Psoriasis pustulosa: feine Bläschen bestimmen das Krankheitsbild

Erst 1860 unterschied der österreichische Arzt Ferdinand von Hebra die Schuppenflechte, zu welcher die Psoriasis pustulosa gehört, eindeutig von der „Aussätzigenkrankheit“ Lepra. Zuvor wurden Psoriasis-Patienten zusammen mit Erkrankten der ansteckenden Lepra häufig isoliert und ausgegrenzt. Wie alle Arten der Schuppenflechte ist die Psoriasis pustulosa jedoch nicht infektiös. Die typischen Bläschen enthalten ein keimfreies, steriles Sekret.

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Psoriasis pustulosa erkennen:

  • zahlreiche Eiterbläschen mit rotem Hof (zum Teil gruppiert oder ineinanderfließend)
  • vorausgegangene Infektion (sehr häufig)
  • (meist) keine typischen Plaques mit silbrig-grauen Schuppen
  • Befall der Fingerspitzen und Nägel, Handinnenflächen und Fußsohlen oder des ganzen Körpers

Doch was zeichnet diese schwere Form der Schuppenflechte aus? Und welche Behandlungsmöglichkeiten versprechen eine Aussicht auf Linderung?

Was ist Psoriasis pustulosa ?

Psoriasis pustulosa ist eine seltene Unterart der Psoriasis, die sich durch oberflächliche, flache Pusteln an verschiedenen Stellen der Haut bemerkbar macht. Der Eiter in den Bläschen besteht vorwiegend aus Abwehrzellen des Immunsystems, den neutrophilen Granulozyten. Im Gegensatz zu Eiter, der sich nach bakteriellen Infektionen bildet, ist der Eiter in den Bläschen der Psoriasis pustulosa nicht infektiös. Während rund 90 Prozent der Schuppenflechte-Patienten an einer gewöhnlichen Schuppenflechte, der Psoriasis Vulgaris leiden, betrifft die Psoriasis pustulosa unter fünf Prozent der Erkrankten. Bei beiden Formen der Schuppenflechte können zusätzlich Gelenkbeschwerden auftreten, die auf eine Psoriasis Arthritis hindeuten können. Die Psoriasis pustulosa erkennt man an den gruppierten Eiterbläschen, die sich um einen geröteten Hof versammeln.

Die Psoriasis pustulosa kann je nach Krankheitsform mit Fieber und schwerem Krankheitsgefühl einhergehen. Dabei fühlen sich die Patienten abgeschlagen und entkräftet. Da die Psoriasis pustulosa eine lebensbedrohliche Krankheit darstellen kann, sollten Patienten im ständigen Kontakt mit einem erfahrenen Hautarzt stehen.

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Unterarten der Psoriasis pustulosa

Je nach dem Auftreten der eitergefüllten Bläschen unterscheidet man vier Unterformen der Psoriasis pustulosa. Bei zwei Formen treten die pustulösen Bläschen am ganzen Körper auf (generalisierte Formen), während die anderen beiden Formen auf Füße und Hände beschränkt sind (lokalisierte Formen).

Zeigen sich die Bläschen am ganzen Körper, kommen zwei Unterarten der Psoriasis pustulosa in Betracht:

  • Typ Zumbusch: Bei den Betroffenen bilden sich am ganzen Körper unvermittelt großflächige Pusteln. Diese fließen zusammen und bilden sogenannte Eiterseen. Gleichzeitig tritt hohes Fieber auf und die Gefahr eines Ödems, einer Wassereinlagerung im Körperinneren, steigt. Eine Behandlung in einer Hautklinik ist unbedingt erforderlich.
  • Zirzinärer Typ (kreisförmig): Die eitergefüllten Pusteln treten rund um eine Hautrötung auf. Durch das Zusammenfließen der Bläschen entstehen girlandenförmige Muster, die sich rasch verändern.

Aufgepasst!
In der Schwangerschaft verläuft eine generalisierte Psoriasis pustulosa besonders schwer. Sie zeigt sich zunächst in den Beugen. Betroffene Frauen leiden häufig an Schüttelfrost, Fieber oder Durchfall. Die Erkrankung kann die Funktion des Mutterkuchens (Plazenta) beeinträchtigen, sodass das Baby nicht ausreichend mit Nährstoffen versorgt wird (Plazentainsuffizienz).

Bläschen an den Fingern und Füßen: Barber oder Hallopeau

Beschränken sich die eitergefüllten Bläschen auf Füße und Hände, spricht der Mediziner von lokalisierter Psoriasis pustulosa. Man unterscheidet den Typ Barber, der an Handflächen und Fußsohlen vorkommt, und den Typ Hallopeau, der sich nur an den Fingerspitzen zeigt.

  • Typ Barber (auch: palmoplantare Pustulose): Die Pusteln bilden sich symmetrisch auf den Handflächen und Fußsohlen. Durch die mechanische Beanspruchung der Hände und Füße haften die Pusteln in groben Schuppen an der Haut. Neuere Pusteln sind gelblich gefärbt, ältere aufgrund von Krustenbildung und Austrocknung eher bräunlich. Raucher sind besonders gefährdet.
  • Typ Hallopeau: (auch: Akrodermatitis suppurativa): Bei diesem Typ greifen die Eiterbläschen die Haut und die Nägel der Fingerspitzen an. Der Verlauf ist nicht schubhaft, wie bei den drei anderen Typen der Psoriasis pustulosa, sondern langsam fortschreitend.

Die beiden lokalisierten Formen sind sehr selten. Sie vermischen sich nicht mit den generalisierten Formen der Psoriasis pustulosa und sonstigen Arten der Schuppenflechte.

Gut zu wissen:
Die lokalisierten Formen der Psoriasis pustulosa breiten sich nicht auf den ganzen Körper aus!
 

Zur Behandlung von Psoriasis pustulosa

Die Therapie einer Psoriasis pustulosa orientiert sich am individuellen Krankheitstyp und der Verlaufsform und wird in Zusammenarbeit mit einem Hautarzt entwickelt. Obwohl Psoriasis pustulosa, wie alle Arten der Schuppenflechte nicht heilbar ist, lassen sich die Symptome abmildern.

Typ Barber und Typ Hallopeau lassen sich häufig gut lokal – mit Salben, Cremes oder Gels – behandeln. Bewährte Inhaltsstoffe einer lokalen Therapie sind Methotrexat oder Ciclosporin A, da sie die Entzündung in Schach halten. Bei den großflächigen Formen der generalisierten Psoriasis pustulosa müssen häufig langfristig Medikamente eingenommen werden, die den mit Vitamin A verwandten Wirkstoff Acitretin enthalten.

Achtung:
Kortikosteroide (Kortison) zur Behandlung von Psoriasis pustulosa haben sich nicht bewährt! Nach dem Absetzen des Medikaments kommt es zu einem Rückfall mit zunehmender Pustel- und Eiterbildung (Reboundeffekt).

Neben den ärztlich verschriebenen Medikamenten empfehlen viele Schuppenflechte-Patienten auch den Griff zu Hausmitteln wie Aloe vera, das eine entzündungshemmende Wirkung hat.

Risikofaktoren wie Rauchen vermeiden

Die pustulöse Psoriasis ist ein eigenes Krankheitsbild, für das man bisher noch keine Ursachen herausfinden konnte. Auch eine vererbte Veranlagung wie bei anderen Arten der Schuppenflechte trifft hier nicht zu. Allerdings werden einige Faktoren diskutiert, die als Auslöser der Psoriasis pustulosa gelten, beziehungsweise die Symptome verschlimmern können:

  • blutdrucksenkende Medikamente aus der Gruppe der Betablocker oder ACE-Hemmer
  • Malaria- und Rheuma-Medikamente (etwa Chloroquin)
  • Rauchen
  • Infektionen durch Bakterien, Viren und Pilze – wie Herpes, Masern, Scharlach, Windpocken, Grippe und Röteln
  • Übergewicht
  • Alkoholkonsum

Patienten, die an Psoriasis pustulosa leiden, sollten sich bemühen, die genannten Risikofaktoren zu vermeiden, um keinen neuen Schub der Krankheit zu provozieren. Als Ernährungstipp gelten fettreiche Fische wie Lachs oder Makrele, da diese entzündungshemmende Omega-3 Fettsäuren enthalten. Auch wenn die Psoriasis pustulosa einer der schwereren Typen der Schuppenflechte ist, lässt sich mit den derzeitigen Therapiemethoden ein erträgliches Gleichgewicht herstellen.

Hier finden Sie weitere Infos:

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