lässt sich die Lippenherpes-Dauer verkürzen?

Die Dauer von Lippenherpes, beginnend beim ersten kribbelnden Gefühl bis hin zur kompletten Abheilung der Bläschen, beträgt circa ein bis zwei Wochen2. Diese Zeit kann mithilfe verschiedener Lippenherpes-Behandlungen verkürzt werden. Am besten beginnen Sie daher bereits beim ersten Kribbelgefühl. Infrage kommen hier:

  • antivirale Salben: Sinnvoll ist es, die Salbe mit einem Wattestäbchen bereits bei den ersten Anzeichen aufzutragen. Eine Berührung der Bläschen mit den Händen erhöht das Risiko, den Virus zu verbreiten.
  • Pflaster: Vor allem wenn die Blasen schon bestehen, können Herpes-Pflaster die Wundheilung positiv beeinflussen und eine Verbreitung der Viren verhindern. Ein schöner Nebeneffekt: die Wunde wird fast unsichtbar und Make-Up kann weiterhin aufgetragen werden.
  • Kautabletten mit dem Wirkstoff Lysin: Auch diese sollten bereits bei den ersten Beschwerden eingesetzt werden. Die Aminosäure kann zur Heilung und Verkürzung der Lippenherpes-Dauer beitragen.

Außerdem sollten Sie beachten, dass während des Lippenherpes-Verlaufs die Bläschen bis zur Krustenbildung ansteckend sind. Gerade die Flüssigkeit enthält sehr viele Viren und kann zum Beispiel durch Küssen oder Husten auf andere übertragen werden. Vor allem wenn Kontakt zu Säuglingen besteht, ist Vorsicht geboten. Ein Mundschutz kann bis zur Abheilung der Bläschen eine Ansteckung vermeiden. Eine Übertragung des Herpes-simplex Virus auf Neugeborene kann gefährlich werden, da das Immunsystem von Babys noch nicht vollständig ausgebildet ist. Was werdende Mütter und Väter noch beachten sollten, finden Sie in unserem Beitrag zu Lippenherpes in der Schwangerschaft.

Ein wichtiger Tipp zum Schluss:

Niemals dürfen die Fieberbläschen aufgestochen werden, denn dies kann den Verlauf des Lippenherpes verzögern und verschlechtern. Zum einen tritt die hochansteckende Flüssigkeit aus und der Virus kann sich so weiterverbreiten. Zum anderen kann es zu einer bakteriellen Superinfektion (eine zusätzliche Infektion mit Bakterien) kommen, wodurch sich die Symptome verschlimmern und möglicherweise eine lokale Antibiotikatherapie notwendig wird.

 

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1Roche: Herpes Infektionen. URL: https://www.roche.de/diagnostics/krankheiten-erkennen/infektiologie-virologie/herpes/infektion-herpes.html. (21.02.2018)

2Sterry, Wolfram u.a.: Kurzlehrbuch Dermatologie. Stuttgart: Georg Thieme Verlag 2011. S.44.