Die Schuppenflechte: Vom Anfangsstadium bis zum schweren Verlauf

Die Diagnose „Schuppenflechte“ ist für viele Patienten eine Herausforderung. Was bedeutet es, an einer solchen Hauterkrankung zu leiden? Was kommt da auf einen zu? Anfangs tun sich für die Betroffenen viele Fragen auf, die Unsicherheit ist groß: Den genauen Verlauf der Schuppenflechte können Ärzte nicht vorhersagen – weder im Anfangsstadium noch später. Doch es gibt einige Faktoren, die den Schweregrad der Erkrankung beeinflussen können.

Frau mit Neurodermitis aufgrund von Stress im Job

Schuppenflechte im Anfangsstadium

Im Anfangsstadium kann sich die Schuppenflechte (Psoriasis) äußern wie zu jedem anderen Zeitpunkt der Erkrankung. Weder ein besonders ausgeprägter noch ein schwacher Beginn der Schuppenflechte sind für den Verlauf der Hautkrankheit typisch.

Der erste Schub kann aussehen wie jeder folgende. Die Hautveränderungen beschränken sich dann in der Regel auf die Stellen, an denen sie zuerst aufgetreten sind. Sie fallen auf durch klare, leuchtend rote Umgrenzungen, silbrig-glänzende Schuppenbildung und in vielen Fällen quälenden Juckreiz. Die Veranlagung dafür ist in den Genen verankert.

Gerade im Anfangsstadium, wenn sich die Psoriasis-Herde gerade bilden oder sie nur schwach ausgeprägt sind, kann es für den Arzt eine Herausforderung sein, eine zweifelsfreie Diagnose zu stellen. Die geröteten, juckenden Hautbereiche könnten dann noch für eine Vielzahl anderer Erkrankungen sprechen, zum Beispiel

  • Röschenflechte
  • Ekzeme
  • Seborrhoische Dermatose
  • Pilzerkrankungen
  • Bakterielle Infektionen

Sobald sich die Entzündungen vollständig entwickelt haben, stellt die Diagnose in der Regel kein Problem mehr dar. Anders sieht es bei vielen Sonderformen der Psoriasis aus. Sie können teilweise oder auch dauerhaft ohne die typischen Schuppenflechte-Beschwerden auftreten.

So sind bei der Psoriasis Arthritis vor allem auch die Gelenke betroffen, während sich bei pustulöser Schuppenflechte auffallend viele eitergefüllte Pusteln ausbilden.

Diagnose der Schuppenflechte

Meistens kann der Arzt die Schuppenflechte recht schnell erkennen – allein schon durch ihre charakteristische, markante Optik. Eine familiäre Häufung von Psoriasis kann ein weiterer deutlicher Hinweis sein. Des Weiteren kann der sogenannte Kerzenflecktest Klarheit verschaffen:

Das Kratzen an einer entzündeten Stelle wird als deutlich hellere Spur auf der Haut sichtbar – optisch erinnert das an verschüttetes Kerzenwachs. Für Schuppenflechte typisch kann der Arzt anschließend die Hautschuppen leicht abblättern, bis eine glänzende, dünne Hautschicht zutage tritt, die bei weiterem Kratzen punktförmige Blutungen aufweist. Die Diagnose ist dann so gut wie eindeutig. Um auch den letzten Zweifel auszuräumen, kann der Arzt eine Hautbiopsie durchführen. Dabei entnimmt er der Haut eine Gewebeprobe und untersucht sie auf die typischen Psoriasis-Zeichen.

Steht letztendlich fest, dass es sich bei den vorliegenden Hautveränderungen um Schuppenflechte handelt, kann die medikamentöse Behandlung auf die individuellen Bedürfnisse des Patienten abgestimmt werden.

Die moderne Medizin kann die Erkrankung zwar nicht heilen, aber doch immerhin deutlich mildern und erträglicher machen. Unmöglich bleibt es bislang auch, den weiteren Verlauf der Schuppenflechte vorherzusagen. Sie ist eine Hauterkrankung, die in hohem Maße von den individuellen Gegebenheiten abhängig ist. Gemeinsam ist ihr und allen ihren Ausprägungen lediglich, dass die Krankheit chronisch und in Schüben verläuft. Wie ein einzelner Schub dabei tatsächlich aussieht, kann von Patient zu Patient völlig unterschiedlich sein.

Auslöser eines Schubs

Ist die Neigung zu Schuppenflechte durch die DNA vorherbestimmt, muss das nicht zwangsläufig einen Ausbruch der Erkrankung bedeuten. Erst wenn die Schuppenflechte von außen angestoßen wird, äußert sie sich durch die typischen Beschwerden. Der Konsum von Alkohol und Nikotin kann dabei ebenso eine Rolle spielen wie Schwankungen im Hormonhaushalt, Stress, Infektionskrankheiten oder die Einnahme von Medikamenten.

Wird die Haut stark strapaziert, zum Beispiel bei Sonnenbrand oder Verletzungen, kann das ebenfalls den Startschuss für einen Schuppenflechte-Schub bedeuten.

Einflüsse auf den Verlauf der Schuppenflechte

Entscheidender Einflussfaktor auf den Schweregrad kann der Typ der Hauterkrankung sein. Die gewöhnliche Schuppenflechte untergliedert sich in zwei Ausprägungen.

  • Psoriasis Typ I
    Der überwiegende Großteil aller Patienten leidet an der Schuppenflechte Typ eins. Sie tritt meist im Jugend- oder jungen Erwachsenenalter zum ersten Mal auf und äußert sich in der Regel durch einen genetisch bedingten, schwereren Verlauf.
  • Psoriasis Typ II
    Die Psoriasis Typ zwei macht sich dagegen meist im mittleren Lebensalter, zwischen 40 und 60 Jahren zum ersten Mal bemerkbar und ist wohl vor allem auf äußere Faktoren zurückzuführen.

Ein besonders schwerer Verlauf zeichnet sich bei der psoriatischen Erythrodermie ab. Diese Form der Schuppenflechte zieht sich nahezu über den ganzen Körper, die Haut wird dick und starr. Auch der Allgemeinzustand des Patienten ist dann stark angegriffen. Im schlimmsten Fall kann die psoriatische Erythrodermie lebensgefährlich sein.

Abhängig ist der individuelle Krankheitsverlauf in hohem Maße auch von der psychischen Verfassung des Patienten. Stress und emotionale Schwierigkeiten können nicht nur einen neuen Schub auslösen, sie sind außerdem dazu in der Lage, den Schweregrad eines bestehenden Schubs maßgeblich zu beeinflussen – oder die Krankheit im Anfangsstadium überhaupt erst auszulösen.

Fatal ist dabei, dass gerade die Schuppenflechte-Patienten diesen Faktoren besonders häufig ausgesetzt sind. Durch die oft markanten äußeren Anzeichen ihrer Krankheit – und die darauffolgenden Reaktionen ihres Umfelds – sind sie schnell verunsichert. Sie versuchen ihre Schuppenflechte zu verbergen und ziehen sich deshalb oftmals aus dem sozialen Leben zurück. Ihre Lebensqualität nimmt deutlich ab, manchmal entwickeln sich Depressionen. Das quält die Betroffenen – und kann im Umkehrschluss leider auch eine weitere Verschlimmerung ihres Krankheitsverlaufs bedeuten.

Der Verlauf der Schuppenflechte bleibt individuell

Nicht zu vernachlässigen ist daneben auch die Rolle, die individuelle Faktoren für den Verlauf der Schuppenflechte spielen – egal ob im Anfangsstadium oder später. Entzündungen, Infektionen oder Störungen der Hormonproduktion können jeden Menschen einmal treffen. Schuppenflechte-Patienten haben dann aber nicht nur mit den Auswirkungen der jeweiligen Krankheit zu kämpfen, für sie bedeutet das meist auch eine Verschlimmerung der Schuppenflechte. Übergewicht, das Wetter und Allergien können denselben Effekt haben.

Was den Verlauf der Schuppenflechte betrifft, lässt sich außerdem feststellen, dass sie oft gemeinsam mit einer bestimmten Gruppe von Erkrankungen auftritt. Bluthochdruck, Fettleibigkeit, erhöhte Neigung zu Diabetes und chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen begleiten die Psoriasis auffallend häufig. Vor allem schwere Verläufe der Schuppenflechte sind anfällig für diese Komorbiditäten (Begleiterkrankungen).

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