Schuppenflechte: Behandlung und Pflege

Bei der Behandlung von Psoriasis gibt es leider kein Patentrezept. Welche Mittel gegen Schuppenflechte bei den Betroffenen anschlagen und Linderung verschaffen, kann von Fall zu Fall unterschiedlich sein. Viele Patienten haben daher bereits einen langen Leidensweg hinter sich und zahlreiche Therapieformen ausprobiert, bis sie eine geeignete Behandlungsmethode gefunden haben. Hier finden Sie eine kompakte Übersicht über bewährte Mittel zur Schuppenflechte-Behandlung.
Frau in Öl-Badewanne um Schuppenflechte zu behandeln

Mittel gegen Schuppenflechte im Überblick

Betroffenen stehen verschiedene Mittel gegen Schuppenflechte zur Verfügung, die nicht nur auf die Schulmedizin beschränkt sind. Infrage kommen beispielsweise:

  • Salben mit verschiedenen Wirkstoffen, häufig Kortison oder Vitamin D
  • Rückfettende Cremes und Ölbäder
  • Shampoos speziell bei Schuppenflechte auf der Kopfhaut
  • Homöopathische Mittel
  • Cremes mit physikalischer Wirkung zur sanften Entfernung der Schuppen

Zusätzlich können Entspannungsübungen dabei helfen, die Beschwerden bei Schuppenflechte zu lindern. Hierbei stehen nicht nur die Hautveränderungen beziehungsweise der nächste Schub im Mittelpunkt, sondern auch das persönliche Wohlbefinden des Betroffenen. Da psychischer Stress den Krankheitsverlauf negativ beeinflussen und neue Schübe auslösen kann, ist das innere Gleichgewicht ein nicht zu unterschätzender Bestandteil der Schuppenflechte-Behandlung.

Die lokale Behandlung der Schuppenflechte

Bei der sogenannten lokalen Behandlung werden die Mittel direkt auf die betroffene Haut aufgetragen, um die Symptome zu lindern und den Zustand der Haut zu verbessern. Diese Form der Behandlung wird oft auch als topische Therapie bezeichnet. Badezusätze oder pflegende Hautcremes können die Haut beruhigen, sind aber nicht immer wirksam genug, um den Gesamtzustand der Haut nachhaltig zu verbessern. Diese sanfteren Unterstützungsmethoden werden daher in der Regel mit stärkeren Wirkstoffen kombiniert. Zu den bewährten Mitteln gegen Schuppenflechte zählen:

  • Kortikosteroide
    • Wirkweise: Diese Wirkstoffe verringern die Entzündungssymptome und verlangsamen die Produktion von Hautzellen. Außerdem unterdrücken sie das Immunsystem und werden in der Regel nur für die kurzfristige, akute Anwendung während eines Psoriasis-Schubs empfohlen.
    • Risiken: Langfristiger oder übermäßiger Gebrauch hochdosierter Kortikosteroide kann die Hautoberfläche angreifen und sie anfälliger für Keime und Fremdkörper machen. In seltenen Fällen können sich die Symptome der Schuppenflechte sogar verschlechtern (sogenannter „Rebound-Effekt“).
  • Vitamin-D3-Analoga
    • Wirkweise: Dabei handelt es sich um synthetische Formen von Vitamin D. Sie wirken sich auf die Geschwindigkeit aus, mit welcher der Körper neue Hautzellen bildet. Zusätzlich hemmen sie die Reaktion des Immunsystems auf Antigene.
    • Risiken: Allerdings kann der übermäßige Gebrauch dieser Cremes den Kalziumspiegel im Körper erhöhen. Daher dürfen nur weniger als 100 Gramm Salbe in der Woche verwendet werden.
  • Dithranol
    • Wirkweise: Einer der ältesten Wirkstoffe in der lokalen Schuppenflechte-Behandlung ist Dithranol. In Cremes oder Salben enthalten, wird es auf die betroffene Hautstelle aufgetragen. Dort wirkt es für 10 bis 20 Minuten ein und wird anschließend wieder mit kaltem oder lauwarmem Wasser entfernt. Es soll die Bildung neuer Hautzellen verlangsamen und Entzündungen reduzieren, der genaue Wirkmechanismus wird jedoch noch erforscht.
    • Risiken: Langzeitnebenwirkungen sind bisher nicht bekannt, allerdings kann sich die behandelte Haut braun verfärben. Auch allergische Reaktionen wie Brennen oder Rötungen sind möglich.
  • Kombination aus Dicaprylyl Carbonat und Dimeticonen
    • Wirkweise: Diese beiden Wirkstoffe dienen dazu, vorhandene Hautschuppen zu entfernen. Das Ziel ist es, die Haut empfänglicher für eine nachfolgende, antientzündliche Therapie zu machen und die Regeneration zu erleichtern. Hierbei greifen die Wirkstoffe jedoch nicht in den Stoffwechsel ein, sondern wirken rein physikalisch. Das heißt, die Creme fließt unter die Schuppen und löst sie auf diese Weise von der Haut.
    • Risiken: In selten Fällen treten Reizungen oder allergische Reaktionen auf. Insgesamt gilt die Wirkstoffkombination jedoch als vergleichsweise verträglich.

Nicht immer ist jede Form der Lokaltherapie gleichermaßen geeignet. Da es sich bei der Schuppenflechte um eine Krankheit mit vielen verschiedene Ausprägungen handelt, variiert die passende Behandlung dementsprechend. Der Hausarzt oder Apotheker kann hierbei Empfehlungen aussprechen.

Lichttherapie als Mittel gegen Schuppenflechte

Ebenfalls bei der Behandlung von Schuppenflechte bewährt hat sich die Photo- beziehungsweise Lichttherapie. Sie dient dazu, den Juckreiz zu lindern und die beschleunigte Bildung von Hautzellen zu reduzieren. Außerdem soll UV-Licht eine entzündungsmindernde Wirkung haben. In der Medizin wird zwischen der UV-B-Therapie und der PUVA (Psoralen plus UV-A) unterschieden.

  • UV-B-Therapie: Diese Form der Lichttherapie findet in der Regel bei mittelschweren Verläufen der Schuppenflechte Anwendung. Die UV-B-Strahlen dringen bis in die obere Hautschicht (Epidermis) ein und machen circa zehn Prozent des Sonnenlichts aus, für die Behandlung werden spezielle Lampen beim Hautarzt verwendet. Dieses spezielle Lichtspektrum soll eine regulierende Wirkung auf das Immunsystem haben und das Wachstum von neuen Hautzellen verlangsamen.
  • PUVA: Die Behandlung von Schuppenflechte mit Psoralen plus UV-A-Strahlung ist in vielen Fällen sehr wirkungsvoll und wird besonders bei schweren Verläufen der Plaques-Psoriasis (häufigste Form der Schuppenflechte) eingesetzt. Bei Psoralen handelt es sich um einen Wirkstoff, der die Haut empfindlicher gegenüber der UV-Strahlung macht. Dieser wird vor der eigentlichen Lichttherapie auf die Haut aufgetragen. Dadurch gelangt die Strahlung auch in tiefere Hautschichten und kann dort entzündungs- sowie wachstumshemmend wirken.

Allerdings birgt die Schuppenflechte-Behandlung mit UV-Licht gewisse Risiken. So kann die Haut unter Verdickung und Faltenbildung leiden und schneller altern. Bei längerer Anwendung steigt zudem die Gefahr, an Hautkrebs zu erkranken. Aufgrund dieser möglichen Spätfolgen wird die Lichttherapie in der Regel nicht bei Kindern angewandt, eine Langzeittherapie ist ebenfalls nicht üblich. Insbesondere lichtempfindliche Menschen sollten sich ausführlich bei ihrem Hautarzt beraten lassen.

Die systemische Behandlung von Schuppenflechte

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Bei der systemischen Behandlung wirkt das Medikament immer auf den ganzen Körper beziehungsweise Organismus. Die Anwendung erfolgt meist in Form von Tabletten oder Spritzen. In der Regel kommt sie erst zum Einsatz, wenn die lokale Therapie mit Cremes oder die Lichttherapie keine ausreichende Wirkung zeigen oder besonders schwere Fälle der Psoriasis vorliegen.
Bewährte Mittel gegen Schuppenflechte bei der systemischen Therapie sind:

    • Methotrexat gilt als sehr wirksam gegen Psoriasis und kann bereits nach vier bis acht Wochen zu einer deutlichen Rückbildung der schuppigen Bereiche führen. Es wird angenommen, dass der Wirkstoff regulierend auf das Immunsystem wirkt und das Wachstum der Hautzellen verlangsamt. Jedoch entstehen nach dem Absetzen des Medikaments häufig neue Schuppenherde (Rezidive), die oft resistent gegenüber einer Behandlung sind. Außerdem hat das Medikament zahlreiche Nebenwirkungen, unter anderem kann es die Niere schädigen.
    • Cyclosporin A hat sich bei allen Formen der Psoriasis als wirksames Mittel bewährt. Es gehört zu den sogenannten Immunsuppressiva, welche die Funktion des Immunsystems unterdrücken. Allerdings besitzt es ebenfalls zahlreiche teils schwere Nebenwirkungen, so ist beispielsweise eine Schädigung des Magen-Darm-Traktes oder eine Niereninsuffizienz möglich.
    • Sogenannte Biologics sind synthetisch hergestellte Proteine, die den körpereigenen Stoffen sehr ähneln. Unerwünschte Nebenwirkungen oder allergische Reaktionen sind daher vergleichsweise selten. Da diese Mittel gegen Schuppenflechte jedoch noch relativ neu sind, gibt es bisher keine Langzeitstudien. Zudem sind sie deutlich teurer als herkömmliche Arzneimittel und werden daher in der Regel nur Patienten verschrieben, die auf andere Methoden nicht ansprechen.

Kortikosteroide kommen bei der systemischen Behandlung von Schuppenflechte nicht zum Einsatz. Zwar würde sich zunächst der Hautzustand verbessern, nach dem Absetzen kämen jedoch schnell neue Schuppenherde auf, die in der Regel schlimmer sind als die vorhergegangenen. In der Medizin wird dies als Rebound-Effekt bezeichnet.

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