Schuppenflechte an der Kopfhaut – Das können Sie tun

Schuppen sind vielen Menschen peinlich – und kaum zu verbergen. Gerade auf dunklen Haaren stechen die weißen Hautplättchen sofort ins Auge. Von dort aus können sie auf Kleidung, Bettwäsche oder Schreibtisch rieseln. Unangenehm. Wer Schuppenflechte an der Kopfhaut hat, kennt diese Probleme nur zu gut. Wie wird man die lästigen Schuppen wieder los?

Interessant: Unsere Kopfhaut ist ein wahres Multitalent

Unsere Kopfhaut schützt den Kopf nicht nur vor äußeren Einflüssen, sondern regelt auch noch Temperatur- sowie Wasserhaushalt und bietet den Kopfhaaren perfekten Halt. Auch wie die Haare aussehen, beeinflusst die Kopfhaut entscheidend mit. Weil die sogenannte Kopfschwarte (besteht aus Sehnenhaube, Unterhaut und Kopfhaut) sehr gut durchblutet ist, sorgen selbst kleinere Verletzungen in diesem Bereich für eine vergleichsweise starke Blutung.

Frau mit Schuppenflechte an der Kopfhaut

Was passiert bei Schuppenflechte an der Kopfhaut?

Die oberste Schicht der Kopfhaut regeneriert sich ständig. Haben alte Hautzellen ihren Dienst getan, lösen sie sich und fallen ab. Verläuft dieser Prozess ganz normal, stellt das kein Problem dar: Einzelne Zellen sind mit dem bloßen Auge nicht sichtbar. Anders sieht es allerdings aus, wenn eine Erkrankung wie die Schuppenflechte an der Kopfhaut ausbricht. Die Erneuerung der Haut ist dann stark beschleunigt. Zahllose abgestorbene Hautzellen stauen sich an – und werden durch ihre große Menge sichtbar. Zu den weiteren Symptomen, die bei Schuppenflechte auftauchen können, gehören unter anderem:

  • Juckreiz
  • Trockene, rissige Haut
  • Entzündungen der Haut
  • Erhabene Flecken

Die typischen, stark geröteten Entzündungsherde der normalen Schuppenflechte sind bei einem Befall an der Kopfhaut (Psoriasis Capitis) in der Regel nicht sichtbar. Die Haare liegen darüber und verdecken die unangenehmen und stark juckenden Bereiche. Trotzdem ist die Schuppenflechte am Kopf sehr auffällig: Die abfallenden Schuppen, die sich in großer Zahl bilden, verteilen sich in den Haaren oder rieseln auf die Schultern.

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Den Betroffenen ist das in der Regel sehr peinlich. Sie sind sich bewusst, dass vielerorts immer noch die Meinung vorherrscht, die Entstehung von Schuppen hinge mit mangelnder Körperhygiene zusammen. Allerdings handelt es sich bei der Schuppenflechte um eine Erkrankung, die mit einer hohen Schuppenbildung einhergeht – Psoriasis-Patienten leiden damit besonders unter der Auffälligkeit der Hauterkrankung. Sie sind häufig mit negativen Reaktionen ihres Umfelds konfrontiert. In vielen Fällen entwickelt sich daraus eine regelrechte Furcht vor der Ablehnung ihrer Mitmenschen.

Psoriasis Capitis richtig behandeln

Bei einem großen Teil der Schuppenflechte-Patienten sind psychische Schwierigkeiten zu beobachten. Teilweise bestehen sie schon vor der Erkrankung und sind unter Umständen für deren Ausbildung mitverantwortlich, zum Teil entwickeln sie sich aber auch erst im Lauf der Erkrankung. Das Leben mit Schuppenflechte, egal ob an der Kopfhaut oder anderen Körperbereichen, ist mit Einschränkungen verbunden. Gemeinsam mit den Problemen, die im sozialen Bereich entstehen können, entwickeln sich daraus schnell Stress. Für die Betroffenen kann daraus ein Teufelskreis entstehen: Mittlerweile konnte nachgewiesen werden, dass das emotionale Befinden entscheidenden Einfluss auf den Schweregrad und die Auslösung von Schüben nehmen kann.

Schon gewusst?

Es gibt zwei verschiedene Arten von Schuppen

  • Helle, trockene Schuppen, die hauptsächlich durch eine trockene, strapazierte Kopfhaut entstehen und möglicherweise auf eine Schuppenflechte hinweisen
  • Gelbliche, ölige Schuppen, die vorwiegend durch zu hohe Talgproduktion verursacht werden und einen Hefepilz-Befall der Kopfhaut begünstigen können

Nicht nur deshalb kommt es auf die richtige Behandlung an: Die vom Arzt verordneten Medikamente sollen die bestehenden Entzündungen lindern und die Bildung weiterer Schuppen bekämpfen. Bereits bestehende Schuppen werden aufgelöst und die darunterliegende Haut möglichst schonend behandelt und versorgt. Präparate mit Vitamin-D3-Abkömmlingen, Kortison oder einer Kombination aus beiden Wirkstoffen kommen dafür besonders häufig zum Einsatz. Medikamente, die nur Kortison enthalten, dürfen wegen der Nebenwirkungen allerdings nicht dauerhaft angewendet werden.

Die Darreichung in Form von hat sich als besonders effektiv und verträglich erwiesen. Die Wirkstoffe können die Schuppenflechte bekämpfen, bleiben aber nur für kurze Zeit auf der Haut – unerwünschte Nebenwirkungen werden damit unwahrscheinlicher. Die gezielte Bestrahlung mit UV-Licht kann sich ebenfalls positiv auf die Schuppenflechte auswirken. Tabletten und andere Medikamente, die von innen heraus wirken, kommen nur in schweren Fällen zum Einsatz.

Das können Sie bei Psoriasis an der Kopfhaut tun

Herkömmliche Anti-Schuppen-Shampoos eignen sich bei Psoriasis Capitis nur bedingt: Zwar können sie zeitweise durchaus eine Besserung erzielen, über einen längeren Zeitraum jedoch wirken sie zu aggressiv und trocknen die stark beanspruchte Kopfhaut noch weiter aus. Leiden Sie an Schuppenflechte, sollten Sie Anti-Schuppen-Shampoos, wenn überhaupt, nur für kurze Zeit benutzen.

Besonders wichtig ist es, die Kopfhaut bei Schuppenflechte nicht unnötig zu reizen – denn das kann die Beschwerden noch verschlimmern. Versuchen Sie deshalb so wenig wie möglich zu kratzen, auch wenn der Juckreiz schier unerträglich zu werden scheint. Das Styling Ihrer Haare sollten Sie stark einschränken: Vermeiden Sie es, Ihre Haare zu färben, zu tönen oder heiß zu föhnen und benutzen Sie kein Haarspray. Achten Sie außerdem darauf, Ihre Haare sehr vorsichtig zu waschen. Um die Haare zu entwirren, eignet sich eine Naturborstenbürste am besten. Frisuren sollten Sie nur solche wählen, die möglichst wenig die Kopfhaut beanspruchen – auf einen straffen Pferdeschwanz oder strengen Dutt sollten Sie besser verzichten.

Hier finden Sie weitere Infos:

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