Die wichtigsten Fakten zu Hornhaut

Tagein, tagaus benutzen wir Hände und Füße. Daher ist es kaum verwunderlich, dass unsere Haut bei starker Belastung und mangelnder Pflege reagiert – sie bildet eine wichtige Schutzsicht, die Hornhaut. Nicht immer ist es ratsam, diese zu entfernen. Wenn Hornhaut doch entfernt werden soll, sind ein paar Dinge zu beachten.

Hornhaut mit Bimsstein bearbeiten

Hornhaut, was es damit auf sich hat

Hornhaut ist die Verdickung der äußersten Schicht der Haut (Epidemis), nicht zu verwechseln mit der klaren Hornhaut des Auges. Eine Vielzahl an Schichten bilden die menschliche Haut, jede von ihnen besitzt einen unterschiedlichen Aufbau und erfüllt eine andere Aufgabe. Die Hornhaut besteht aus abgestorbenen Hornzellen (Korneozyten). Entwickelt haben sich diese Hornzellen aus den Keratinozyten, den hornbildenden Zellen, die den Großteil der Zellen in der oberen Hautschicht darstellen.

Die Entstehung von Hornhaut ist insofern wichtig, als sie den Körper vor Verletzungen, Schmutz und äußeren Einflüssen wie dem Eindringen von Viren oder Bakterien schützt. Infolge beispielsweise einer längeren oder ständigen Überbeanspruchung kann die äußerste Hautschicht mit vermehrter Hornhautbildung reagieren – ein natürlicher Schutzmantel entsteht.

In ihrer Funktion wird die Hornhaut von Fetten unterstützt, die sich zwischen den einzelnen Zellen finden. Deren wasserabweisende Funktion sorgt dafür, dass die Haut nicht unnötig mit Feuchtigkeit aufquillt. Trockene Haut und eine gestörte Hautbarriere begünstigen die Entstehung von Hornhaut.

Bei einer Überproduktion von Hornhaut kann es in manchen Fällen auch zu einer krankhaften Hornhautentwicklung kommen. Häufig ist dies ein Hinweis auf eine chronische Entzündung der Haut (Dermatitis).

Ursachen der Hornhautentstehung

Prinzipiell kann Hornhaut überall dort auftreten, wo die Haut einer permanenten Beanspruchung ausgesetzt ist. Klassischerweise zeigt sie sich vor allem an den Fußsohlen, sie kann aber auch den Innenseiten der Hände oder den Fingerkuppen entstehen.

Häufige Ursache für übermäßige Hornhautbildung an den Füßen ist falsches Schuhwerk. Das Tragen von zu engen Schuhen, zu warmem, schweißförderndem Schuhwerk oder eine einseitige Druckbelastung, beispielsweise bei einem hohen Absatz, kann die Entwicklung von Hornhaut begünstigen. In manchen Fällen ruft auch zu langes Stehen oder Gehen, eine falsche Körperhaltung sowie Lauftechnik oder Übergewicht eine Hornhautbildung hervor. Besonders betroffen sind dann Fersen, Ballen und seitliche Fußränder. Auch Personen, die unter Fußfehlstellungen wie Senk- und Spreizfuß leiden, sind für Hornhautbildung anfälliger.

Hornhaut kann sich auch den Händen entwickeln, vorwiegend an den Fingeransätzen oder im Bereich der Fingergelenke. Auch hier ist eine zu starke und permanente Beanspruchung, in der Regel durch schwere körperliche oder handwerkliche Tätigkeiten, Ursache für Hornhautentwicklung. Hornhaut an den Fingerkuppen lässt sich ebenso bei Personen feststellen, die Saiteninstrumente wie Gitarre spielen. Das häufige Zupfen der Saiten mit den Fingerkuppen begünstigt eine Verdickung der Haut.

In der Regel erscheint Hornhaut als eine flächige, meist gelbliche Verdickung und ist nicht schmerzhaft. Allerdings kann es unter bestimmten Umständen dazu kommen, dass Risse entstehen oder sich Hühneraugen ausbilden – diese können Schmerzen verursachen.

Hornhaut entfernen – wann dies notwendig ist

Eine Entfernung der Hornhaut wird vor allem dann nötig, wenn sich beispielsweise Hühneraugen gebildet haben. In dieser Wucherung der Hornhaut (Hyperkeratose) ist meist ein gelblich durchscheinender Hornkeil zu sehen, der unterschiedlich tief in die Hautschichten vordringen kann. Zwar stellen auch Hühneraugen keine große Gefahr für die Gesundheit dar, sie können jedoch mit Schmerzen einhergehen. Die Entfernung tieferliegender Hühneraugen sollte einem Fachmann überlassen werden, kleinere können beispielsweise mithilfe von Hühneraugenpflastern oder -mitteln behandelt werden.

Eine Entfernung ist auch dann nötig, wenn die Hornhaut mit (schmerzhaften) Einrissen einhergeht. Solche Risse erleichtern das Eindringen von Viren, Pilzen und Bakterien und können zu infektiösen Krankheiten führen.

Normalerweise ist das Entfernen der Hornhaut nicht notwendig, da sie ein natürlicher Bestandteil des menschlichen Körpers ist. Auch wenn diese nicht immer einen schönen Anblick darstellt, ist Hornhaut für den Schutz tieferliegender Gewebeschichten nötig. Da viele Menschen diese allerdings als unangenehm und unästhetisch empfinden, gibt es eine Vielzahl an Möglichkeiten, die Hornhaut zu beseitigen.

Bevorzugte Methoden und Mittel sind:

  • Fußbad und -peeling
  • Fußmassagen zur Vorbeugung
  • Hornhautfeile oder -hobel
  • Bimsstein
  • Salben und Cremes
  • Hornhautpflaster
  • Medikamentöse Behandlung

Mit der Hornhautbeseitigung sollte so früh wie möglich begonnen werden. Es ist jedoch darauf hinzuweisen, dass eine Entfernung nicht von heute auf morgen passiert. In manchen Fällen kann dies ein langwieriger Prozess sein.

Tipps für eine effektive Behandlung: So können Sie Hornhaut an den Füßen beseitigen

Nachfolgend einige praktische Tipps, wie Sie Hornhaut an den Füßen entfernen können:

1. Nehmen Sie ein Fußbad: Weichen Sie Ihre Füße für ein paar Minuten im warmen Wasser ein. Zu langes Baden macht die Haut schrumpelig und es wird dadurch schwieriger, die Hornhaut zu entfernen. Geben Sie reinigendes und desinfizierendes Meersalz oder feuchtigkeitsspendendes Teebaumöl ins Wasser.

2. Hornhaut beseitigen mit Bimsstein & Co.: Nun können Sie die dünnen Hornhautschichten ganz einfach mit einem Bimsstein oder einer Hornhautfeile wegreiben. Der Gebrauch eines Hornhauthobels birgt aufgrund seiner scharfen Klinge ein erhöhtes Verletzungsrisiko, weshalb dieser mit besonderer Vorsicht angewandt werden sollte. Achten Sie darauf, keinesfalls zu viel Hornhaut abzutragen, denn dies kann sehr schmerzhaft sein.

3. Verwöhnen Sie Ihre Haut: Besonders wirksam ist die Pflege mit Salben, Cremes, Tinkturen oder Pflastern. Darin ist häufig der Wirkstoff Salicylsäure enthalten, die dazu dient, dass sich die beschädigten Hautareale nicht entzünden. Ferner sorgt Salicylsäure für die Abtragung der Hornhaut – wirkt daher ähnlich einem Peeling. AnzeigeMeist ist auch Urea enthalten, ein Harnstoff, der viel Flüssigkeit binden kann. In Kombination sorgen die beiden Stoffe für ein Abtragen der Hornhaut und weiche Haut.

Anstatt eines Fußbades, können zur Entfernung von Hornhaut auch Hausmittel wie Zitronenscheiben und Kamillenpäckchen angewandt werden. Geben Sie dafür einen Esslöffel Kamillenblüten auf ein Leinentuch und schließen es. Übergießen Sie das Päckchen anschließend mit wenigen Esslöffeln kochendem Wasser, so dass das Tuch vollständig durchtränkt ist. Sobald es ausreichend abgekühlt ist, drücken Sie das Tuch für etwa 15 Minuten auf die betroffene Stelle. Anschließend können Sie mit den oben genannten Schritten zur Hornhautentfernung fortfahren.

Hornhaut an den Füßen durch richtige Pflege vorbeugen

Hornhautbildung lässt sich durch präventive Maßnahmen reduzieren. Cremen Sie Ihre Füße täglich ein, um für ausreichend Feuchtigkeit zu sorgen. Dadurch kann die Haut mehr Widerstandskraft entwickeln. Auch Peelings können hilfreich sein, bereits bestehende Hornhaut nach und nach zu beseitigen.

Zudem sollten Sie Schuhe mit optimaler Passform tragen. Solche mit hohen Absätzen wählen Sie am besten nur zu besonderen Anlässen, um einen dauerhaften, einseitigen Druck zu vermeiden. Verwöhnen Sie Ihre Füße zeitweise mit einer entspannenden Massage und laufen Sie öfter barfuß. Das stärkt die Muskulatur, fördert die Durchblutung und erhöht die Beweglichkeit der Zehen.

Trotz aller Schutzvorkehrungen lässt sich Hornhaut nicht vollständig vermeiden. Und dies ist auch gut so. Auch die Hornhaut hat ihre Daseinsberechtigung – sie übernimmt eine wichtige Schutzfunktion für darunterliegende Hautschichten.