Psoriasis Arthritis: Gelenkbeschwerden durch Schuppenflechte

Fällt der Begriff Schuppenflechte, haben die meisten Menschen ein sehr klares Bild vor Augen: Gerötete, entzündete Haut, die sich deutlich sichtbar schuppt und die Betroffenen mit starkem Juckreiz quält. Doch die Schuppenflechte beschränkt sich nicht zwangsläufig auf die Haut. Neben Lunge, Herz, Augen und anderen Organen können auch die Gelenke von Schuppenflechte betroffen sein: die Psoriasis Arthritis.

Kern der Schuppenflechte ist eine Fehlfunktion des Immunsystems. Die Oberhaut entzündet sich an verschiedenen Bereichen des Körpers, weil die körpereigene Abwehr ihre Zellen für gefährliche Eindringlinge hält und sie gezielt bekämpft. Meistens ist nur die Haut von dieser fehlgeleiteten Immunreaktion betroffen. Manche Schuppenflechte-Erkrankte leiden allerdings zusätzlich unter Psoriasis Arthritis. Sie befällt nicht nur die Haut, sondern auch die Gelenke. In der Regel tritt sie erst dann auf, wenn die Betroffenen bereits mehrere Jahre lang an der „normalen“ Schuppenflechte erkrankt waren. Ansteckend ist sie – genauso wie die übrigen Formen der Schuppenflechte – nicht. Zum ersten Mal auftreten, kann sie in jedem Alter; gehäuft passiert das allerdings im mittleren Altersbereich zwischen 30 und 50 Jahren.

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Schuppenflechte kann die Gelenke verformen oder zerstören

Bei durch Schuppenflechte bedingter rheumatoider Arthritis sind die betroffenen Gelenke typischerweise gerötet und geschwollen, die Erkrankten haben starke Schmerzen. Die Beweglichkeit der Gelenke ist häufig deutlich eingeschränkt. Im späteren Verlauf kommt noch Morgensteifigkeit der Gelenke hinzu. Vorwiegend befällt die Psoriasis Arthritis dabei die Wirbelsäule und / oder Hände und Füße. Gelegentlich sind nicht nur die Gelenke selbst entzündet, sondern auch die Sehnenansätze.

Die Entwicklung der Erkrankung äußert sich immer sehr individuell und kann nicht genau vorhergesagt werden: Von kleineren zerstörten Bereichen bis zur völligen Verformung eines Gelenks, vom episodenhaften Auftreten bis zum dauerhaften, fortschreitenden Verlauf – alles ist möglich. Wie auch die Schuppenflechte selbst verläuft die Psoriasis Arthritis meist in Schüben, mit beschwerdefreien oder zumindest milderen Phasen zwischendurch. Sehr schwere Verläufe mit starker Zerstörung der Gelenke und optisch deutlich sichtbaren Veränderungen oder Verformungen sind eher selten.

Der Zustand der Haut lässt dabei keinerlei Rückschlüsse auf die Gelenke zu; die beiden Ausprägungen der Psoriasis verlaufen, zumindest was den Schweregrad betrifft, unabhängig voneinander. Während die Schuppenflechte auf der Haut oft symmetrisch zu Tage tritt, also auf beiden Körperhälften die gleichen Bereiche betroffen sind, äußert sich die Psoriasis Arthritis dagegen in der Regel asymmetrisch.

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Die Diagnose von Psoriasis Arthritis

Die Diagnose der Psoriasis Arthritis ist nicht unbedingt einfach – wobei natürlich das Vorliegen einer Schuppenflechte-Erkrankung einen ersten, entscheidenden Hinweis liefern kann. Beim Großteil der Betroffenen zeigen sich außerdem typische Veränderungen der Nägel: Finger- und Zehennägel sehen aus, als wären sie mit Öl betupft. Der Beginn der Erkrankung verläuft allerdings häufig sehr unauffällig und schleichend.

Auch wenn die Schmerzen noch erträglich oder relativ gering sind, können die Gelenke bei Psoriasis Arthritis schon stark zerstört sein. Betroffen sind anfangs meist nur ein oder wenige Gelenke, bei vielen Patienten zum Beispiel das Knie. Finger, Zehen und / oder die Wirbelsäule kommen erst später dazu. Regelmäßige Kontrollbesuche beim Arzt sind für Psoriasis-Patienten deshalb unbedingt zu empfehlen.

Auf Röntgenaufnahmen erkennt der Arzt neben zerstörten auch wuchernde Bereiche der Gelenke und kann sich einen Überblick über das Befallsmuster verschaffen. Ultraschall, Magnetresonanz- oder Computertomografie ermöglichen genauere Einblicke in den Zustand der Gelenke – gerade zu Beginn der Erkrankung ein entscheidender Vorteil. Veränderungen innerhalb der Gelenke sind dann meist noch zu klein, als dass sie der Arzt ohne Hilfsmittel erkennen könnte. Eine Blutuntersuchung gibt zudem Auskunft über die Entzündungswerte – und kann mit der Untersuchung der Rheumafaktoren die Erkrankung an Rheuma ausschließen. Die Entnahme von Gelenkflüssigkeit schließt unter Umständen einen weiteren Verdächtigen aus: die Gicht.

Psoriasis Arthritis behandeln – aber richtig

Die Behandlung erfordert im Vergleich zu anderen Verschleißerkrankungen der Gelenke besondere Vorsicht: Einige Medikamente wie sie bei Rheuma oder Arthritis zum Einsatz kommen, lindern zwar die Gelenkbeschwerden, verschlimmern aber gleichzeitig die Schuppenflechte auf der Haut. Ist allerdings die Diagnose gestellt und sind die passenden Medikamente verfügbar, kann man die Psoriasis Arthritis gut unter Kontrolle bringen. Physiotherapie unterstützt zusätzlich dabei, die Gelenke zu entlasten und ihre Bewegungsfreiheit zu erhalten. Helfen können außerdem:

  • Entspannungsübungen – denn die Psyche beeinflusst die Schuppenflechte
  • die richtige Ernährung – entzündungsverstärkende Nahrungsmittel wie Rotwein, Leberwurst und Thunfisch und sollten gemieden werden
  • Funktionstraining der Gelenke
  • Regelmäßiger Sport

Je früher Sie mit der Therapie beginnen desto besser: So können dauerhafte Schädigungen der Gelenke und ein Fortschreiten der Erkrankung verhindert oder zumindest gebremst werden. Heilen kann man bislang weder die Schuppenflechte noch die durch sie bedingten Gelenkbeschwerden.

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