Lippenherpes – Kribbelnde und juckende Bläschen an den Lippen

Kennen Sie das auch? Noch bevor etwas zu sehen ist, spüren Sie am Mund ein unangenehmes Kribbeln, Brennen und Jucken. Das sind in der Regel die ersten Vorboten für Lippenherpes, auch Herpes labialis genannt. Jetzt ist schnelles Handeln gefragt, damit der Herpes gar nicht erst ausbricht. Lesen Sie mehr zu den Symptomen und Ursachen sowie dazu, wie Sie eine Ausbreitung auf andere Körperregionen oder Personen in Ihrer Umgebung vermeiden.

Lippenherpes am Mund. Die Infektion wird durch das Herpes-simplex-Virus ausgelöst. Es bilden sich kleine entzündete Bläschen im Lippenbereich.

Lippenherpes – Kribbelnde und juckende Bläschen an den Lippen

Es gibt unterschiedliche Formen von Herpesinfektionen. Die häufigsten sind Herpes labialis (Lippenherpes) Typ 1 und Herpes genitalis (Genitalherpes) Typ 2. Genitalherpes wird ausschließlich durch ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen.

Typische Symptome einer Herpesinfektion

Kommt es zum Ausbruch des Lippenherpes, blühen im Mundbereich kleine, mit Flüssigkeit gefüllte Bläschen auf, die nach wenigen Tage platzen und austrocknen. Die benachbarten Lymphknoten am Hals können anschwellen, was teilweise schmerzhaft ist. Manchmal entsteht der unangenehme Lippenherpes bereits nach ein paar Wochen wieder, manchmal vergehen aber auch Jahre, bis sich das Herpes-Virus erneut bemerkbar macht.

Schätzungsweise 90 Prozent der Weltbevölkerung tragen den Herpes-simplex-Virus in sich. Bei circa 40 Prozent der Erwachsenen bricht der Lippenherpes mindestens einmal im Leben aus1. Das Virus ist höchst ansteckend und wird überwiegend durch Schmierinfektion übertragen. Das bedeutet, über einen mit Viren behafteten Gegenstand (zum Beispiel ein Glas) oder direkten Körperkontakt. Doch die Erreger gelangen auch durch das Husten, Niesen oder Sprechen einer erkrankten Person über die Luft in die Atemwege einer noch gesunden Person. Dieser Übertragungsweg nennt sich Tröpfcheninfektion.

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Eine Verbreitung ist meistens unvermeidbar, denn häufig stecken sich bereits Kleinkinder mit dem Herpes-simplex-Virus bei ihrer Mutter an. Nach der Erstinfektion verbleiben die Viren in den Nervenzellen und führen oft erst nach vielen Jahren zum Ausbruch des Herpes. Während ihrer Verweildauer haben sie für das Immunsystem des Organismus keine Auswirkungen. Erst durch bestimmte Auslöser, die individuell unterschiedlich sind, kann der Lippenherpes aufblühen.

Je nachdem, wie stark das Immunsystem ist, kann es sogar sein, dass die Herpesinfektion niemals ausbricht. In den meisten Fällen kehren die Fieberblasen auf der Lippe jedoch regelmäßig wieder – besonders bei Menschen mit einem geschwächten Immunsystem, älteren Menschen, chronisch Kranken und Schwangeren.

Wodurch wird Lippenherpes ausgelöst?

Als Auslöser für den akuten Schub von Lippenherpes kommen viele Faktoren in Betracht, die nicht immer vermeidbar sind. Alles, was die Immunabwehr schwächt, kann zu einem erneuten Ausbruch führen – dazu zählt auch körperlicher oder psychischer Stress. Bereits alltägliche Situationen können einen Schub hervorrufen. Das macht die Herpes-Infektion so tückisch. Zu den Auslösern zählen unter anderem:

Je besser das Immunsystem gestärkt wird, desto seltener kommt es in der Regel zum Ausbruch des Lippenherpes.

Wie Sie die Fieberblasen auf der Lippe verhindern können

Sich vor einer Herpesinfektion zu schützen, ist unmöglich, da die meisten Menschen die Viren bereits seit dem Säuglingsalter in sich tragen. Sie können jedoch einem Ausbruch des Lippenherpes vorbeugen, indem Sie Ihr Immunsystem unterstützen. Eine ausgewogene, vitaminreiche Ernährung, ausreichend Schlaf und Bewegung steigern die Abwehrkräfte. Eine Impfung oder die Möglichkeit, die Viren im Körper dauerhaft unschädlich zu machen, gibt es bisher nicht.

Lippenherpes behandeln

Bereits bei den ersten Anzeichen eines entstehenden Lippenherpes wie Kribbeln oder Brennen sollten Sie umgehend mit Gegenmaßnahmen reagieren. Eine antivirale Herpescreme auf die betroffenen Hautareale aufgetragen, kann einen Ausbruch verhindern beziehungsweise die Dauer des Lippenherpes verringern. Die Medikamente hemmen die Vermehrung der Viren.

Je früher Sie damit anfangen, desto größer ist die Chance, dass die Herpesbläschen schneller abheilen oder gar nicht erst entstehen. Tragen Sie das Herpesmedikament immer mit einem Wattestäbchen und nicht mit den Fingern auf. Sie verhindern damit, dass die Viren des Lippenherpes auf andere Körperstellen übertragen werden. Waschen Sie Ihre Hände nach der Behandlung sowie nach jedem Kontakt zu den Lippen gründlich.

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Ein Herpespflaster kann die Beschwerden lindern und das Ansteckungsrisiko verringern. Auf keinen Fall dürfen Sie die Bläschen aufstechen. Die Krankheit kann sich dadurch ausbreiten, da die Flüssigkeit hochinfektiös ist. Außerdem gibt es spezielle Kautabletten und Nahrungsergänzungsmittel zur Vorbeugung und zur begleitenden Behandlung bei Lippenherpes. In der Regel enthalten diese Stoffe (zum Beispiel Lysin) zur Unterstützung des Immunsystems und der Hautfunktion. Auch zahlreiche Hausmittel können helfen, die lästigen Fieberblasen an der Lippe in den Griff zu bekommen.

Herpes-Risikogruppen und schwerer Verlauf

Die Symptome einer Herpes-simplex-Infektion sind zwar sehr unangenehm, aber für gewöhnlich ungefährlich. Doch insbesondere bei einem geschwächten Immunsystem kann sie schwerere Folgen haben. Zu den gefährdeten Personen zählen zum Beispiel Menschen mit Neurodermitis, Patienten während einer Chemotherapie oder Neugeborene.

Durch eine Verschleppung der Viren können die Fieberblasen dann nicht nur an der Lippe, sondern auch in anderen Körperregionen auftreten. Bei an Neurodermitis erkrankten Personen weist die Haut durch das häufige Kratzen entzündete und nässende Hautstellen auf. Keime wie Bakterien und Viren können sich dort sehr leicht ansiedeln, große Hautpartien befallen und zu Infektionen führen. Ist die Netzhaut der Augen betroffen, kann es zur Einschränkung der Sehkraft kommen. Herpesviren können darüber hinaus lebensbedrohliche Komplikationen verursachen, wie beispielsweise eine Herpes-Enzephalitis, eine Entzündung des Gehirns.

Kommt es bei einem Baby zum Ausbruch einer Herpesinfektion, ist der Krankheitsverlauf meist schwerwiegender. Die Herpesinfektion kann sich dann auf die Augen ausbreiten, auf den gesamten Körper übergreifen und auch Organe sowie das Gehirn infizieren. Die Mutter sollte deshalb bereits während der Schwangerschaft und wenn das Kind im Säuglingsalter ist, ganz besonders darauf achten, dass der Lippenherpes nicht zum Ausbruch kommt. Sind doch Fieberblasen an der Lippe der Mutter entstanden, ist es wichtig, beim direkten Umgang mit dem Baby einen Mundschutz zu tragen. So kann das Kind vor einer Ansteckung geschützt werden.

Lippenherpes: Übertragung verhindern

Sind erst einmal Fieberblasen auf der Lippe entstanden, sollten Sie zunächst auf das Küssen verzichten, um Ihre Lieben nicht mit dem Herpesvirus anzustecken. Außerdem ist es von Vorteil, Gebrauchsgegenstände wie beispielsweise Handtücher, Gläser oder Besteck nicht mehr mit anderen Familienmitgliedern zu teilen – denn auch so können die Viren übertragen werden. Waschen und desinfizieren Sie Ihre Hände regelmäßig, vor allem dann, wenn sie mit der Flüssigkeit der Fieberblasen in Berührung gekommen sind. Bei Unsicherheiten bezüglich der Vorbeugung oder Behandlung sind der Dermatologe und der Hausarzt die besten Ansprechpartner.

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1Lang, Gerhard/Lang, Gabriele: Augenheilkunde. Stuttgart: Georg Thieme Verlag KG 2015. S. 154.