Die Schuppenflechte und ihre Symptome

Wenn der Juckreiz so unerträglich ist, dass Kratzen fast zum Zwang wird, und sich die Haut in silbrig-weißen Schuppen ablöst, liegt das oftmals an einer Schuppenflechte (Psoriasis). Für die Betroffenen kann das im Alltag für viele Probleme sorgen, die entzündeten Hautbereiche sind ihnen meist unangenehm. Dazu kommt: Schuppenbildung und Juckreiz sind leider nicht die einzigen Symptome bei Schuppenflechte.

Auf einen Blick: Die Symptome der Schuppenflechte

  • Entzündete, leicht erhabene Hautbereiche
  • Starke Schuppenbildung
  • Juckreiz
  • Oftmals Veränderungen der Finger- und Zehennägel

Frau kratzt sich als Symptom einer Schuppenflechte

Typische Anzeichen für Schuppenflechte

Deutlichstes und auffälligstes Symptom einer Schuppenflechte sind entzündete, schuppige Hautbereiche, die sogenannten Psoriasisherde. Sie bilden sich nicht dauerhaft auf der Haut aus, sondern treten bei jedem Schub der Schuppenflechte neu auf. Wie lange der einzelne Schub dauert, lässt sich nicht vorhersagen. Zwischenzeitlich haben die Erkrankten keine Beschwerden.

Durch ihre starke, klar umgrenzte Rötung unterscheiden sich die entzündeten Stellen deutlich von den gesunden Hautarealen. Für die charakteristische Färbung ist das fehlerhaft arbeitende Immunsystem von Schuppenflechte-Patienten verantwortlich: Es hält die Zellen der Oberhaut für gefährliche Krankheitserreger, die es schnellstmöglich abzutöten gilt, und greift an. An der jeweiligen Stelle sorgt dieser Kampf für eine gesteigerte Durchblutung – von außen deutlich als Rötung zu erkennen.

Schuppenflechte greift gesunde Haut an

Bei Schuppenflechte stehen eigentlich völlig gesunde, unbedenkliche Hautzellen unter permanentem Beschuss. Die Haut der Betroffenen muss darauf reagieren, sie darf ihre Aufgaben und Funktionen nicht vernachlässigen: Also regeneriert sie sich sehr viel schneller als bei gesunden Menschen. Hautzellen, die eigentlich eine Lebensdauer von knapp vier Wochen haben, sterben bereits nach etwa vier Tagen ab. Die ständig nachrückenden toten Oberhautzellen sind nach außen hin als helle, oft glänzende Schuppen sichtbar. In der Regel treten die Entzündungen symmetrisch auf, das heißt auf beiden Körperhälften sind in etwa dieselben Hautbereiche betroffen.

Die Schuppen, die auf den Psoriasisherden sitzen, sind nicht mehr fest mit der darunterliegenden Haut verbunden. Vor allem die oberen Schuppenschichten lassen sich sehr leicht abkratzen, die unteren erfordern etwas mehr Anstrengung, lösen sich aber auch noch vergleichsweise leicht. Sind alle Schuppen entfernt, kommt es auf der unten liegenden, extrem dünnen Hautschicht zu winzigen, punktförmigen Blutungen.

Bevorzugt bilden sich die Psoriasis-Herde an der Kopfhaut, den Ellenbogen und den Knien. Die Größe der einzelnen Entzündungen variiert dabei individuell sowie von Schub zu Schub. Einige sind sehr klein und machen sich kaum bemerkbar, andere wiederum können handtellergroß werden. Werden sie nicht behandelt, bleiben sie in der Regel über sehr lange Zeiträume bestehen. Bei einer seltenen Ausprägung der Schuppenflechte ist die komplette Haut verdickt und von den Entzündungen betroffen; dieser Zustand kann für den Erkrankten lebensgefährlich sein, denn er kann auch auf die Organe übergreifen. Fachleute sprechen hier von einer psoriatischen Erythrodermie.

Weitere Symptome der Schuppenflechte

Zu den Symptomen der Schuppenflechte, die charakteristischerweise den ganzen Körper betreffen können, gehört eine oft sehr stark ausgeprägte Trockenheit der Haut. Die Haut wirft Blasen oder wird rissig und beginnt zu bluten – besonders im Bereich der Gelenke, deren Bewegungen die starre Haut stark beanspruchen.

In vielen Fällen geht die Schuppenflechte auch an den Nägeln nicht spurlos vorbei. Finger- und Zehennägel verändern ihr Aussehen deutlich: Dellen oder Verfärbungen werden sichtbar, die Nägel wirken, als wären sie mit Ölflecken betupft. Manchmal zerstört die Schuppenflechte den Nagel auch komplett. Er bekommt Risse oder löst sich vollständig vom Nagelbett. Die sogenannte Nagelpsoriasis tritt besonders häufig in Verbindung mit Psoriasis Arthritis auf.

Verlauf und Schweregrad der Symptome

Verlauf und Schweregrad der Symptome sind bei Schuppenflechte individuell sehr verschieden. Unzählige Faktoren beeinflussen die persönlichen Beschwerden: Vorerkrankungen und eingenommene Medikamente spielen ebenso eine Rolle wie die Ernährung und die psychische Verfassung des Erkrankten. Während leichte Fälle oft kaum erkennbar sind, breiten sich bei schweren Fällen die Entzündungen großflächig und ohne erkennbares Muster aus.

Grundsätzlich lassen sich allerdings zwei typische Verläufe bei Psoriasis vulgaris, also der „gewöhnlichen“ Schuppenflechte, erkennen. Beim Typ I tritt die Hauterkrankung meistens schon im Kindes- oder Jugendalter auf. Die Psoriasis ist zudem familiär gehäuft und meist von einem schweren Verlauf gekennzeichnet. Der Typ II taucht dagegen erst im mittleren Lebensalter zwischen 30 und 60 Jahren auf und entsteht meist durch äußere Faktoren – allen voran Stress und Infektionen. Die Symptome sind hier in der Regel weniger stark ausgeprägt.

Neben der „gewöhnlichen“ Schuppenflechte, der häufigsten Form der Psoriasis, gibt es auch Ausprägungen der Erkrankung, die sich in eher untypischen Symptomen zeigen. Diese anderen Formen von Schuppenflechte gehen mit unterschiedlichen Verläufen einher:

  • Psoriasis pustulosa:
    Bei dieser Form der Schuppenflechte bilden sich auf den entzündeten Hautbereichen eitrige Bläschen – weiße Blutkörperchen stauen sich in der Oberhaut.
  • Psoriasis Arthritis:
    Hier ist nicht nur die Haut entzündet, auch die Gelenke können betroffen sein. Dies hate eine eingeschränkte Beweglichkeit zur Folge. Von kleineren Veränderungen bis zur völligen Zerstörung eines Gelenks – alle Schweregrade sind bei Psoriasis Arthritis möglich. Meistens sind die Wirbelgelenke und / oder Hand- und Fußgelenke betroffen. Die Diagnose gestaltet sich oft schwierig, da die Beschwerden denen anderer Verschleißerkrankungen stark ähneln.
  • Psoriasis inversa:
    Diese Form der Schuppenflechte äußert sich vor allem durch Entzündungen an Bereichen, die mit anderen Hautstellen in Berührung kommen, zum Beispiel unter den Achseln, am Ellenbogen oder in der Gesäßfalte.

Allen Schuppenflechte-Arten gemeinsam sind die psychischen Beschwerden, die sie hervorrufen können. Die Symptome der Erkrankung lassen sich nach außen hin kaum verbergen – die Erkrankten sorgen sich über die Reaktionen ihrer Mitmenschen auf den Zustand ihrer Haut. In der Folge ziehen sich einige von ihnen immer mehr zurück. Mittlerweile gibt es allerdings zahllose Behandlungsmöglichkeiten, mit denen Betroffenen gut geholfen werden kann – das steigert nicht nur die Lebensfreude, sondern auch das allgemeine Wohlbefinden.

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