Schuppenflechte: Ursache ungeklärt

Warum eine Schuppenflechte (Psoriasis) ausbricht, kann nicht auf eine spezielle Ursache zurückgeführt werden. Auch wenn von einer erblichen Veranlagung ausgegangen werden kann, sind die genetischen Abläufe, die eine Schuppenflechte verursachen, noch nicht hinreichend erforscht. Es existiert jedoch eine Reihe von Theorien zur Entstehung dieser Autoimmunkrankheit, die durch angeborene Veranlagung in Kombination mit äußeren Reizen oder Umwelteinflüssen zum Ausbruch kommen kann.

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Genetik und Vererbung

Bei etwa einem Drittel der Psoriasis-Patienten ist die Erkrankung Bestandteil der Familiengeschichte. Je mehr Blutsverwandte betroffen sind, desto höher ist das Risiko, selbst an einer Schuppenflechte zu erkranken: Sind beispielsweise beide Eltern betroffen, liegt das Risiko der Kinder bei bis zu 75 Prozent.

Unbestritten hat die Psoriasis also eine starke erbliche Komponente; es gilt als gesichert, dass überwiegend Personen mit einer entsprechenden Veranlagung an Schuppenflechte erkranken. Allerdings ist unklar, wie der Gendefekt überhaupt entsteht.

In der jüngeren Genforschung konnte ein Zusammenhang zwischen den auf Chromosom 6 befindlichen Genen und der Schuppenflechte festgestellt werden. Auf diesem Chromosom befinden sich wesentliche Informationen, die für die Funktion des Immunsystems relevant sind. Die Informationen auf Chromosom 6 werden dabei zur Produktion spezieller Antigene benötigt, die körpereigene von körperfremden Zellen unterscheiden können.
Genau hierin wird eine mögliche Ursache der Schuppenflechte vermutet: Das Immunsystem reagiert bei einer Psoriasis-Erkrankung teilweise auf die körpereigenen Zellen, als wären es Fremdkörper, und löst dadurch eine Entzündung aus.

Auch Studien mit eineiigen Zwillingen erhärten den Verdacht der genetischen Veranlagung: einer der beiden Zwillinge erkrankt mit 70-prozentiger Wahrscheinlichkeit an Schuppenflechte, wenn der andere Zwilling bereits darunter leidet. Für zweieiige Zwillinge liegt das Risiko bei etwa 20 Prozent.

Diese genetische Veranlagung, die auch bei anderen Autoimmunerkrankungen wie Neurodermitis beobachtet werden kann, liefert allerdings noch keine hinreichende Begründung für den tatsächlichen Ausbruch der Krankheit. Nicht jeder Gendefekt führt zwangsläufig zu einer Erkrankung, weshalb weitere Faktoren wie Lebensweise und Umwelteinflüsse in Betracht kommen.

Lebensweise als Ursache für Schuppenflechte

Zahlreiche Vergleichsstudien stellen einen Zusammenhang zwischen dem Ausbruch der Psoriasis und den Lebensumständen der Betroffenen her. Als Hauptauslöser werden Umwelteinflüsse, Stress und zusätzliche chronische Infektionen ins Spiel gebracht. In jüngerer Zeit rücken auch Faktoren der individuellen Lebensführung wie Rauchen, Alkoholkonsum und Fettleibigkeit ins Blickfeld.

Einer aktuellen dänischen Studie aus dem Jahr 2016 zufolge tragen sowohl Diabetes-Patienten als auch Übergewichtige ein höheres Risiko, an Schuppenflechte zu erkranken. Besonders auffällig dabei: Patienten vom Diabetes-Typ 2 wiesen eine 50 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit auf, eine Psoriasis zu entwickeln, als nicht zuckerkranke Personen. Eine endgültige Erklärung dieses Zusammenhangs konnte die Studie jedoch nicht liefern.
Nicht nur die mögliche Verbindung zur Zuckerkrankheit legt nahe, dass eine Störung des Stoffwechsels als Ursache der Schuppenflechte infrage kommt. Betroffene berichten häufig, dass eine Umstellung der Essgewohnheiten ihre Symptome deutlich verbessert hat. Eine spezielle sowie ausgewogene Ernährung kann in jedem Fall dabei helfen, die Haut gesund zu erhalten und sie bei ihren Aufgaben zu unterstützen.

Infektionen als Auslöser

Sowohl äußerliche als auch innere Infektionen mit Keimen kommen als Auslöser der Schuppenflechte in Betracht. Viren wie zum Beispiel Masern, Herpes oder Windpocken kommen dabei ebenso infrage wie Pilze oder bestimmte Bakterien. Eine durch Streptokokken ausgelöste Mandel- oder Ohrentzündung sowie Nebenhöhlen- und Racheninfekte zählen dabei zu den häufigsten Schuppenflechte-Ursachen.
Verbreitete Erreger, die eine Schuppenflechte auslösen oder verschlimmern können, sind:

  • Streptokokken
  • Staphylococcus aureus
  • Malassezia furfur
  • Candida albicans

Unter den durch Infekte verursachten Formen der Schuppenflechte ist die Psoriasis guttata die häufigste Art, die durch tropfenartige kleine Entzündungsherde gekennzeichnet ist.

Medikamente

Bestimmte Medikamente können eine Schuppenflechte verursachen. Dabei kommt es weder auf die Darreichungsform noch auf die Anwendung (äußerlich/innerlich) an. Hier eine Liste an Medikamenten, die vorwiegend im Verdacht stehen, eine Schuppenflechte auszulösen oder zu verschlimmern:

Wirkstoff/MedikamentengruppeBeispielhafte Anwendungsgebiete
ChloroquinAnti-Malaria-Mittel
LithiumPsychotherapie, Cluster-Kopfschmerz
BetablockerVor allem als Bluthochdruck-Medikament
KortikosteroideSynthetisierte entzündungshemmende Hormone (Cortison)
Interferone Bei Multiple Sklerose, Hepatitis B und C Viruserkrankungen

 

Fazit: Ursache der Schuppenflechte weiter erforschen

Mehrere Faktoren müssen zusammenkommen, um eine Schuppenflechte auszulösen (multifaktorielle Entstehung). Der Forschungsbedarf bezüglich der Ursachen von Psoriasis ist daher weiterhin hoch. Solange die Ursachen nicht vollständig geklärt sind, ist eine nachhaltige Therapie der Schuppenflechte kaum möglich. Vor allem die voranschreitende Entschlüsselung des genetischen Codes bietet hier zumindest langfristig eine Perspektive. Derzeit müssen sich Erkrankte auf eine Behandlung der Symptome beschränken. Verschaffen Sie sich einen Überblick über die verschiedenen homöopathischen Behandlungsmethoden und Hausmittel zum Thema Psoriasis.

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