Ist Schuppenflechte ansteckend?

Auf die Frage, ob Schuppenflechte ansteckend ist, lautet die klare Antwort „nein“. Dennoch haben viele Menschen Angst davor, sich mit Psoriasis anstecken zu können. Dieses und weitere Vorurteile wirken sich wiederum auf das Leben der Betroffenen aus. Ein offener Umgang mit der Erkrankung und verschiedene Entspannungsübungen können jedoch den Alltag mit Schuppenflechte erleichtern.

Mutter verrerbt Tochter Schuppenflechte

Schuppenflechte: Nicht ansteckend, sondern vererbbar

Hinter der Frage, ob Schuppenflechte ansteckend sein könnte, verbirgt sich zumeist nichts weiter als Unsicherheit gegenüber den Betroffenen. Viele Menschen haben zudem möglicherweise Angst, sich durch Körperkontakt damit zu infizieren. In der Medizin ist dagegen bekannt, dass in erster Linie eine erbliche Veranlagung verantwortlich für die Entstehung der Schuppenflechte ist. Eine familiäre Häufung der Erkrankung ist typisch. So liegt das Risiko, an Psoriasis zu erkranken, bei 75 Prozent, wenn beide Elternteile betroffen sind.

Wussten Sie schon?
Die Schuppenflechte gehört zu den Autoimmun-Erkrankungen. Das heißt in diesem Fall, dass spezielle Zellen des Immunsystems – sogenannte T-Zellen – überaktiv sind und sich gegen die eigenen Hautzellen richten. Dadurch kommt es zu Entzündungen und einer drastischen Verkürzung der Lebensdauer der Hautzellen – von einem Monat auf nur wenige Tage.

Ist eine Veranlagung für Schuppenflechte vorhanden, können verschiedene Faktoren die Krankheit auslösen. Dazu gehören:

  • Infektionen, besonders durch Streptokokken
  • Verletzungen an der Haut
  • Psychische Belastungen wie Stress

Es entstehen rote, entzündete Stellen, die mit silbrig-weißen Schuppen bedeckt sind. Einige Medikamente können den Krankheitsverlauf negativ beeinflussen, unter anderem Betablocker und Kortikosteroide. Dagegen ist im Sommer beziehungsweise bei UV-Licht eine Besserung der Beschwerden zu beobachten.

Alltagsprobleme bei der Psoriasis

Menschen, die unter einer Schuppenflechte leiden, sind in manchen Fällen zusätzlich von körperlichen Beschwerden betroffen. Der Juckreiz und die Schmerzen können Alltagstätigkeiten wie Körperpflege, Bewegung und den Schlafrhythmus massiv beeinträchtigen.

  • Treten die Schuppenflechtenherde beispielsweise an Händen und Füßen auf, kann dies in Einzelfällen dazu führen, dass der erlernte Beruf nicht mehr ausgeübt werden kann.
  • Überdies kann es unmöglich werden, dem Lieblingssport nachzugehen oder die Herausforderungen der Haushaltsführung problemlos zu meistern.
  • Die medikamentöse Behandlung der Schuppenflechte und der Erwerb spezieller Pflegemittel kann nicht nur kostspielig sein; die Arztbesuche und Therapiesitzungen müssen außerdem mit dem eigenen Zeitplan und den Tagesabläufen in Einklang gebracht werden.

Erschwerend kommt dann das Vorurteil hinzu, dass Schuppenflechte ansteckend sei. Für viele Betroffene ist eine daraus resultierende, leichte Scheu des Umfelds unangenehm. Mit der richtigen Behandlung lassen sich die Symptome jedoch meist gut in den Griff bekommen. Selbst nahezu beschwerdefreie Zeiten sind dann möglich.

Den Alltag mit Schuppenflechte meistern: Wohlfühlen ist entscheidend

Schuppenflechte ist nicht heilbar und begleitet Betroffene daher ein Leben lang. Umso wichtiger ist es, den Alltag mit dieser Hautkrankheit so gut wie möglich zu meistern. Dazu gehört in erster Linie, sich trotz alledem wohl in der eigenen Haut zu fühlen. Das hat einen ernsten Hintergrund – denn psychischer Stress wie Probleme mit dem Selbstwertgefühl verstärken in vielen Fällen die Schuppenflechte. Das hat wiederum einen negativen Einfluss auf das Wohlbefinden zur Folge. Um aus diesem Kreislauf auszubrechen, kann eine Psycho- beziehungsweise Verhaltenstherapie helfen.

In vielen Fällen haben Entspannungsübungen ebenfalls dazu geführt, dass Betroffene ausgeglichener wurden und die Beschwerden der Schuppenflechte nachgelassen haben. Unter anderem eignen sich hierfür autogenes Training, progressive Muskelentspannung und auch Yoga.

Dennoch können die Blicke beziehungsweise das rasche Wegschauen der Menschen im Umfeld unangenehm oder auch verletzend sein. Hierbei hat sich ein offener Umgang mit der Hautkrankheit in vielen Fällen als hilfreich erwiesen. Denn häufig stammt die Scheu nur aus Unwissenheit über die Schuppenflechte. Vielen Menschen ist beispielsweise nicht klar, dass diese Krankheit nicht ansteckend ist. Zumindest bei engen Freunden und Verwandten ist es daher ratsam, von sich aus das Gespräch zu suchen.

Hier finden Sie weitere Infos:

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1Peter Fritsch: Dermatologie und Venerologie für das Studium. Springer Medizin Verlag, Heidelberg 2009, Seite 219.