Schuppen: rieselnde Plagegeister

Kopfschuppen sind in erster Linie ein ästhetisch störendes Phänomen, an dem ein Viertel bis ein Drittel der erwachsenen Bevölkerung leidet. Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Neben dem störenden Eindruck, den die weißen Schuppen auf dunkler Kleidung hinterlassen, ist vor allem der mit ihnen verbundene Juckreiz besonders unangenehm. Meist sind die Schuppen völlig harmlos, in Ausnahmefällen jedoch verweisen sie als Symptom auf eine zugrundeliegende Erkrankung, die einer Therapie bedarf.

Mann leidet unter juckender Kopfhaut

Wie entstehen Schuppen?

Die Haut jedes Menschen schuppt – jeden Tag, 24 Stunden rund um die Uhr. Dieser Vorgang ist ganz normal und hat mit der natürlichen Erneuerung der Epidermis, also der äußersten Hautschicht, zu tun. Hautzellen durchleben verschiedene Stadien und durchwandern die unterschiedlichen Hautschichten, bevor sie an der Oberfläche als Schuppen abgestoßen werden. Diese winzigen Partikel sind mit bloßem Auge nicht zu erkennen. Erst wenn sich die Schüppchen zu Verklumpungen von 500 bis 1000 Stück zusammenfinden, werden sie sichtbar. Die Abstoßung dieser Schuppen geht mit einem Juckreiz der Kopfhaut einher. Der Betroffene kratzt sich an den juckenden Stellen, wodurch kleine Verletzungen entstehen, die ein Einfallstor für Bakterien sein können. In der Folge entzündet sich die Haut. Auch andere Erkrankungen können im Gefolge starker Schuppung entstehen. So können beispielsweise Pilzbefall, Neurodermitis, Stress, ein seborrhoisches Ekzem, Hormonschwankungen, falsche Haarpflege und Schuppenflechte (Psoriasis) die Ursachen für vermehrte Schuppenbildung darstellen.

Eine wichtige Unterscheidung: Trockene und fettige Schuppen

Treten die Kopfschuppen in trockener Form auf, ist meist die generelle Veranlagung zu trockener Haut gegeben. Auch verschiedene Erkrankungen wie das atopische Ekzem (Neurodermitis) oder ein seborrhoisches Ekzem können für trockene Kopfschuppen verantwortlich sein, außerdem die falsche Handhabung des Föns oder die Verwendung ungeeigneter Pflegeprodukte, welche die Haut zusätzlich austrocknen.

Bei fettigen Schuppen verursacht häufig der Hefepilz Malassezia furfur die Beschwerden. Dieser Pilz besiedelt vor allem die gut gefetteten Zonen der Haut, zu der auch die Kopfhaut zählt. Normalerweise schädigt dieser Hautbewohner seinen Wirt nicht. Da der Hefepilz von den Hautfetten lebt, kann seine Population stark anwachsen, wenn die Talgproduktion der Haut ansteigt. In der Folge treten Entzündungen auf. Fettige Kopfschuppen erkennen Sie an der öligen Konsistenz und der gelblichen Farbe. Außerdem sind fettige Schuppen größer als ihre trockene Variante.

Erkrankungen, die zu Kopfschuppen führen können

Da Kopfschuppen in der Regel harmlos und mit speziellen Shampoos gut in den Griff zu bekommen sind, erübrigt sich der Gang zum Dermatologen. Sie sollten jedoch einen Hautarzt aufsuchen, wenn eine Erkrankung die Ursache ist. Dazu zählen unter anderem:

  • Atopisches Ekzem (Neurodermitis): Die Neurodermitis geht mit den typischen, rötlichen Ekzemen einher, die stark schuppen und jucken. Die Haut ist extrem trocken. Ist der Kopf betroffen, ist die Behandlung nicht einfach. Meist werden entzündungshemmende Mittel wie Kortison verschrieben. Auch Ernährungsumstellungen und Lichttherapien werden angewendet.
  • Kontaktallergien: Der Kontakt beispielsweise mit Inhaltsstoffen von Kosmetika und Hautpflegeprodukten kann zu Allergien führen, die juckende, nässende und schuppende Ekzeme nach sich ziehen. Hier ist eine exakte Diagnose die wichtigste Sofortmaßnahme. Ist der allergene Stoff identifiziert, kann der Kontakt vermieden werden.
  • Seborrhoisches Ekzem: Das Ekzem geht meist mit roten, schuppigen Stellen und starkem Juckreiz einher und befällt Gesicht und Kopfhaut. Ist letzteres der Fall, werden spezielle Salben und Shampoos eingesetzt. Da in der Regel auch der Hefepilz Malassezia furfur verstärkt auftritt, sollte eine Therapie mit Antimykotika (Mittel gegen Pilze) durchgeführt werden.

Bei diesen Symptomen sollten Sie einen Arzt aufsuchen:

  • massiv zunehmende Schuppenbildung über mehrere Wochen oder Monate
  • entzündete, gerötete oder geschwollene Stellen auf der Kopfhaut
  • Krusten und Borken auf der Kopfhaut
  • Haarausfall

Behandlung von Kopfschuppen

Anti-Schuppen-Shampoos besitzen unterschiedliche Wirkmechanismen. Bei Befall mit Malassezia furfur ist die Anwendung von Antimykotika angezeigt. Lautet der Befund auf trockene Schuppen, ist ein leicht rückfettendes Shampoo eine gute Wahl. Entzündungen lassen sich mit Tinkturen und Salben mit entzündungshemmenden Inhaltsstoffen wie Kortison therapieren.

Hilfreiche Tipps gegen Schuppen:

  • Viele Shampoos entfetten die Haare beziehungsweise die Kopfhaut. Achten Sie darauf, ein mildes, leicht rückfettendes Shampoo zu benutzen.
  • Setzen Sie Ihre Haare nicht zu oft der Hitze eines Föns aus. Gleiches gilt für heißes und trockenes Klima.
  • Benutzen Sie Anti-Schuppen-Shampoos nie länger als vier bis fünf Wochen, damit die Kopfhaut die Möglichkeit hat, sich zu regenerieren.
  • Viele Mikroorganismen und Pilze ernähren sich bevorzugt von bestimmten Nahrungsmitteln wie Zucker, Weizenmehl und Alkohol. Schränken Sie deren Genuss ein.