Die Ursachen von Lippenherpes

Wer regelmäßig mit ihm zu tun hat, weiß, wie unangenehm er sein kann: der Lippenherpes (Herpes labialis). Er ist schmerzhaft, juckend, unschön anzusehen und obendrein auch noch ansteckend. Die meisten Menschen tragen das Virus in sich, doch nicht bei allen bricht es aus. Lesen Sie hier mehr zu den Ursachen von Lippenherpes und den dabei entstehenden Fieberblasen.

Die Lippen einer Frau, ohne eine erkennbare Ursache für Lippeneherpes.

Lippenherpes-Ursache: Viren

Viren werden als Sonderform des Lebens angesehen, da sie nicht in der Lage sind, sich selbstständig zu vermehren. Um sich fortzupflanzen, benötigen sie eine sogenannte Wirtszelle, in welcher sie sich unbemerkt einnisten. Erst wenn die befallene Wirtszelle Alarmsignale aussendet, wird die Immunabwehr aktiviert. Herpesinfektionen werden durch zwei verschiedene Typen der Herpes-simplex-Viren (HSV) ausgelöst. Während Typ 2 für einen Herpes im Genitalbereich sorgt, ist Typ 1 die verantwortliche Ursache für Lippenherpes. Neben den HSV gibt es noch einige andere Arten von Herpesviren, die für den Menschen von Bedeutung sind, aber keine typische Herpes-Erkrankung auslösen:

  • Varizella-zoster-Viren: Sie sind verantwortlich für die Entstehung von Windpocken und Gürtelrose.
  • Humane Zytomegalieviren: Diese Viren sorgen für die Entstehung einer Zytomegalie (Infektionskrankheit, die vor allem für den Fötus während der Schwangerschaft und für immungeschwächte Menschen gefährlich ist).
  • Epstein-Barr-Viren: Diese können das Pfeiffersche Drüsenfieber auslösen.

Zwar sind insgesamt über 170 Arten von Herpesviren bekannt, jedoch spielen für die Gesundheit des Menschen nur die fünf genannten Typen eine Rolle.1

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So kommt es zur Infektion mit dem Herpes-simplex-Virus

Zur Erstinfektion mit den Viren kann es oft schon vor dem sechsten Lebensjahr in Form einer sogenannten Mundfäule (Stomatitis aphthosa) kommen. Diese fieberhafte Infektionskrankheit führt zu schmerzhaften Geschwüren im Mund und aufgrund dessen oft zur Verweigerung von Nahrung und Flüssigkeit. Die Ansteckung erfolgt durch eine Schmier- oder Tröpfcheninfektion. Hierbei werden die Erreger beim Husten oder Sprechen eines Erkrankten über die Luft auf eine andere Person oder aber über kontaminierte Gegenstände übertragen. Nach überstandener Infektion verbleibt das Herpes-simplex-Virus im Körper.

Doch die Ansteckung mit dem Virus ist noch nicht automatisch Ursache für den Lippenherpes. Nach der Erstinfektion dringen die Erreger in Nervenendigungen des Gesichtsnervs (Nervus trigeminus) ein. Dort können sie ein Leben lang jederzeit reaktiviert werden. Etwa 90 Prozent der Bevölkerung tragen das Herpes-simplex-Virus in sich. Warum es jedoch nicht bei allen zum Ausbruch von Lippenherpes kommt, ist noch nicht abschließend geklärt2.

Vor Ansteckung schützen

Bisher gibt es weder eine Impfung gegen Lippenherpes, noch besteht die Möglichkeit, die im Körper vorhandenen Viren wieder loszuwerden. Sind Fieberblasen sichtbar, können folgende Maßnahmen helfen, andere Menschen vor einer Ansteckung zu bewahren:

  • Handtücher oder Gläser nicht mit anderen Personen gemeinsam nutzen.
  • Nach dem Berühren oder versehentlichen Aufkratzen der Bläschen gründlich die Hände waschen und desinfizieren.
  • Sportarten mit engem Hautkontakt (wie Ringen) vermeiden.
  • Auf Küssen und Oralsex möglichst verzichten.

Wer regelmäßig Kontakt mit einem Erkrankten hat und sich zusätzlich schützen möchte, muss sein Immunsystem durch viel Bewegung an der frischen Luft und eine ausgewogene Ernährung stärken. Generell sollten auch lange Aufenthalte in der Sonne gemieden werden, da intensive Sonneneinstrahlung als Ursache für den Ausbruch von Lippenherpes (Fieberblasen) gilt.

Fieberblase: Ursachen und Auslöser für die Reaktivierung

Einmal infiziert kann das „schlafende“ Virus jederzeit wieder aktiviert werden. In der Regel geschieht dies dann, wenn das Immunsystem des Körpers durch äußere Einflüsse oder Krankheiten geschwächt wird. Die Ursache für das Wiederauftreten des Lippenherpes ist hierbei in vielen Fällen Stress. Andauernde psychische Belastung sorgt für eine verminderte Aktivität des Abwehrsystems und damit für eine erhöhte Infektanfälligkeit. Auch Ekel oder andere negative Emotionen können Stress auslösen. Dies ist der Grund dafür, dass die Ursache für die Fieberblase bei manchen Menschen tatsächlich beispielsweise der Anblick abstoßender Bilder sein kann. Doch neben psychischer Belastung können auch folgende Faktoren für einen Wiederausbruch des Lippenherpes sorgen:

  • hormonelle Schwankungen (beispielsweise während der Menstruation)
  • körperliche Überanstrengung
  • Allergien
  • grippale Infekte (Erkältungen)
  • Fieber
  • Hautirritationen (starke Sonneneinstrahlung, Verletzungen nach einem Zahnarztbesuch, trockene Lippen)
  • Hautkrankheiten (zum Beispiel Neurodermitis oder Schuppenflechte)

Bedingt durch die genannten Faktoren tritt Lippenherpes gehäuft im Winter auf. Der ständige Aufenthalt in beheizten, geschlossenen Räumen macht die Haut deutlich empfindlicher. Auch das Risiko für Infekte ist in den Monaten zwischen November und März besonders hoch. Gerade dann kann es äußerst hilfreich sein, den Ursachen für den Lippenherpes mit einer gezielten Stärkung des Immunsystems zu begegnen. Viel Bewegung an der frischen Luft, regelmäßiges Lüften der Innenräume, eine ausgewogene Ernährung und – soweit möglich – die Reduzierung von Stress stärken die Abwehrkräfte und unterstützen den Körper bei seinem Kampf gegen die Viren.

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1Gürtelrose: Herpes Viren Lexikon. URL: https://www.guertelrose-infektion.de/herpesviren-lexikon.html (10.03.2018).

2Lang, Gerhard/Lang, Gabriele: Augenheilkunde. Stuttgart: Georg Thieme Verlag KG 2015. S. 154.