Schuppige Haut – Begleiter von Juckreiz und Trockenheit

Schuppige Haut ist gleich doppelt unangenehm: Zum einen stellen die sichtbaren Hautprobleme ein kosmetisches Problem dar, das sich gerade im Gesicht oder an den Händen nur schwer überdecken lässt. Zum anderen geht schuppige Haut oft mit starkem Juckreiz oder Hauttrockenheit einher.

Für eine Behandlung muss zunächst festgestellt werden, welche Ursache hinter den Schuppen steckt. Dabei können Form und Größe einen ersten Hinweis geben.

Frau juckt sich am Arm wegen schuppiger Haut

Hautschuppen sind nicht gleich Hautschuppen

Geht es um das Thema schuppige Haut, dann hat wohl jeder Mensch seine eigene Vorstellung im Kopf. Der eine denkt vielleicht an die kleinen, hellen Schuppen bei trockener Haut, der andere dagegen an große Hautekzeme. Das liegt daran, dass Schuppen mitunter sehr verschiedenartig aussehen. Sie können

  • klein- oder großflächig verbreitet sein,
  • grobe oder feine Plättchen haben,
  • fest an der Haut haften oder ihr auch locker aufliegen.

Die Form der einzelnen Schuppen kann sich ebenfalls stark unterscheiden. Kleine, dünne Blättchen mit einer eher weißen Färbung werden beispielsweise als kleieförmige Schuppen (Pytiriasisform) bezeichnet. Sie erinnern optisch an die Hüllen von Körnern, die beim Mahlen von Getreide übrigbleiben. Die Ichthyosiform bezeichnet dagegen rundliche oder viereckige Schuppen, die oft als fischschuppenartig beschrieben werden. Sie haften nur in ihrer Mitte an der Haut und heben sich zu den Seiten hin ab.

Daneben gibt es noch Schuppenkrusten. Diese entstehen häufig bei entzündeten Hautstellen, wie sie auch im Zusammenhang mit schuppiger Haut auftreten können. Aufgrund der Entzündung tritt Flüssigkeit wie Blut oder Eiter aus dem Gewebe. Diese trocknet auf der Hautoberfläche und führt somit zu der charakteristischen Kruste.

In manchen Fällen kann das Aussehen der schuppigen Haut bei der Diagnose helfen. So treten die Schuppen bei Psoriasis (Schuppenflechte) eher großflächig auf und betreffen beispielsweise die ganze Hand. Kleinflächige Schuppenherde, die sich nicht über den Körper erstrecken beziehungsweise verteilen, sprechen dagegen für ein Ekzem.

Wie kommt es zu schuppiger Haut?

Für das bloße Auge sichtbare Hautschuppen sind meist ein Anzeichen dafür, dass der Erneuerungsprozess der Haut aus dem Gleichgewicht geraten ist. Im Normalfall findet ständig ein Absterben und Neubilden der oberen Hautzellen statt, diese haben circa eine Lebensdauer von vier Wochen. Bei schuppiger Haut ist dieser Zyklus oftmals verkürzt, bei manchen Hautkrankheiten wie Schuppenflechte beträgt er nur noch wenige Tage.

Welche Rolle spielt die Schutzschicht der Haut?

Die Schutzschicht der Haut wird auch als Hautbarriere oder Hornschicht bezeichnet. Sie misst nur etwa zehn Mikrometer und schützt die Haut vor äußeren Umwelteinflüssen. Gleichzeitig hält sie den Wasserhaushalt der Hautzellen im Gleichgewicht. Ist sie in ihrer Funktion gestört – zum Beispiel durch Hautreizungen, Krankheiten oder bestimmte Veranlagungen – kommt es leicht zu einem vermehrten Absterben von Hautzellen und dadurch zu schuppiger Haut.

Äußere Ursachen für schuppige Haut

Die Schutzbarriere der Haut kann durch viele äußere Einflüsse in ihrer Funktion gestört werden. Im Alltag sind das häufig:

  • zu häufiges oder heißes Baden
  • sehr kalkhaltiges Wasser
  • trockene Luft
  • sehr heiße oder kalte Temperaturen

Besonders im Winter belasten die Minusgrade – oft noch zusammen mit einem starken Wind, Regen oder Schnee – die Schutzbarriere der Haut. Es ist daher sinnvoll, die Haut im Freien mit einem Schal oder Handschuhen zu schützen. Spezielle Kälteschutzcremes können zusätzlichen Schutz bieten, lassen die Haut jedoch in manchen Fällen fettig erscheinen.

Zudem kann eine Hautpflege, die nicht zum Hauttyp passt, schuppige Haut verursachen. Meist geht in dem Fall trockene Haut den Schuppen voraus. Einige Kosmetikartikel reizen die Haut außerdem statt sie zu pflegen, denn bestimmte Konservierungs- oder Duftstoffe können zur Austrocknung und damit zu schuppiger Haut führen.

Neben schuppiger Haut kann es hierbei auch zu Rötungen und Irritationen kommen.
Der Kontakt mit Putzmitteln kann ebenfalls für das Hautproblem verantwortlich sein, denn diese reizen die Haut und trocknen sie aus.

Tipp: Gerade bei empfindlicher Haut sollte auf die Verwendung von Peelings verzichtet werden, denn diese greifen die ohnehin schon geschwächte Hautbarriere zusätzlich an. Im Winter sollte auch bei normaler Haut eher darauf verzichtet werden.

Schuppige Haut: Symptom von Neurodermitis, Schuppenflechte und Co.

Oftmals ist schuppige Haut auch Symptom einer Hautkrankheit. Ein Besuch beim Dermatologen kann hier Aufschluss geben. In Zusammenhang mit Schuppenbildung stehen unter anderem:

  • Neurodermitis: Dabei handelt es sich um eine chronische Erkrankung der Haut, die meist in Schüben verläuft. Hauptsymptome sind eine stark trockene Haut, daraus resultierender Juckreiz und Ekzeme (entzündete Stellen).
  • Schuppenflechte: Diese Hautkrankheit verläuft ebenfalls chronisch und zeichnet sich durch fest an der Haut anliegende, silbrige Schuppen aus. Diese treten in deutlich abgegrenzten, rötlich entzündeten Hautbereichen auf.
  • Ichthyose: Eine auffallende Schuppung der Haut zählt zu den Hauptsymptomen dieser Erkrankung, die umgangssprachlich auch als Fischschuppenkrankheit bezeichnet wird. Typisch sind weißgraue, vergleichsweise stark an der Haut haftende Schuppen. In manchen Fällen kommt es auch zu gröberen und dunkleren Schuppen.
  • Mundrose: Ein übermäßiger Gebrauch von Kosmetikartikel wie zum Beispiel Hautcremes gilt als Ursache für diese Erkrankung, die nur im Gesicht auftritt. Optisch ist sie an einer geröteten Haut zu erkennen, die oft noch schuppt und spannt.

Doch nicht nur Hautkrankheiten können Schuppenbildung verursachen. Auch Erkrankungen, die den Körper im Allgemeinen betreffen, wie zum Beispiel eine Schilddrüsenunterfunktion, können sich auf das Hautbild auswirken.

Wie lässt sich schuppige Haut behandeln?

Die Behandlung von schuppiger Haut richtet sich ganz nach der Ursache. Ein Besuch beim Hautarzt (Dermatologen) ist daher unerlässlich. Er kann untersuchen, ob die Schuppenbildung Symptom einer Erkrankung oder vielleicht auf äußere Einflüsse zurückzuführen ist.

Wenn keine Erkrankung der Haut vorliegt, hilft es oft schon, die Hautpflege zu verändern und zum Beispiel auf eine mildere Waschlotion zurückzugreifen. Auch die Feuchtigkeitspflege sollte auf die Bedürfnisse der Haut angepasst werden. Hierbei ist es wichtig, eine gute Balance zu finden und die Haut nicht zu überpflegen – denn dies könnte wiederum die Schutzbarriere gefährden.

Bei Neurodermitis, Schuppenflechte und Co. ist dagegen eine Behandlung vom Facharzt notwendig. Dieser kann passende Mittel verschreiben, bei Hautkrankheiten sind das meist Salben. Bei regelmäßiger Anwendung können sie Entzündungen eindämmen und die Schuppenbildung reduzieren. Zu sanften Entfernung der vorhandenen Hautschuppen können zusätzlich Cremes mit physikalischer Wirkung angewendet werden. Diese verursachen vergleichsweise selten allergische Reaktionen oder Hautreizungen.

Eine Heilung ist in den überwiegenden Fällen der Hauterkrankungen leider nicht möglich, so auch bei Neurodermitis oder Schuppenflechte. Bei einer guten Behandlung können die Beschwerden jedoch merklich gelindert werden.