Schuppenflechte im Gesicht: Symptome und Behandlung

Schuppenflechte im Gesicht ist für Betroffene nicht gerade leicht. Die geröteten, schuppigen Hautbereiche jucken und schmerzen oft deutlich mehr als Schuppenflechte an anderen Körperstellen. Der Grund: Die Haut im Gesicht ist dünner und äußerst empfindlich. Mit der passenden Behandlung kann die Erkrankung aber auch hier deutlich gelindert werden.

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Das passiert bei Schuppenflechte

Das Immunsystem des menschlichen Körpers arbeitet im Normalfall vorbildlich. Eindringlingen und Krankheitserregern lässt es kaum eine Chance. Hat es potentiell gefährliche Fremdstoffe identifiziert, fährt es alles auf, was es an Abwehr zu bieten hat: Killerzellen, Fresszellen, Interferone und Co. rücken dem Feind zu Leibe – gnadenlos. Bedrohliche Zellen werden abgetötet oder zumindest an der Vermehrung gehindert. Fatal ist es da, wenn das Immunsystem falsch programmiert ist und Zellen angreift, um die es sich eigentlich gar nicht kümmern bräuchte.

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Genau das passiert wohl bei der Schuppenflechte (Psoriasis). Das Immunsystem des Erkrankten scheint einen entscheidenden Fehler zu machen: Es hält Zellen des eigenen Körpers für den Feind, genauer gesagt, die Zellen der Oberhaut. Wie bei jedem anderen Eindringling versucht es, diese Zellen abzutöten. In der Folge röten sich die betroffenen Bereiche und beginnen zu jucken. Die Haut selbst will den Verlust der Oberhautzellen ausgleichen und beschleunigt ihre Erneuerung: Zellen, die gewöhnlich eine Lebensdauer von etwa vier Wochen haben, werden bereits nach knapp vier Tagen ausgetauscht – sie können nicht schnell genug abgetragen werden und stauen sich an. Auf der Haut deutlich erkennbar bilden sich helle, glänzende Schuppen. Doch die Psoriasis beschränkt sich nicht unbedingt nur auf die Haut. Betroffen sein können auch:

  • Finger- und Zehennägel
  • Gelenke
  • Organe wie Augen, Lunge oder Herz

Die Schuppenflechte verläuft in Schüben. Wo sie sich genau ausbreitet, lässt sich vorher nicht bestimmen. Bei jedem Schub können andere Hautareale betroffen sein. Bevorzugt scheinen die Hautentzündungen allerdings im Bereich der Gelenke, an der Kopfhaut sowie an Brust und Rücken aufzutreten. Doch auch vor besonders empfindlichen Hautarealen macht die Schuppenflechte keinen Halt: Häufig sind die Analfalte, Hände und Füße oder eben das Gesicht betroffen.

Wie äußert sich Schuppenflechte im Gesicht?

Grundsätzlich zeigt die Schuppenflechte im Gesicht dieselben Symptome wie auch am übrigen Körper. Die entzündeten Hautbereiche sind gerötet und grenzen sich deutlich von der umliegenden Haut ab. Auch im Gesicht kommt es zu starker Bildung von Schuppen, die sich bis zur untersten Hautschicht leicht ablösen lassen. Daneben werden die Betroffenen geplagt von:

  • Starkem Juckreiz
  • Trockener Haut
  • Punktförmigen Blutungen

Dazu kommt: Die Haut im Gesicht ist nicht nur besonders empfindlich, sondern auch sämtlichen Umwelteinflüssen ausgesetzt. Egal ob UV-Strahlen, Wind oder Kälte – das Gesicht bleibt kaum geschützt. Das kann schon die Haut von gesunden Menschen stark strapazieren. Bei Schuppenflechte ist es jedoch besonders schlimm: Die Haut ist schuppiger, röter und allgemein gereizter als an anderen Stellen des Körpers.

Im Gegensatz zu Armen, Beinen oder anderen entzündeten Bereichen lässt sich das Gesicht kaum vor dem Umfeld verbergen. Viele Betroffene empfinden das als äußerst unangenehm. Gerade deshalb kann Schuppenflechte im Gesicht häufig mit psychischen Beschwerden verbunden sein.

Behandlungsmöglichkeiten bei Schuppenflechte im Gesicht

Die Behandlung von Schuppenflechte im Gesicht entspricht im Wesentlichen der einer „gewöhnlichen“ Schuppenflechte. Salben, Tinkturen oder Gele können die Beschwerden lindern und das Hautbild verbessern. In schweren Fällen kommen Kortisonpräparate oder Medikamente, die von innen heraus der Schuppenflechte entgegenwirken, zum Einsatz.

Doch Vorsicht:
Die Wirkstoffkonzentration bei Medikamenten gegen Schuppenflechte im Gesicht sollte unbedingt niedriger sein, als bei solchen, die gegen Schuppenflechte an anderen Hautbereichen wirken. Die Haut im Gesicht ist sehr dünn und reagiert äußerst empfindlich auf äußere Einflüsse.

Ansonsten ist Vorbeugung das A und O: Setzen Sie auf die regelmäßige Anwendung von Hautpflege-Produkten, die Ihrer Haut guttun und sie vor dem Austrocknen schützen. Produkte mit den Inhaltsstoffen Aloe Vera und Urea (Harnstoff) haben sich dabei gut bewährt. Sie beruhigen die Haut und versorgen sie mit Feuchtigkeit. Lassen Sie sich hierzu in der Apotheke beraten.

Auch naturheilkundliche Wirkstoffe wie Mahonia aquifolium (die Gewöhnliche Mahonie) werden oft bei Schuppenflechte im Gesicht angewendet. Einziger Nachteil: Bis sie ihre Wirkung entfalten, dauert es meist sehr lange – im akuten Schub sind sie also eher wenig geeignet. Dafür eignen sie sich aber sehr gut für die Behandlung der empfindlichen Haut im Gesicht. Emotionaler Stress kann ebenfalls einen Schub auslösen: Um das innere Gleichgewicht wiederzufinden und mit den psychischen Belastungen durch Schuppenflechte gelassener umzugehen, empfehlen sich deshalb vor allem Entspannungstechniken wie Yoga oder Autogenes Training.

Psoriasis im Gesicht: Im Notfall

Wenn die Haut kurzfristig möglichst ebenmäßig aussehen soll, können Abdeckstifte oder Make-ps aus der Apotheke gute Wirkungen erzielen. Sie kaschieren die Rötungen der Psoriasis im Gesicht und bis zu einem gewissen Grad auch die schuppigen Stellen. Auf Dauer eignet sich die Anwendung von Kosmetik-Produkten aber nicht unbedingt: Sie können die Haut im Gesicht zusätzlich reizen und einen akuten Schub verschlimmern.

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