Gürtelrose – Auslöser, Symptome, Behandlung

Vor allem im Kleinkindalter erkranken viele Menschen an Windpocken, einer hochansteckenden Virusinfektion: Jahrzehnte später kann dies eine Gürtelrose hervorrufen. Gürtelrose, auch Herpes zoster oder einfach nur Zoster genannt, wird durch das zur Herpesfamilie zählende Varizella-Zoster-Virus ausgelöst. Das in der Kindheit durch eine Windpockeninfektion in den Körper geschleuste Virus nistet sich in den Nervenwurzeln des Rückenmarks ein. Dort verharrt es und kann viele Jahre später als Herpes zoster wieder in Erscheinung treten. Erfahren Sie mehr.

Gürtelrose ist eine Infektion mit Varizella-Zoster-Viren.


Im Überblick:

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Die Symptome der Gürtelrose

Die ersten Anzeichen für Herpes zoster sind ein Brennen auf der Haut und Berührungsschmerzen. Das Virus wandert entlang der Nervenbahnen und zeigt sich schließlich als rötlicher Ausschlag auf der Haut im Bereich des betroffenen Nervenstrangs. Die Rötungen verlaufen von der Wirbelsäule ausgehend wie ein Gürtel um den Rumpf. Dieses Erscheinungsbild hat im deutschen Volksmund deshalb den Begriff Gürtelrose geprägt. Bezüglich der auftretenden Symptome werden drei Krankheitsstadien unterschieden:

1. Prodromalstadium: Es kommt zu einem allgemeinen Krankheitsgefühl, Müdigkeit, Kopf- und Gliederschmerzen und möglicherweise leichtem Fieber. Ein Hautausschlag ist noch nicht zu erkennen. Dieses Stadium hält etwa ein bis vier Tage an.

2. Akutes Stadium: Für einen Zeitraum von etwa sieben bis zehn Tagen tritt ein schmerzhafter Hautausschlag mit flüssigkeitsgefüllten Bläschen auf. Auch Juckreiz ist möglich.

3. Heilungsphase: Die Bläschen trocknen aus und verkrusten. Nach etwa zwei bis vier Wochen sind die Symptome der Gürtelrose dann meist vollständig abgeklungen.1

Meist tritt Herpes zoster im Bereich des Brustkorbs auf. Doch auch Rücken, Arme, Beine sowie das Gesicht (Gesichtsrose) — und hierbei sogar die Augen — können betroffen sein.

Sonderform: Zoster sine herpete

Bei dieser Erscheinungsform der Gürtelrose bleibt das Auftreten des Hautausschlags als Symptom aus. Betroffene klagen lediglich über Schmerzen der Haut und ein allgemeines Krankheitsgefühl — was häufig zu Fehldiagnosen führt.

Gürtelrose tritt verstärkt bei älteren Menschen und Personen mit geschwächter körperlicher Abwehr (beispielsweise durch chronische Erkrankungen) auf. Auch anhaltender Stress kann eine Ursache sein. Es wird davon ausgegangen, dass der Ausbruch des Herpes zoster damit zusammenhängt, dass die Aktivität des Immunsystems sinkt und das Virus nicht mehr in Schach gehalten wird.
Nach Angaben des Robert Koch Instituts erkrankt jeder zweite Mensch, der das 85. Lebensjahr erreicht hat, im Verlauf seines Lebens mindestens einmal an Herpes zoster.2

Wann ist eine Ansteckung mit Gürtelrose möglich?

Die Übertragung erfolgt bei Herpes zoster rein über das virushaltige Sekret der Hautbläschen. Daher kann die Gefahr der Ansteckung bei einer Gürtelrose deutlich minimiert werden, indem eine Abdeckung der Hautläsionen vorgenommen wird.

Komplikationen des Herpes zoster

In einigen Fällen, wenn beispielsweise eine frühzeitige Behandlung der Gürtelrose versäumt wurde, tritt als Folgekomplikation die sogenannte Post-Zoster-Neuralgie auf. Dabei kommt es nach dem Abheilen der Hautveränderungen zu starken Dauerschmerzen (mindestens 120 Tage)1 in betroffenen, aber auch in umgebenden Hautarealen. Als Risikofaktoren für das Auftreten einer Post-Zoster-Neuralgie gelten:

  • gehobenes Alter (75 Prozent der über 70-Jährigen sind betroffen)1
  • starke Schmerzen bereits im Prodromalstadium
  • hohes Fieber während der Erkrankung
  • weibliches Geschlecht

Die auftretenden chronischen Schmerzen bei dieser Folgeerkrankung der Gürtelrose erfordern eine entsprechend schnelle Behandlung, da sie die Lebensqualität der Betroffenen stark beeinträchtigen.
Weitere Komplikationen können sein:

  • Post-Zoster-Pruritus: Ein starker Juckreiz, der durch heftiges Kratzen unter Umständen zu schweren Hautverletzungen führt.
  • Psoriasis (Schuppenflechte): Langfristig kann Herpes zoster den Ausbruch einer Psoriasis begünstigen (Köbner-Phänomen).
  • Narbenbildung: Durch beispielsweise Infektionen der Bläschen oder heftiges Kratzen kommt es zu Hautverletzungen und Narbenbildung.
  • Zoster-Enzephalitis: Eine durch das Virus ausgelöste Entzündung des Gehirns, die möglicherweise noch Monate nach dem Akutstadium der Gürtelrose auftritt.
  • Schlaganfall: Das Risiko für das Auftreten eines Schlaganfalls ist (auch nach überstandener Gürtelrose) deutlich erhöht. Experten vermuten einen Zusammenhang zwischen den Entzündungsreaktionen des Herpes zoster und einer Schädigung der Gefäße.3

In seltenen Fällen kann der Zoster sogar Organe befallen und unter anderem zu Entzündungen der Lunge, des Herzens oder der Bauchspeicheldrüse führen.

Sonderfall: Gesichtsrose

Anders als bei jener Form der Gürtelrose, die überwiegend als Hautausschlag am Rumpf auftritt, befällt das Varizella-Zoster-Virus hier zuerst die Nervenbahnen, dann die Gefäße und Talgdrüsen des Gesichts. Daher der Name Gesichtsrose. Hierbei tritt der Hautausschlag an verschiedenen Stellen des Gesichts auf — auch an beispielsweise Augen, Ohren und Nase.

Bei einem schweren Verlauf kann die Gesichtsrose über Wochen anhalten und sich zu dauerhaften Verhärtungen oder Knoten entwickeln. Im schlimmsten Fall kommt es zu Lähmungserscheinungen der Gesichtsmuskulatur und einer Schädigung der Augen — was möglicherweise bis zur Beeinträchtigung oder dem Verlust der Sehkraft führt. Tritt die Gesichtsrose im Bereich der Ohren auf, sind zudem auch Hör- und Gleichgewichtsstörungen zu erwarten.

Behandlung bei Gürtelrose

Das Ziel der Behandlung einer Gürtelrose umfasst vor allem die Linderung der Symptome, aber auch die Verhinderung von Komplikationen und Folgeerkrankungen.

Eine Behandlung mit antiviralen Medikamenten kann die Dauer der Gürtelrose verkürzen, indem sie die Vermehrung der Viren hemmt und akute Entzündungen reduziert. Je früher mit der Therapie begonnen wird — bestenfalls in den ersten 48 bis 72 Stunden — desto größer ist ihr Erfolg.1

Auch, wenn die Erkrankung bei jungen Patienten in der Regel ohne spezielle Therapiemaßnahmen komplikationslos abheilt, wird eine antivirale Behandlung empfohlen. Unumgänglich ist sie jedoch bei

  • Patienten ab dem 50. Lebensjahr,
  • starken Schmerzen sowie
  • Immunschwäche aufgrund von Vorerkrankungen.

Zusätzlich zur antiviralen Behandlung der Gürtelrose kann eine ergänzende Therapie für die Linderung der Hautsymptomatik ratsam sein. Beispielsweise spezielle Tinkturen, die in der Lage sind, die flüssigkeitsgefüllten Bläschen auszutrocknen oder deren Krusten zu lösen.

Bei einem Verdacht auf zusätzliche bakterielle Infektionen der Haut oder bei stark immungeschwächten Patienten wird zudem zur Gabe von Antibiotika geraten, um Komplikationen zu vermeiden.

Gürtelrose vorbeugen?

Um einen Ausbruch der Gürtelrose zu verhindern, sollten Sie ganz besonders im Alter darauf achten, die Abwehrkräfte zu stärken. Eine gesunde und ausgewogene Ernährung, ausreichend Schlaf und Bewegung sind das Grundgerüst, um gesund zu altern. Ist das Immunsystem gestärkt, hat das Varizella-Zoster-Virus weniger Chancen, eine Gürtelrose mitsamt ihren unangenehmen Folgen auszulösen.

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Alles über Windpocken >>

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Was ist ein Hautausschlag? >>




1 Ärztezeitung.at: Herpes zoster. URL: http://www.aerztezeitung.at/fileadmin/PDF/2017_Verlinkungen/State_Herpes_zoster.pdf, (23.10.2018).
2 Robert Koch Institut: Herpes zoster. URL: https://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Varizellen.html, (23.10.2018).
3 Ärzteblatt: Medikamente können Schlaganfallrisiko nach Gürtelrose senken. URL: https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/58228/Medikamente-koennten-Schlaganfallrisiko-nach-Guertelrose-senken, (23.10.2018).